Schöne Momente
 
 
Unser digitales Logbuch – sucht euch ein Datum aus und klickt durch unseren Alltag. Ihr findet Berichte, Photos & Gedanken; vieles was uns täglich bewegt .
 
 
 

Juli 2008

Malta bis Mallorca

Juli 2008:

31. Juli 2008 - Mallorca / Puerto Colom    

Schön liegen wir hier. Puerto Colom ist ein riesiger Naturhafen, in dem viele viele Yachten teilweise auch für lange Zeit ankern. Das Yachten-Ankerfeld ist dementsprechend groß. Da schwacher Oswind bläst liegen wir gut geschützt am Buchtanfang und gucken durch die mit Megavillen gesäumten Steilklippen auf die offene See hinaus, ohne ein einziges Schiff vor uns. Die andere Seite bietet Buchtblick mit Mastensalad. So schön, dass man sich mit seinem schwimmenden Heim (meistens) sein Grundstück aussuchen kann!

Am Mittwoch verbrachten wir einen gemütlichen Tag mit der 'Schäfer-Family' (Ex-Kollegen aus der Unternehmenesberaterzeit), die ihren Urlaub auf Mallorca verbringen, und uns spontan besucht haben. Durch unsere Internetseite wußten sie, daß wir die gleiche Zeit auf den Balearen unterwegs sind - klappt doch diese Kommunikationsform. Die Kinder spielten Käpt'n während wir auf dem Vordeck klönten. Ein super Tag, toll das ihr uns besucht habt.

Heute waren wir das erste Mal mit dem Rad unterwegs. Und was für eine Tour!
Durch Olivenpantagen ging es nach einer Stärkung in einem Bergdorf zu einem Castell oben auf einem (sehr sehr hohen) Berg. Ein Drittel der Stecke mussten wir schieben, da es sich doch mehr um einen Wanderweg handelte. Nach anstregendem Aufstieg wurden wir durch einen einzigartigen Ausblick über die gesamte Insel belohnt. Sogar BAJU konnten wir in der Ferne erkennen. Nach 7 Stunden waren wir völlig fertig wieder am Dinghi. Uuuiiiieeeehh, morgen werden wir sicherlich Muskelkater haben...

Morgen kommt mein Bruder & Family, die BAJUBASIS, uns für 2 Wochen besuchen. Der Plan ist ins etwas ruhigere Menorca zu segeln und dort jede schöne Bucht auszuchecken und hunderte von Geocaches zu heben. Wir freuen uns schon.

Da BAJUBASIS unsere Internetseite pflegt, wird vielleicht das Logbuch in den nächsten 2 Wochen nicht so regelmäßig upgedated, wie ihr es gewohnt seid. Wir sind dann nicht untergegangen, sondern irgendwo auf Menorca unterwegs.

 

 

 

 

 

 

 


Blick vom der Terasse


Blick vom Balkon

 

29. Juli 2008 - Menorca - Mallorca / Puerto Colom    

Nach der Nacht im Zelt auf dem Vorschiff, wo eine frisches Lüftchen wehte und das Innenzelt die Mücken abhielt, brachen wir früh auf um die 50 Seemeilen nach Mallorca zu segeln.

Was folgte war ein toller Segeltag bei raumen Wind. Wie schön doch segeln sein kann...

 

 

 

 

28. Juli 2008   Menorca - Cala Bibibeca


Die Telebubbie-Wasserscooter...


BAJU aus der Strandperspective

 

 

 

Was für ein Konstrastprogram zu den letzten Tagen und Wochen. Wir haben uns ja darauf eingestellt, dass es zur Hauptsaison, vor allem auf Malle, mega voll werden wird. Nur was das bedeutet, wurde uns heute live und in Farbe vorgeführt.

Die nette Bucht, die gestern Abend beim Einlaufen einen gemütlichen Eindruck machte, füllte sich im Tagesverlauf rasant. Nicht mit Seglern, sondern mit Motorbooten. Überall Motorboote, jeder Grösse und Ausstattung, ankerten um uns herum. Diese weissen Plastikbomber, die so ästhetisch sind wie ein Kamel beim baden. Und dazu, für uns, eine neue Erfindung: Wasserscooter mit Benzinmotorantrieb, die aussehen wie die Teletubbies und an Autoscooter erinnern. Wenn damals wohl ein Trett- oder Ruderboot gemietet wurde, sind es jetzt die Teletubbiewasserscooter, in denen gelangweilte Väter ihre Kinder rumfahren. Bbbbrrrruummmmmm.... überall um uns herum. Zum Glück ist das Öl bald alle...

Trotz Motorenlärm eine hübsch gelegene Bucht. An der einen Seite weisse Villen zwischen Palmen und Blumen, auf der Anderen schroffe Felsen an denen sich die Wellen brechen. Wir freuen uns auf die Zeit auf den Balearen.

Heike hat ihre neue Waschmaschine ausprobiert. Eine, die mit Elekroantrieb die Trommel antreibt - Absolutes High-Tech! Sie ist happy, sind die Zeiten des Waschtrommelhanddrehens nun vorbei. Wer sagt denn, dass es immer eine Perlenkette sein muss?!
Wir haben nun eine 'Wonder Wash' Handwaschmaschine zu verkaufen. Wenn Interesse besteht, bitte melden.

 

 

24. -27 Juli 2008 Überfahrt Tunesien - Balearen  
 

Wie weit können 320 Seemeilen sein? Das kommt darauf an, woher der Wind kommt...

Die Windvorhersage für die lange Überfahrt von Bizerte in Tunesien zu den Balearen war wahrlich nicht optimal, aber da in 1,5 Wochen Besuch auf Mallorca erwartet wird, hatten wir nicht zu viele Optionen. Also los, waren es doch 'nur' 320 Seemeilen, was bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Knoten (Seemeilen/Stunde) in 64 Stunden zu meistern wäre.
Der Wind für den gesamten Zeitraum und Stecke war eher zu schwach als stark aber wenn, dann kam er wenigstens grob aus der richtigen Richtung - so vorhergesagt.

Erstmal hatte uns eine freudige Überraschung am Donnerstag Nachmittag aufgehalten den super Wind zu nutzen. Die Eiland und die Odin liessen gerade ihren Anker nebe unserem Boot fallen, als wir, fertig mit dem Ausklarieren und Einkaufen, wieder zu BAJU zurückdüsten. Freudiges Wiedersehen. Mmmmh, los oder doch noch einen Kaffee - wir entschieden uns für den Kaffee. So verpassten wir zwar guten Wind aber man muss Prioritäten setzen. Um 17:30 Uhr hiess es dann Anker auf. Schade auf einen geselligen Abend hätten wir auch Lust gehabt. Den tauschen wir gegen einen Gin-Tonic Abend auf Menorca, da soll es wohl eine super Gin Brennerei geben - Top Tip von Insidern!

Den ersten (Donnerstag-)Abend, an dem wir an der herrlichen tunesischen Nordküste segelten, sowohl die Nacht, war zwar langsames, aber sehr angenehmes segeln. Der gesamte Mittelmeer - Suezkanal Verkehr fährt hier entlang und so war Frachtschiffkarousell angesagt. Teilweise zogen 7 Frachtschiffe gleichzeitig an uns vorbei, die sich aber (fast alle) brav an ihr Verkehrstrennungsgebiet hielten. Wir knapp daneben - Frachterkino - bei auf- und untergehenden Sonne und auf dem Radar.

Am Freitag ging dann die Misere los. Maschine an, da zu wenig Wind - Maschine aus, da gerade genug Wind - .. usw. Gegen Abend frischte es dann glücklicherweise ein wenig auf, allesdings direkt von vorne. So entschlossen wir uns nach Norden Richtung Sardinen zu laufen, um uns dann mit dem am nächsten Tage angesagten Nordwind zu den Balearen pusten zu lassen.
Super Plan. Die Nacht war herrliches segeln , sternenklare Nacht und kaum Verkehr. Also Handytimer auf 15min gestellt; der Wachhabene guckte jede viertel Stunde, ob sich an der Ruhe was veränderte, sonst wurde geschlummert. Am Morgen drehte der Wind dann immer weiter auf Nord und wir wendeten frohen Mutes Richtung Balearen, die wir zwar noch nicht ansteuern konnten, aber der vorhergesagte Nordwind würde sich ja bald einstellen - Denkste!
Den gesamten Samstag segelten wir bei NW-Wind Richtung Algier, keine Spur von Nordwind. Ist der Nordwind nördlicher von uns? Gibt es überhaupt Nordwind? Was ist, wenn die gesamteWettervorhersage, die jetzt ja schon 2 Tage alt war, für die nächsten 2 Tage, die wir mindestens noch brauchen würden, falsch ist und sich um uns herun ein riesiger Stum zusammenbraut, ohne das wir davon etwas mitbekommen? Schliesslich sollte Nordwind und kein Westwind sein und wir befinden uns in einem Gebiet, über das wir schon Horrorgeschichten von anderen Segler gehört haben. Zigarrenförmige Wolken, die den Tramontana ankündigen - sehen wir die nicht im Hintergrund? Das Barometer - heisst langsam ansteigender Luftdruck und trockene Luft nicht, dass Mistral aufzieht?
So konnten wir das teilweise schöne Segeln gar nicht richtig geniesen, weil sich überall in unseren Köpfen Stürme zusammenbrauten. Selbst mit dem Weltempfänger versuchten wir alles, um an Wetterinfos heranzukommen - vergebens. Eine Segelyacht, die wir im Hintergrund durch das Fernglas erblickten wurde per UKW angefunkt - auch vergebens. Stattdessen bekamen wir im Radio deutsches (!) Malle-Radio herein, was verkündete, dass in Hamburg Sonne, es aber in Düsseldorf Schauer gab. Kein Wort vom Malle Wetter, warum auch - Sommerwetter! Unsere (Vor-)freunde, so alleine mitten auf offener See, wurde dadurch immerhin sichtlich anhoben.

Als Algier dann nur noch 80 Seemeilen vor uns lag, wir aber viel mehr Bock auf Sangria und Tapas, als auf Beamtenstress hatten, legten wir wieder um, Kurs Richtung Norden. Und als der stunden später immer noch direkt von den Balearen wehende Wind dann fast einschlief, dieselten wir Menorca entgegen. Das erste Mal auf der Reise mit Direktkurs Menorca! Wir hatten bis jetzt 300 Seemeilen zurückgelegt, waren aber den Balearen nur etwa die Hälfte der direkten Strecke entgegengekommen. Ja, so ist das nun mal beim Segel - Wind von vorne ist Scheisse.
Also motoren. Es ist schon scharf, wenn einem so mitten im Mittelmeer das Navigationsprogramm sagt: Nur noch 24 Stunden unter Maschine, dann biste schon da. Na super. Unter Maschine laufen heisst für unser Segelschiff, wo die Maschine quasi mitten im Salon steht - laut, heiss, schlecht Luft. Für so ein Ankermanöver, kein Problem, aber für einen Tag und eine Nacht???
Ja, und so dieselten wir die gesamte Nacht und den gesamten Tag! Tukker - Tukker - Tukker - .... . Zum Glück haben wir 55 Cent-Diesel aus Tunesien in den Tanks (und in allen Behältern in den man Kraftstoff aufbewahren kann), sonst hätte uns diese Passage ein Vermögen gekostet.

Ausser den ständigen Stürmen, die sich in unseren Hirnen zusammenbraute, war es, ganz im Gegensatz zu unsere letzten langen Überfahrt, eine sehr ruhige Passage. Ruhig? Das Piepen vom ewigen Motorengeräusch wird uns wohl noch ein paar Tage lang begleiten... also sagen wir mal 'objektiv erlebnisarm'.

Endlich hatten wir mal Zeit, die objektiv erlebnisarme Zeit für richtig sinnvolle Sachen zu nutzen, wie z.B. 'Sex in the City" zu schauen! Uppps, hab ich mich jetzt geoutet? Mit dem Schiff die Welt entdecken heisst sich auf Segelpassagen 'Sex in the City' reinzuziehen?
Ja, hat doch so eine 20min Folge genau die richtige Länge, sich zwischen den Kontrollzyklen mitten in der Nacht zu unterhalten. Und wenn man bei der 3. Staffel bei Folge 35 seine Wache um 35 Minuten überzieht nur um noch die allerallerletzte Folge zu schauen, um zu sehen, wie es mit Mr. Big weitergeht, dann erkennt man, dass Zeit nicht mehr die gleiche Bedeutung hat wie früher in der Arbeitswelt... ;-)

Und da ruft es "Land in Sicht"....noch 2 Stunden dieseln und wir ankern gemütlich auf Menorca mit einem Sundowner in der Hand und dem Geruch von Diesel - ääh BBQ im Cockpit .... VIVA ESPANIA!


Der Log unserer Reise. Warum direkt, wenn es auch im Zick-Zack geht?

 

 


24.7.2008 (Bizerte/Tunesien) Abreise Tunesien, geplante Ankunft Mallorca am Sonntag.

23. Juli 2008 Bizerte - Sturmtag  

Wir liegen immer noch vor der Strandpromenade von Bizerte und erledigen 1000 Basteleien auf BAJU.

MAX, unser Windgenerator, simuliert gerade, wie es sich anhört, wenn die Hubschrauberkampftruppe mit all ihren Schoppern auf unserem Achterdeck landet. Dazu macht er Storm wie ein (kleines) Atomkraftwerk. Es bläst mit in Böen über 40 Knoten (~75 km/h) und läst BAJU doch ordentlich am Anker zappeln. Manchmal reisst das Wasser von der Oberfläche ab, das heisst dann wirklich Sturm.

Eine Yacht neben uns versucht gerade ihren Anker das 3. Mal einzufahren, was bei so viel Wind nicht ganz einfach ist, obwohl der Ankergrund vom Feinsten ist. Einem anderen Boot fliegt die Genua (Vorsegel) um die Ohren, da sich in einer Bö wohl die Einrollvorrichtung verabschiedet hat. Nun versuchen alle den grossen Lappen wieder zu bändigen und schnell herunter zu bekommen, bevor der Anker ausbricht.
Nachbarnsfernsehen - so wie Herrn Meier beim Rasen mähen und Frau Müller beim Hecke schneiden zuzusehen - prima Unterhaltung!

Mit 50m Ankerketter fühlen wir uns sicher, schauen aber trotzdem neugirig nach draussen, wenn wieder so eine Hammerbö, die gefühlt immer stärker war als die letzte, über uns hinwegfegt. Haben wir uns nicht ein bisschen nach hinten bewegt? Nein, haben wir uns nicht, der Anker hält super.
An Landgang ist heute auf alle Fälle nicht zu denken. So bastel ich weiter an der Amateurfunke rum, die nun fast komplett eingebaut ist. Heike bereitet ein leckeres Gericht nach dem anderen vor und mit all dem Live-Fernsehen um uns herum ist der Tag auch schnell vorbei.

Der Plan steht immer noch: Donnerstag los Richtung Malle.....

 



21. Juli 2008 Bizerte  
 

Am Sonntag segelten wir dann bei mal wieder tendenziell zu wenig Wind die berühmten und umwindeten Caps Nordtunesien's entlang. Gesäumt von riesigen Felsklippen und Wracks erzählten sie uns ihre Geschichten. Die oft grüne Landschaft war eine willkommene Abwechslung.

Wir ankerten Nahe dem Yachthafen, der aus 2 Schlengeln besteht, vor der Altstadt und palmengesäumten Strandpromenade. Da die Sonne am untergehen war, als der Anker fiel, machten wir uns noch schnell auf zu einer Kurzerkundungstour unserer näheren Umgebung. Erster Eindruck: sehr interessante Stadt, in der man die vielen Einflüsse verschiedener Nationen noch erkennen kann. Da gibt es das italienische Viertel, die französischen Villen, die ottomanische Festung, die byzantinische Kirche, ...

Da wir nach Plan erst Donnerstag (dann Richtung Balearen) weitersegeln können, werden wir etwas Zeit haben, den Ort näher zu erkunden.

 


Für tunesische Verhältnisse viel Flair bietet der alte Fischerhafen,
dessen Zufahrt an der alten Stadtmauer entlag mit Cafes und
Restaurant gesäumt ist. Wir ankern mit BAJU in 100m Entfernung.

21.7.2008 (Bizerte/Tunesien) Nach selgeln und motoren vorbei an schönen Kaps und riesigen Wracks liegen wir nun in Bizerte. Ist Sturmsicher. Jetzt Stadterkundung.

18. - 20. Juli 2008 Ghar El Melh  


Der alte Fischerhafen des damaligen Piratennestes.
Heutige Wassertiefe:~40cm


Fischer die ihre Netze auslegen im riesigen Binnensee, den wir mit 'Baju Baby', teils zu Fuss, erkundeten

 

Wir nutzten den nur einen Tag angesagten Ostwind, um weiter Strecke nach Westen zu machen, Grobziel: Bizerte.

Nach einem langem Segeltag mit viel Motorunterstützung (der Wind war leider schwächer als angesagt), liefen wir bei Dunkelheit in eine riesige Bucht bei 'Ghar El Melh' ein. In dieser riesigen Unterwassersandwüste waren wir soweit das Auge reichte die einzige Segelyacht. Nur ein paar Fischer tuckerten um uns herum und legten ihre Netze aus. Kilometerlange schneeweisse Sandstrände säumten das Ufer und das Wasser hob sich türkis davon ab. Ein tolles Plätzchen!

2 Mal tobte ein Gewitter über uns und bescherte uns den ersten heftigen Platzregen (!!!) seit unserer Abfahrt in der Türkei. Blitze zuckten um uns herum, so dass wir vorsorglich Funke und Radar von den Leitungen nahmen. Was eigentlich passiert, wenn ein Blitz in ein Aluschiff einschlägt wurde diskutiert, aber zum Glück nicht praktisch getestet.
Im Hintergrund sahen wir die gelben Wolken Richtung Europa ziehen. Jetzt verstehte ich endlich was "Sahara-Wüstensand regnet auf München herab" bedeutet.

Am 2.Tag erkundeten wir mit dem Dinghi das Fischerdorf, was an einem riesigen See lag. Der See war so flach, dass wir teilweise sogar unser Dinghi durch den See schieben mussten. Belohnt wurden wir mit einer interessanten Besichtung des autentischen Dörfchen, das früher, wen wundert's, als Piratenzufluchtsort diente.

 

 

 

18.7.2008 (Ghar El Melh/Tunesien) Wind war weniger als vorhergesagt und drehte schon Nachts um 12 Uhr auf West. Sind viel motort, ankern jetzt in Ghar El Melh mit Sahara unter uns. Gerades fettes Gewitter, 50 m Anker-Kette (!)

17. Juli 2008 Vor Anker vor der Altstadt Hammamet


Abendstimmung vor der Altstadt von Hammamet - BAJU vor Anker unzähliger Fischer, die ihre Kähne zum Auslaufen bereitmachten


 

Ach ist das schön, mal wieder vor Anker zu liegen. Ein frisches Lüftchen bläst um BAJU und man kann über Bord hüpfen soviel und so oft man will. Die Altstadt von Hammamet ist ein bisschen zu touristisch für uns, aber trotzdem sehr schön anzuschauen. So schlendern wir durch nett zurecht gemachte Gässchen - so viel schöner als die "Zone-Touristique" des Neubauviertels.

Eine sehr schöne Überraschung folgte nach dem Landgang: Unsere Seglerfreunde von der ODIN und EILAND kamen von Monastir hinauf gesegelt und so flogte ein netter Abend mit viel Gequatsche.

17.7.2008 (Hammamet/Tunesien) Gestern nach tanken in die Bucht vor der Altstadt von Hammamet verholt. Heute morgen unter Motor früh los. Wollen Freitag morgen in Bizerte sein.

13. - 16. Juli 2008 Yasmin Marina - Hammermet  

Am Samstag mussten wir zügig Richtung Norden ablegen, da die nächsten Tage für uns schlechter Wind vorausgesagt waren. Also noch schnell die Ankerwinsch abgeholt und dann los.
Der nächste Zielhafen 'Hammermet' war über 80sm entfernt und so stellten wir uns eigentlich schon darauf ein, wohl mindestens die halbe Nacht zu segeln. Draussen lief es dann aber besser als erwartet. Nach 1/3 der Strecke bliess es richtig gut und wir rauschten mit gerefften Segeln am-Wind Richtung Norden. Da weiter draussen noch Südwind vorherrschte, lief dir Dünung von hinten und so schossen wir am-Wind mit bis zu 15Knoten die Wellen herunter. Bis dato wussten wir nicht, das BAJU auch mit Schwertern unten ins surfen kommt. Nett. Nach einer rauschenden Fahrt kamen wir kurz vor Dunkelheit in Hammermet an.

Sind wir in Dubai gelandet?
Yasmin Yacht Marina - Welch ein Kontrastprogram zu dem Fischerhafen Mahdia. Wir befinden uns in Mitten einer Megaanlage von kilometerlangen Hotelblöcken, Flaniermeilen, künstlichen Seen und Kanälen,... und mittendrin der Yachthafen . Das ganze nennt sich dann 'Zone Touristique'. Die (reichen) Tunesier fahren voll darauf ab und gerade abends ist hier der Bär los. Mit dem Mädel an den grossen Luxusschiffen entlang zu flanieren und ein Eis zu schlemmen ist der Hit für Touris und Tunesier, die gerade 3 Monate Sommerferien haben.
Mmmmh, für uns ist das ganz und gar nicht Tunesien, aber der Wind ist stark und sehr ungünstig für uns, also müssen wir 3 Nächte hier bleiben.
Haben wir bis jetzt in den ersten 3 Monaten insgesamt 20,- Euro für Hafengeld zahlen müssen, schlägt hier eine Nacht mit 45,- Euro zu Buche - AUAAA! Und dazu kann man noch nicht mal zu Abkühlung über Bord hüpfen. Neee, wir sind keine Hafenlieger...
Wir nutzen die sicheren Hafentag um die Ankerwinsch zu montieren und einen Tageausflug nach Tunis zu unternehmen. (Bilder gibts hier...)
Am Mittwoch ist der Wind immer noch ungünstig von vorne aber wir entschliessen uns trotzdem auszulaufen. Entweder gegenan oder noch ein bisschen vor dem Dörfchen Hammermet ankern bis der Wind dreht, was für Donnerstag vorausgesagt ist.

Von nun an bereiten wir uns auf die Überfahrt nach Malle vor, wo wir in 2 Wochen sein müssen. Von Bizerte, der Nordspitze Tunesiens, sind es zwar 'nur' 300 Seemeilen, die können es aber in sich haben. Wetter-und Verkehrstechnisch ist es ein eher schwieriges Gebiet, von dem wir schon Horrorgeschichten von anderen Seglern gehört haben. Entweder segeln wir direkt, den Nordkurs über Sardinien oder die Südstrecke an der algerischen Künste entlang. Der Wind und die Tagesform wird es entscheiden. Respekt haben wir vor dem Schlag allemal. Wird schon schief-gehen....


Hafen Yasmin
Touri-Piraten-Schiff neben
Hafenmeister-Mega-Tower

Hafen Yasmin
Zu Fuss Baguette holen - Hafenleben.
Wir nehmen lieber das Dinghi..

9. - 12 Juli 2008 Mahdia - Ausflug Süd-Tunesien  
Tunesien 3 Tage Landausflug in den Süden Tunesien  

15.7.2008 (Hammamet/Tunesien) Heute Ankerwinsch eingebaut. Hafen ist Mega Teuer (45EUR). UPDATE: Sind gerade in Tunis. Heute noch hafen, morgen mittag raus. Dann Richtung Norden wenns geht (Anm. der Red: Windrichtung zur Zeit Nord), sonst ankern.

14.7.2008 (Hammamet/Tunesien) War ein flotter Ritt nach Hammamet – Monster neue Marina. 9 kn Schnitt. Gerade vor Dunkelheit festgemacht. Werden von hier aus Tunis erkunden. Ankerwinsch ist wieder heil und muss nur noch abgeholt werden.

9. Juli 2008 Mahdia - Tunesien  

Lapedusa war nicht so der Oberknaller aber mal schoen, so ein kleinen Moewenschiss (die Lampeduser werden mir es nachsehen) mitten im Meer gesehen zu haben. Mehr als 2 Strassen waren nicht sehenswert. Hier haben wir unseren Seglerclan getroffen und sind nach Eis-, Bade- und Schlafpause Nachmittags in Kolonne nach Tunesien losgesegelt. Die Kolonne loeste sich aber schnell auf, da der Wind von der Seite (halber Wind) kam und 2 Ruempfe halt knapp doppelt so schnell segeln wie ein nur einer. So waren die halben Schiffe mit knapp ueber 4 Knoten unterwegs, wir rutschten mit fast 8 Richtung Tunesien. Mal nicht das langsamste Schiff zu sein... da muss ich mich noch dran gewoehnen  ;-)

Die Nacht war eher anstregend, da sehr viel Fischer unterwegs waren, so dass man ein bisschen aufpassen musste. Und die Coastguardschiffe halt, die all die Fluechtlingsboote aufbringen, die hier unterwegs sind. Ich hab immer Schiss mit so einen Kahn zu kollidieren und ploetzlich 30 schwimmende Afrikaner neben einem schwimmen zu sehen. Welch Horrorvorstellung!!
Wir sind nach bloeden drehenden Winden am Morgen nicht wie geplant in Monastir sondern ein bisschen weiter suedlich in Mahdia gelandet, ein riesen Fischereihafen. Ausser uns liegt hier noch EINE Yacht. In Sizilien haetten wir uns wohl um jedes freies Ankerplaetzchen streiten muessen und zahlen keine 100 sondern 5 Euro fuer die Nacht im Hafen!

Tunesien, wie wir es bis jetzt erlebt haben, ist super prima: Leute super freundlich, man fuehlt sich sicher und das Treiben und Maerkte ist interessant. Die Infrastruktur ist super. Ach, und schweine-billig ist's hier. Diesel 55 Cent, waren eben fuerstlich essen fuer 2 Euro die Nase. Man bekommt eigentlich alles, nur kein Schnaps (aber den haben wir ja reichich an Bord).
Es war eine gute Entscheidung ueber Tunesien zu schippern.
Ok, heiss ist's halt, aber die Sahara ist nicht weit weg. Wir haben das erste Mal seit laengerem wieder ueber Patagonien geredet.... 

Wir haben uns entschlossen ein paar Tage Landausflug mit dem Rucksack zu machen, da es doch einiges zu entdecken gibt... wie spannend. BAJU liegt das erste Mal alleine ueber Nacht im (Fischerei-)Hafen, mit allem drin, was wir besitzen. Na ja, wir liegen neben einer anderen deutschen Yacht mit sehr netten Leuten und die Polizei hat ihren Eingang quasi vor unserem Schiff und guckt vom Balkon Tag und Nacht auf BAJU. Wenn nicht jetzt mal mehrere Tage weg, wann dann?! Vorhin habe ich dem Polizeichef und seinem Gehilfen eine Plastiktuete mit Bier und Zigaretten ruebergereicht, da haben sie sich maechtig drueber gefreut....  Die Gesetze sind doch ueberall auf der Welt die selben, auch wenn man Muslim ist  ;-)
Jetzt sind wir mit super Minimalgepaeck mit Bus und Bahn unterwegs, um den Sueden des Landes zu erkunden. Mal wieder 'anders' unterwegs zu sein und nachts nicht in seinem eigenen Bettchen zu schlafen ist schon witzig. Wie schnell man sich an sein schwimmendes Heim gewoehnt.

Gerade sind wir in 'El Jem' angekommen haben uns das 3.groesste Koluseum der Welt angeschaut und warten nun auf den Nachtzug in die Wueste. Dort wollen wir mit einem Tourizug ein bissle das Panorama geniesen und dann die Oasenstadt Tozeur entdecken. Dann soll's durch die Salzwueste ueber Douz nach 'Matmata' gehen, wo Leute noch in Hoehlenbauten wohnen. Dort wollen wir natuerlich auch drin pennen, logisch. Schau'n wir mal. Star Wars wurde uebrigens hier gedreht. Wohl die Scenen, als der boese Luke (der Typ der spaeter den schwarzen Helm auf hatte) als Kind bei seiner Pflegefamilie wohnte. Oder war es doch der gute Luke? Anyway, dort halt.

Ach ja, unser, nach unserer Ansicht, letztes Aggregat, was wir noch nicht in der Hand hatten, hat ohne Vorankuendigung seinen Geist aufgegeben. Auf Lampedusa wollte ploetzlich die Ankerwinsch sich nicht nicht mehr drehen. Na super, 30 Meter Kette und einen 35 Anker mit der Hand hochholen. Zum Glueck war kaum Wind.
Somit hatten wir jetzt fast jeden Motor in der Hand... na ja, ein paar haben wir sicherlich noch vor uns, es soll uns ja nicht langweilig werden. Das schwere Ding liegt jetzt bei einem Elekromotorspezialisten in unserer Fischerstadt. Mal sehen, hoffentlich bekommen die unseren Flugzeugpropelleranlasser wieder hin. Daumen druecken.

Puuuh, das Schreiben hat lange gedauert... Ich sitze naemlich in einem Internetcafe und die tunesische Tastatur ist doch sehr anders als unsere....
 
Wenn wir von unsererem Backpackerausflug wieder da sind, wollen wir noch Geschaeftskollegen von meinem Bruder besuchen. Der eine ein big-big Boss mit Villa am Strand. Vielleicht koennen wir da ja mal Waesche waschen  ;-)

8.7.2008 (Mahdia/Tunesien) Sind im Fischerhafen von Mehdia gelandet. Wollen ein paar Tage das Landesinnere entdecken.

7.7.2008 (Lampedusa)
Nach ruhiger Segelnacht in Lampedusa angekommen. Gucken uns hier kurz um, dann wohl heut abend weiter. Eiland und Odin sind auch hier.

3. Juli 2008 Malta - Silema Creek  

2 Tauchflaschen haben
wir jetzt auch an Bord...
jetzt geht das Blubbern los!

Das Schwert ist fertig. Wer hätte das geglaubt! Mit ca. 100% Zeitverzug aber nicht wesentlich über Budget haben wir den Abdriftverhinderer heute zurück auf BAJU gehievt. Na endlich.
Meine Güte, kann ich jetzt die Bootseigenbauer verstehen, die nach oft jahrelanger Bauzeit ihr Boot im Wasser schwimmen sehen. Was für ein Gefühl nach so viel Arbeitszeit und Strapazen. Wir sind auf alle Fälle heil froh, dass wir uns gegen einen Selbstbau entschieden haben. Das hätte unsere Geduld wohl nicht ertragen.

Wir haben entschieden über Tunesien und vielleicht dann Algerien zu unserer nächsten Ziel 'Palma de Mallarca' zu schippern.
Tunesien ist touristisch nicht so entdenkt und vor allem sind die Winde in Nordafrika besser als auf Sizilien, um nach Westen zu gelangen. In 4 Wochen werden wir ja schon auf Malle erwartet.

Also, noch ein bischen bunkern, Wanten einbauen und spannen und dann auf nach Afrika.....


22. Juni bis 2. Juli 2008
Malta - Silema Creek / Schwert basteln
 
 

Bevor wir rund Malta segelten, hatten wir unser altes Schwert in der Manol Island Yacht Yard in der Nähe von der Hauptstadt Valetta abgeliefert. Diese stellt uns freundlicherweise ein paar Tage ein kleines Plätzchen zur Verfügung , um ein neues Schwert zu bauen. Wie berichtet ist ja unser Altes auf einem Kreuzschlag gegen grosse Wellen in Griechenland kaputt gegangen. Der Holzkern war komplett vergammelt, da es wohl Wasser gezogen hatte. Seit dem schleppen wir das Alte und alle Baumaterialien für's Neue mit uns rum, da wir bis dato keine Zeit gefunden hatten, das Grossprojekt in Anfgriff zu nehmen.
Letzte Woche fingen wir dann an zu basteln. Das Konzept stand und los gings.... sägen, kleben, flexen und streichen. Wenn's denn bloss so einfach wäre.....

 
 

Die Anfänge des Schwertbaus! Der uns zugewiesene Platz war der Hit: Schattig, windig und mit toller Aussicht über die Bucht.
So war der Polyesterrausch nicht ganz so schlimm.... ;-)
 

 

 

 

 

 

 

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