Schöne Momente
 
 
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Dezember 2008

Kanaren

bis

Kapverden

Dezember 2008:

29. Dezember 2008 - Bucht 'Santa Maria' auf Sal / Kapverdische Inseln, Autor: Stefan

Angetrieben von einer Mail unseres befreundeten Katamarans PUKURI, die in den südlichen Kapverden unterwegs sind und über ihren erneuten Fischfang berichteten (Zitat: "Liebe Baju, haben am Vormittag einen Big Eye Tuna (55cm, 3kg) und einen Wahoo (90cm, 4kg) aus dem Meer gezogen."), haben wir heute Köder gebastelt und optimiert. Das allerschärfste ist ja, dass WIR ihnen die Köderbaugeheimtips, die wir wiederum von erfahrenden Weltumsegler in vertrauter Stunde zugeflüstert bekommen haben, verraten haben (siehe Köderbauworkshop in Graziosa).
Heike´s Cousin 'Pico', der gerade bei uns an Bord weilt, ist Angelprofi und so heisst es: weiteres know-how abgraben. Nach Köderoptimierungsworkshop segelten wir stundenlang bei optimaler Fanggeschwindigkeit an der 50 Meter-Linie zick-zack.

Der Tunfisch (mit Kichererbsen und Cous-Cous) kam am Abend leider aus der Dose aber wir sind schwer davon überzeugt, jetzt mit dem richtigen Equipment unterwegs zu sein. Nur noch eine Frage der Zeit, dass was ganz Grosses beisst... wir werden berichten :-)

Heute sind wir nach 2 Nächten in einer riesigen einsamen Bucht an der Westküste von Sal an die Südküste geschippert, wo wir gut gegen Wellen aus West geschützt liegen, und die etwas Tourismus mit ein wenig Infrastruktur (inklusive italenisches EIS) bietet. Morgen soll dann am Kap der Westschwell, der die nächsten 3 Tage verstärkt hinübergedrückt wird, abgesurft werden. Um Silvester/ Neujahr herum werden 4 Meter hohe Wellen erwartet. Wir sind gespannt und haben als Vorbereitung gleich das Board gewachst und den Surferkultfilm 'Endless Summer' geschaut. Die Brecher können kommen ...


Baju auf der Webcam von http://www.caboverde24.com/surfwebcam/

Sonntag, 28. Dezember 2008, Kapverden, Insel SAL, Autor: Heike

Uuppps. wir haben Weihnachten verpasst! Naja nicht wirklich, auf jeden Fall haben wir verpasst Euch allen ein frohes Fest zu wünschen. Aber ich denke, jeder von Euch hatte bestimmt ein paar tolle Tage. Wir wünschen wir Euch einen super guten Rutsch ins Jahr 2009 (nur damit wir es diesmal rechtzeitig tun). Unsere Route für 2009 steht ja nun so grob fest wir ihr der Törnplanung entnehmen könnt. Aber zurück zu 2008.
Als uns Alex in BoaVista verliess, kam die PUKURI angesegelt. Die Freude war gross, und ein paar nette Tage folgten.
X-mas hatten wir einen tollen Abend. Wir waren lokal essen - Fisch natürlich - und dazu gab es Gitarrenklänge und Gesang von dem berühmtesten Rockstar auf BoaVista. Danach wollten wir eigentlich in die Kirche, aber als wir sahen, das über die Hälfte Touristen waren, liessen wir das sein und wanderten durchs Dorf. Schwupps, landeten wir auf einer privaten Party - sofort das Weinglass in der Hand und wir quatschten mit ein paar Studenten, die spontan eine Party organisierten. Zumindest war das der Grund, warum es nur Männer waren und keine einzige Frau - zu spontan angeblich !?? Den echten Grund werden wir nie erfahren. Nach einer Stunde tanzen und super Musik, musste die Party leider abgebrochen werden, da sich der Nachbar beschwerte. Fast wie daheim :o))

Am nächsten Morgen holten wir Pico und Sarah, meinen Cousin mit Freudin, bei der Shell Tankstelle am Ortseingang ab. Dem Winter entflohen, feiern wir zusammen Silvester auf den Kapverden.

Wind von vorne, Welle von hinten - und das ganze am Ankerplatz - mmh irgendetwas stimmt da nicht. Richtig. Es gibt Westschwell, und das ganz schön heftig. Ein Sturmtief auf den Azoren drückt in die Bucht von BoaVista ordentlich Wellen rein. Super für alle Surfer, nicht so super für uns. Nach einer schlaflosen Nacht, die toll sortierten Wellen brachen sich manchmal ein paar Zentimeter neben uns, hiess es Anker auf und wir segelten Sal entgegen.
An alle Surfer: BoaVista erwartet 4m hohen Schwell - Wind von hinten, Welle von vorne. Was wollt ihr mehr?

Samstag , 27. Dezember 2008, Kapverden SAL

Sind mit 1.Reff in die grosse westliche Bucht in Sal gesegelt. Nach schrecklicher Schwellnacht in Boavista mit brechenden Welen neben BAJU und kaum Schlaf freuen wir uns auf ne ruhige Nacht.

Montag , 22. Dezember 2008, Kapverden BOA VISTA, Autor: Heike

Sand, Sand, Sand, Dünen, Sand, Sand, Sand, ein paar Menschen, ein bis zwei Kites am Himmel - das ist Sal Rei auf Boa Vista. Unglaublich die Bucht in der wir liegen - ein kilometerlanger weisser Sandstrand, türkis-schimmerndes Wasser und einfach ganz viel Nichts.
Leider erreicht man nach einem langen Fussmarsch am Strand entlang, die grüne-Bensel-am-Arm-alles-inklusive-Hotelanlage mit dem entsprechenden Publikum. Die Animateure tanzen am Pool, die Musik dröhnt und der Boy schleppt das Surfbrett sogar bis hinter die Wellen. Dahinter fällt der Blick auf Hans, mit seinem dicken Bierbauch und klar, 2 Drinks in der Hand, "Hab` ich ja alles bezahlt, also muss ich ordentlich essen und trinken!", der zur Gerda läuft, die sich am Strand in der Sonnenliege oben-ohne sonnt. Man spricht Deutsch. Die Lokalen schimpfen, weil alles Geld ins Ausland fliesst und die ansässigen keine müde Mark, ach ne Escudos, verdienen. Nur diejenigen, die für einen Appel und 'n Ei das Land verkauft haben, sind für kurze Zeit Helden. Das Geld wird sofort in einen mega Luxus 4x4 Wheeldrive investiert, damit das Ansehen im Dorf gesichert ist.

Morgen werde ich mit meinem persönlichen Kitelehrer mal anfangen zu kiten. Hier ist einfach ein optimales Revier zum Lernen. Nicht wie anderswo, wo hunderte von Kites durch der Luft sausen und tausend Beach-Bars den Strand versperren - ne, hier kann man sich durch den Strand schleifen lassen ohne Plastikstühle mitzunehmen. Bei Ebbe sogar Stehrevier. Perfekt.

Sal Rei, das Städtchen, ist nicht so sauber wie das auf der Nachbarinsel, dafür um einiges authentischer. Kaum Touristen verlaufen sich hierher und Segelyachten ankern hier genau drei. Frischer Fisch täglich, von Tuna über Grouper und Marlin. Eine Bäckerei hat die Insel auch, der Supermarkt ist gut bestückt und die Hafenpolizei war wirklich nett. Schauen wir mal, wie lange wir es hier aushalten, auf jeden Fall erstmal Weihnachten.

Freitag, 19. Dezember 2008, Kapverden, Sal 
Wir sind in Afrika. Das bestätigen uns nicht nur die GPS Koordinaten, nein, am meisten die Bevölkerung. Schwarz, klar - bunt gekleidet, ja – und dazu super nett und mega entspannt. Jamaica man, ... und die Musik dröhnt aus alten Lautsprechern.  

Die Bucht von Palmeira, in der ungefähr 25 Weltumsegler ankern (23 davon Franzosen), ist gesäumt von einer Tuna Fabrik und dem Geräusch vom Hafen – Containerschiffe werden hier be- und entladen. Das Dörfchen an sich ist fantastisch. Null Touris, die tummeln sich im Süden der Insel, sehr authentisch, unglaublich sauber und einfach nett.

Unsere grösste Sorge, das die Kapverden unsicher im Hinblick auf Diebstahl seien, hat sich überhaupt nicht bewahrheitet. Das Dinghy wird unangeschlossen am Fischersteg festgemacht, nachts bleiben die Luken auf und die Schuhe räumen wir auch nicht von Deck. Ganz im Gegenteil, man hat hier in Sal das Gefühl, das die Leute relativ „reich" sind. 

In den Mini-Supermärkten kann man alles kaufen – es ist nur eine Frage des Preises, und selbst der ist nicht so hoch wie wir es erwartet hätten. Das Nationalgericht ist Fisch und Brot. Beides erschwinglich und unglaublich lecker. Das Nationalgetränk, der Grog oder Punsch (eine Art Likör, der aus Rum mit Zucker und verschiedenen Früchten besteht), haben wir selbstverständlich schon getestet. Mmmmh, lekker!

Sprachtechnisch waren wir uns am Anfang gar nicht sicher. Unser erster Bevölkerungskontakt war mit Zidan, dieser kam längseits mit seinem Fischerkahn und sprach uns gleich auf Französisch an. Zidan mit seiner Reggeamütze, der Typ für alles, einfach auf Kanal 14 anrufen, er bietet Frühstückservice, Taxidienst, Wasser, frischen Fisch und sonstige Dinge können alle arrangiert werden, wie gesagt, Zidan, Channel 14. Französich, mmmh dachten wir, also sprechen die hier Französisch... naja Afrika, Kolonie, so viele Fahrtensegler mit französischer Flagge. Ok, kann sein. Beim Landgang erwies sich das als falsch. Als Alex sein bestes Französisch von sich gab, um nach der Hafenpolizei zu fragen (wir mussten ja schliesslich einklarieren), verstand uns fast keiner. Komisch dachten wir. Irgendwann meinte ich dann Brocken von Spanisch zu hören und fing an Spanisch zu quatschen. Das ging schon besser. So haben wir einklariert, ohne weitere Probleme, 5 Euro, 2 Beamte und einige Zettel später, war alles erledigt. Total unkompliziert und einfach. Aber zurück zur Sprache. Als wir dann im Supermarkt unser Brot bezahlen wollten, merkte ich das die Zahlen ganz anders ausgesprochen werden. Also, Geheimnis gelüftet, hier sprechen sie Portugiesisch. Wir hätten ja auch einfach mal im Segelreisebuch nachschauen können. Aber ist es nicht auch schön, nicht schon alles vorab zu wissen? 

Den Fisch kaufen wir direkt aus dem Fischerboot am Steg - täglich, was der Fang hergibt. Am ersten Tag gab es Tuna. 1.300g feinstes Tunasteak für 3 Leute – naja vielleicht ein bisschen dekadent, aber weniger als das wollten die Fischer nicht verkaufen. Der Preis: 5 Euro. Wau! Am nächsten Tag gab es Barsch, diesen musste Stefan nur noch entschuppen und ausnehmen, bevor er auf unserem Grill landete. Heute, wir werden sehen. Stefan ist gerade mit der Harpune losgezogen. Da wir in einer einsamen Bucht liegen und es hier keine Fischerboote gibt, von denen wir Fisch kaufen könnten, muss der Käpt'n sich selber um den Fang bemühen. 

Santa Monika im Süden der Insel ist bevölkert von TUI, jeden Tag landen die Flieger und die Toruisten werden in den Süden von Sal kutschiert. Hier herrscht allerdings noch sehr angenehmer Tourismus. Es gibt ein paar Bars, Restaurants, Touri-Läden und sogar einen italienischen Eisladen. Für 1,50 Euro gab es Schoko-Mint und Zitrone-Orange Geschmack. Sind wir tatsächlich auf den Kapverden? Italienisches Eis? Unglaublich! Dank (endlich) sommerlichen Temperaturen schmolz das Eis schneller als wir es essen konnten.

Die Strassen von Santa Monika sind nicht alle geplastert und die Einheimischen verkaufen trotz „All-Inklusive" ihren frischen Fang am Strand. Weiter gen Osten sind die Kite- und Windsurfer plus Taucher zu Hause. Klar 15 Schirme waren am Himmel und ein paar Windsurfer genossen die Welle. Die Lounge Musik im Surfer-Cafe war nicht zu überhören, Surfvideos liefen im TV, der Latte-Macciato wurde aufgebrüht und die coolen Typen lagen auf den weissen Lounge-Liegekissen rum. Für die weihnachtliche BBQ Party war der Grill schon aufgebaut. Nette Stimmung, wie bei allen Surfstationen, ob auf den Kapverden oder in Marokko.

Ansonsten gibt es auf Sal nicht viel zu sehen: Wüste, Sand und Staub, wo das Auge hinsieht. Eine sehr trockene Insel, einfach nichts weit und breit. Morgen geht es die 30 Meilen weiter Richtung BoaVista, das neue Surfmekka auf den Kapverden. 

17. Dezember 2008
Land in Sicht. Hat alles gut geklappt. Hatten viel Wind. Deshalb so schnell. Sind durchgeschüttelt.

13. Dezember - Noch knapp 600 Seemeilen bis Kapverden
Der Mannschaft ist es zu kalt. War es sonst nur Heike, die sich über die (O-Ton Heike) 'winterlichen Temperaturen' pikierte, jammert nun auch noch Alex. Der Einzige, der nicht über die Temperaturen klagt ist Günther! 

12. Dezember - Richtung Kapverdische Inseln
Während ich nach einen Schwimmer vom Unterwasserbewuchs säuberte (ja, wir nehmen es mit der performance Ernst, seit dem man sich beim Aktienportfolio nicht mehr darauf verlassen kann), machten Heike und Alex die letzten Besorgungen und um 14:30 Uhr hiess es dann - auf Richtung Süden!

Doch halt - erst einmal musste die brandneu installierte Selbststeuerungsanlage (Günther-Junior) ausprobiert und justiert werden. Steuern wollten wir die prognostizierten 5-6 Tage nun wahrlich nicht. So kreisten wir gemütlich um uns selbst, fuhren der Beschreibung folgend zick-zack, und hofften, dass ich die letzte Woche alles richtig installiert hatte. Kurzweilig stockte uns der Atem, als Günther-Junior die Erbschaft nicht annehmen wollte und partout unseren Steuerbefehlen nicht Folge leisten wollte. Nach Vertauschung der Motorkabel gewöhnten wir ihm dies aber dann ab und mit grossem 'Juhuuu' nahmen wir das Mannschaftsmitglied in unsere Runde auf.

Im nachhinein war es wohl etwas leichtsinnig das neue Gerät beim Start in ein 5 Tagestörn in Betrieb zu nehmen aber so ist es nun mal im just-in-time Zeitalter. Geklappt hat's ja - Gerät funktioniert prima.

Als wir nach 2 Stunden endlich aus dem riesigen Windschatten des Teide herauskamen (wenn man unter Wasser mitzählt, ist dieser Monsterberg immerhin knapp 7.500 Meter hoch) bliess dann der flotten Passat, so dass wir schnell 2 Mal reffen mussten, um dann mit Minimalbeseglung auf kappeliger See herumsurften. An die weissen Wellenkämme, das schaukelige hin-und-her und das Getöse mussten wir uns erst einmal wieder gewöhnen.

Bevor die Nacht anbrach, nahmen wir dann sogar das gesamte Grossegel herunter und surften mit nur noch einem Taschentuch die steile See herunter. Bei 7 - 12 kn Fahrt hüpfte der Laptop auf dem Salontisch hin und her, als sich die Brecher unter BAJU brachen.

Zeitweile mussten wir das Ruder übernehmen. Als wir dann aber Günther-Junior feinjustierten machte er es wie ein ganz Grosser. Ein praktisches feature der neuen Generation: Er piept laut, wenn er es mal nicht schafft den Kurs zu halten, was ab-und-an mal vorkommt, wenn 2 oder 3 Riesenwellen BAJU schräg von hinten aus der Bahn werfen. Wir loben diese ehrliche und prompte Kommunikation seitens unseres neuen Crewmitgliedes und spenden 2 Ampere extra. 

siehe auch Fotostory Ocean Sailing

11. - 12. Dezember - Los Christanos
Nach 2 netten Buchten an Teneriffas Westküste verholten wir uns zwecks Crewwechsel wieder in die bekannte Bucht von Los Christanos, da das Anlanden in den anderen Buchten doch arg problematisch war. Ich bastelte mit Erwin mal wieder an der Selbststeueranlage und anderen Projekten, die alle "atlantiküberquerungsrelevant" waren und so langsam abgeschlossen werden wollten. An dieser Stelle vielen Dank an meinen Vater, der seinen Teneriffa-Aktiv-Urlanb nutzte an BAJU zu basteln. Mit dem Mastausflug hat es nicht geklappt - nächstes Mal.

Am 11. flogen Heikes Mutter und ihr Bruder leider wieder zurück nach Deutschland, wo Schnee auf sie wartete. Thomas, das nächste Mal bringst du den Rest der Familie auch mit.

Den Tag darauf kam mein Bruder Alex eingeflogen. Das Personal am Check-In staunten nicht schlecht als der die Skitasche als Sperrgepäck in den Teneriffa-Sommer-Flieger aufgab. Das er die neue Skianlage am Teide ausprobieren wollte, stiess auf Verständnis. Geladen hatte er unserer neues Netz für BAJU, dass das alte, etwas ausgelabberte, ersetzen soll.

Nach dem letzten Supermarkt-Run, waren ca. 350 kg Lebensmittel verstaut, die uns so gut es geht für die nächsten 3 Monate versorgen sollen.

Bevor meine Eltern am 12. von Bord gingen wurde am Abend zuvor ein Ramin-Familien-BBQ zelebriert. Familientreffen auf Teneriffa, warum nicht? 

Sonntag 7. Dezember 2008, oder der 2. Advent, Playa San Juan, Teneriffa
Und nix war's mit Gomera. Kein Wind, absolute Flaute. Dafür gab es Pilotwale zu sehen, ganz viele so weit das Auge reicht. 20 Meilen nach Gomera motoren und zwecks Gästeaustausch wieder zurückmotoren, ne ne ne, dafür ist unser Nissan Motor einfach zu laut. Also Kurs zurück Richtung Teneriffa.

Mit ein bissl Wind segelten wir zum kleinen gemütlichen Fischerdörfchen San Juan an der Südküste. Wir ankern gemütlich vor toller Felskulisse, und das ganz alleine.
Das war also das erste Segelerlebnis für Heikes Bruder: Wie, ihr seht nicht immer Wale???"
Fast wie beim ersten Mal als Thomas uns in Singapur besuchte und wir in Tioman zum schnorcheln waren, wo er gleich mit Riffhaien und Schildkröen beglückt wurde.Nein, Wale sehen wir nicht immer beim Segeln." 

Apropros "erstes Mal" heute morgen 9 Uhr UTC hatten wir zum ersten Mal Funkkontakt. Wie spannend. Wir funkten mit Michael, der gerade irgendwo auf dem Atlantik schippert, noch 1.700 Seemeilen nach Tobago vor sich hat, sich über mangelnden Wind beschwerte und, dass ihnen langsam das Gemüse ausgeht. Dafür gibts frischen Fisch fast jeden Tag.
Ist gigantisch mit Leuten, die meilenweit entfernt sind, einfach so über Gott und die Welt  zu quatschen. Fast wie telefonieren, nur das man sich verabreden muss (bestimmte Uhrzeit und bestimmte Frequenz) und nicht einfach anrufen kann.

Nachdem gestern alle-Familienangehörigen-Schleifen-die-Schwerter-Tag" angesagt war, werden die beiden guten Stücke heute angepinselt und zum trocknen vorne auf dem Netz festgebunden. Mensch, dann haben wir perfekt weisse Schwerter und können auch wieder am Wind segeln. Mit dem richtigen Gewebeband und der fachmänischen Anleitung von Erwin wird das Schwert hoffentlich nun länger halten. Nachdem wir ja in Malta 2 Wochen geschufftet haben, um ein neues Schwert zu bauen, hatte genau dieses Schwert irgendwann angefangen mit dem Wasser zu flirten so ein Mist! Also, hiess es abschleifen, verstärken und neu streichen.

Ach, der Sommer ist da! Heute 25 Grad, leichte Bewölkung und ein lauer Wind. So läst sich 2. Advent feiern. Ein Landausflug nach 'Los Gigantes' rundete das Tagesprogramm ab.

26. November bis 4. Dezember 2008 Tenerifa, Los Christianos über Las Nieves (Gran Canaria) und Playa de las Tejitas (Teneriffa)
Nach einer richtig witzigen Stegparty, die Michael von der SY Iron Lady organisiert hatte, wie immer, mit ausgiebig Wein und Oliven, entschlossen wir uns am nächsten Morgen, trotz des Katers des Käptn´s, uns auf den Weg nach Tenerifa zu begeben. Erwartete uns dort Familienbesuch - Ramin-Eltern, Dorsch-Mama und -Bruder.

Michael, den wir auf der Bootmesse in Düsseldorf kennengelernt und von ihm unsere SSB Funke erstanden haben, hat ein tolles Buch über seine Weltumsegelung geschrieben - an dieser Stelle ein bisschen Werbung, damit sie bald wieder lossegeln können. Also auf gehts kauft das Buch: "Meer als ein Traum - unter Segeln ins Glück" von Michael Wnuk und Natalie Müller. Oder ihr lest es beim nächsten BAJU Aufenthalt bei uns an Bord. Auf jeden Fall kam er aus dem Nichts, als Skipper einer anderen Yacht, in die Bucht von Las Palmas reingesegelt und so waren wir für ein paar Tage Nachbarn. Wir haben uns gefreut ihn wiederzutreffen und hatten ein paar lustige Abende an denen wir noch ein paar Insidertips für unsere Reise bekamen. Witzigerweise hatten wir sogar schon vor etlichen Jahren, als wir uns den Katamaran in Venezuela angeschaut hatten, mit Michael Funkkontakt, als die SY Iron Lady gerade irgendwo im Pazifik segelte. Die Welt ist doch so ein Dorf.

Auf dem Weg nach Teneriffa ankerten wir noch ein Nacht auf der Westseite von Gran Canaria versteckt hinter einer grossen Mole vor schroffer Felslandschaft. Nachts donnerten die Wellen auf das Riff, dass es einem unheimlich werden konnte.

Haben wir Wale oder Delphine gesehen? Wir werden es nie wissen. Die Flosse war dunkelschwarz, grösser und viel geschmeidiger gebogen als wir es sonst von Delphinen kennen. Es war ein herrlicher Segeltag, für uns zum ersten Mal mit richtig langen 4m hohen Ozeanwellen. Einfach toll.

TENERIFA - eine super schöne Insel, nach Lanzarote wirklich als Urlaubsziel zu empfehlen, sehr abwechslungsreich, tolle Küstenlandschaften, Schluchten, Eukalyptus- und Pinenwälder, Vulkanlandschaften, nette Städtchen - einfach alles da. Eine Gondelfahrt auf den Teide, Spaniens höchster Berg mit 3.800m, liessen wir uns nicht entgehen und die Autofahrt in das Bergdorf Masca machte Stefan, sowie Thomas riessen Spass. Die Kupplung glühte, war es doch eine kurvenreiche Fahrt im 1. oder 2. Gang.

BAJU bekommt den letzten Schliff, bevor es in abenteuerlichere Gefilde geht. Der neue Autopilot ist eingebaut, ein neues Netz ist gekauft und wird von Alex noch geliefert. Die Schwerter werden verbessert und die letzten Kleinigkeiten eingekauft, wie z.B. Wasabi und Sojasauce, sehr wichtig für Sushi (ja, ja, wir werden ab jetzt quasi täglich Fische fangen. Ihr werdet es alle sehen... ;-) Baby Baju bekommt eine Plane, damit die Wellen beim Segeln nicht einsteigen können usw.

Morgen geht es Richtung Gomera, wo wir ein paar Tage verbringen wollen. Mitte Dezember gehts zum Gästetausch wieder nach Tenerifa: Ramin´s und Dorsch´s gegen Alex, der mit uns auf die Kapverden segeln wird. Wie geil - 6h durchschlafen!!

 

 

 

 

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