Schöne Momente
 
 
 

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März 2009


West Indies
(Dominica, Gouadeloupe, Martinique, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadines)

 

März 2009:

31. März 2009, Palm Island, SVG, Karibik - von Stefan

Palm Island ist eine dieser Inseln, die an die Privatwirtschaft verkauft wurde und als Luxusressort genutzt wird. Immerhin darf man am Strand um die kleine Insel herumlaufen. So ankerten wir also vor dem open-air-dining-Saal, packten die Fotokamera in unseren roten wasserdichten Sack und schwammen hinüber, um vor den Augen der verduzt schauenden Ressortgästen unsere Wanderung zu beginnen.
Ein wenig enttäuscht waren wir von der Insel. An sehr vielen Ecken heruntergekommene Ferienhäuser, die uns arg an Dänemark erinnerten, halt nur vom Hurrikan gebeutelt. Dazu dann noch Zivilisationsmüll in den Ecken, wo die 'normalen Resortgäste' wohl nie hinkommen.
Nach einer Stunde war die Insel umrundet und da der Ankerplatz mässig geschützt war, verholten wir uns vor das Dörfchen 'Clifton' auf Union Island. Das Dörfchen ist sehr nett hergerichtet mit toll dekorierten Obst- und Gemüseständen, ein paar Tourishops mit einheimischen Klimm-Bimm und lokaler Atmosphäre. Nach tagelanger Einsamkeit und Selbstversorgung genossen wir mal wieder einen Bäcker und einen kleinen Supermarkt.
Die frische Dorade bruzelten wir zusammen auf der EILAND, die schon seit ein paar Tagen hier liegt.

Die Ankerbucht ist bemerkenswert. Von weitem sieht es so aus, als ob die Yachten auf offener See ankern, dabei dient ein dünner Streifen Riff, das permanent ein paar Zentimeter aus dem Wasser ragt als perfekter Wellenbrecher, so dass man herrlich geschützt liegt. Mit Blick auf das Meer, frischem Wind und dem Rauschen der brechenden Meeresdünung.

Auf dem Riff hat ein Freak sein eigenes kleines Eiland selbst erbaut, 3 Palmen drauf gepflanzt und es 'Happy Island' genannt. Darauf verkauft er nun kaltes Bier und macht auf Wunsch Lobster-BBQ.

30. März 2009, Tobago Cays, SVG, Karibik - von Stefan

Um das tolle Riff mit seinen kleinen Inseln von einer anderen Perspektive zu geniesen verlegten wir uns heute in den südlicheren Teil der Lagoone und erkundeten die unbewohnten Inseln um uns herum. Schiefe Palmen, schneeweisser Strand und türkisblaues Wasser - Postkartenidylle.

29. März 2009, Tobago Cays, SVG, Karibik - von Stefan

Unsere morgendliche Schnorchelrunde war der Megahammer. Ein Schwarm von mindestens 15 Stachelrochen schwebte majestätisch unter uns hindurch, wie eine Flugformation von Düsenjets. Wir beobachteten Schildkröten, wie sie in die Unterwasserwiese abgrasten und auf dem Rückweg spielten wir mit einem 'Nurse Shark' (Ammenhai), nur um die highlights zu erwähnen.
Alles sehr aufregend.

Am Abend treffen wir die 'American Dream Boys' auf ihrem Schiff. 3 US Jungs, die gerade das College hinter sich gebracht haben und nun für eine Saison die Karibik ersegeln. Der Onkel des Skippers hat es auch so gemacht und ihm vorgeschlagen, sein Schiff zu leihen, um es ihm nachzuahnen. Matt, Dave und Peter scheinen es zu geniessen. Für uns eine interessante Abwechslung mal andere Charaktere als die typischen Weltenbummler kennenzulernen.
Später am Abend erzählen uns die Dream Boys, dass sie sich für die 'Bequia Easter Regatta' angemeldet haben und noch 2 Regattagehilfen suchen. Da wir darüber nachdachten, dieses Grossevent der Granadien zu besuchen, sagten wir kurzentschlossen zu, auf ihrem Boot mitzusegeln. Das wird bestimt eine ganz grosse Gaudi.
Heike will sowieso ihre Erfahrung auf halben Schiffen erweitern, da sie immer noch nicht glaubt, dass man diese Gläserhalter wirklich braucht, wenn man segelt.

28. März 2009, Tobago Cays, SVG, Karibk - von Stefan

Ein tolles Gefühl mit dem Surfbrett durch die Lagoone zu flitzen und die dunklen Flecken unter einem hindurch rauschen zu sehen. Um manche Korallenblöcke muss man Salom fahren, da sie aus dem Wasser herausragen. Ein ganz neues Surfgefühl. Eigentlich so, wie man es sich immer gewünscht hat!
Als ich durch die Lagoone gerockt bin, hat Heike beim Schnorcheln auf einen Schlag 9 Schildkröten gesichtet. Der Hammer!

27. März 2009, Tobago Cays, SVG, Karibk - von Stefan

Wir sind dort, wo jeder einmal hin will!
Wir liegen quasi mitten im Atlantik hinter dem (horseshoe) Riff, an dem sich die Ozeanwellen brechen, im seichten Wasser bei ca. 1,5 Meter Wassertiefe. Das Wasser ist so türkis-blau, dass man meint, das hier Photoshop am Werk war. In der Ferne flattern ein paar Palmen im Wind. Hinter uns eine Mini-Insel, dessen Hügel spärlich bewachsen und natürlich unbewohnt ist.
Überall sieht man dunkle Flecken im Wasser, die Korallenblöcke, um die sich die Fische drängeln.
Die Kulisse ist genau so, wie man sich Bauwassersegeln, oder vielmehr -ankern, vostellt.

Das erste Erkundungsschnorcheln zum Aussenriff war der Hit: Überall grosse Rochen, Schulen von bunten Korallenfischen und in der Lagoone der Miniinsel so viele Schildkröten, wie wir seit dem Tauch-Hot-Spot Sipadan in Asien nicht mehr gesehen haben. Unbeschreiblich schön, die Meeresbewohner im Wasser zu beobachten, die, wie eine Herde Kühe, das Seegrass fressen.
Auf der Inseln entdeckten wir einen Haufen 'Iguanas' (so eine Art Chamäleon), die entweder im Gebüsch oder auf den Bäume hockten und uns beobachteten. Wir kamen uns vor wie auf Galapagos.

Adends verspeisten wir mit der PUKURI einen leckeren 'Kingfish', den wir auf der Fahrt hierher angelten. Dann frischte es ordentlich auf und wir hatten alle Hände voll zu tun, nach dem Fischmahl mit dem Dinghi zurück zu BAJU zu gelangen. Die Nacht ist hier wahnsinnig dunkel, da die nächsten Lichter der Zivilisation nur weit weit weg in der Ferne zu erkennen sind.
Wir schliefen beide etwas unruhig, da es ein bischen arg schaukelte.

26. März 2009, South Glossy Bay, Canouan , SVG, Karibk - von Stefan

Man kommt sich hier vor wie in Griechenland. Um einen herum nur toll geschützte Ankerplätze, einer schicker als der Andere. Das grösste PÜroblem ist hier, sich zu entsceiden. In den Grenadien ist keine dieser zahlreichen Inselchen mehr als einen Steinwurf voneinander entfernt. Sehr bequem.

Nach so viel Ankernachbarn haben wir erhofft, in dieser recht offenen Ankerbucht mal alleine zu sein, aber nach einer Stunde 'dies ist unsere Bucht Gefühl', gesellte sich ein anderer Katamaran zu uns. Trotz unendlich Platz natürlich 20 Meter neben uns. Dann machte es auch nichts mehr aus, dass nch eine weitere Stunde später noch 2 Kats dazukamen.
Im Ankerhandbuch ist diese Bucht durch Wellen als sehr unruhig beschrieben. Für Katamarane, die halt kaum schaukeln, egal.

Der Wind blies frisch den ganzen Abend, so dass wir genug Strom hatten, um mal wieder unser BAJU-CINE zu geniessen. Inklusive Popcorn.

24. März 2009, Bequia, St.Vincent and the Grenadien (SVG), Karibik - von Stefan

Geburtstagparty - Nicht so spektakulär wie Heike´s aber trotzdem sehr nett. Die PUKURI und die EILAND waren zu Gast auf der BAJU. Mit Tapas, Geburtstagskuchen und ner Menge Rumpuntsch feierten wir vorne im Netz. Heike & ich liessen den Abend dann in einer sehr schicken Beach-Bar, dessen Karibik-Musik sowieso über die Ankerbucht schallte, ausklingen.

Bequia ist eine kleine Insel südlich von St.Vincent, wo quasi jeder Karibiksegler einmal vorbeikommt. So ein richtiger Segler-Hang-Out-Platz, wo manche die halbe Saison verbringen. Grosse, geschützte und toll gelegene Ankerbucht mit 'ner Menge Bars am Land und  alle Infrakturtur, die man als Fahrtensegler so braucht. Dazu oder gerade deswegen haben sich viele Weisse hier niedergelassen, was man an jeder Ecke zu spüren bekommt. Schilder, die darauf hinweisen, den Müll nicht einfach wegzuschmeissen, Baquette und Kaffee mit aufgeschäumter Milch an jeder Ecke und toll gelegene Häuser mit sehr gepflegten Grundstücken, in denen die Blumen blühen. Wie daheim halt, nur im tropischen Klima mit kristallklarem Wasser.

Wir erwandern die gesamte Insel am Tag darauf und können nachvollziehen, warum sich hier so viele Ex-Segler niederlassen. Allerdings fanden wir die Einheimischen nicht ansatzweise so freundlich, wie wir es gewohnt waren und auch die Preise hatten es hier in sich. Dazu war uns die Bucht doch ein wenig zu voll, so dass wir uns tags drauf weiter machen.

23. März 2009, Vieux Fort, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Meine Geburtstagparty ist auf Bequia, einer kleinen Insel, die zu 'St.Vincent and the Grenadien' gehört, geplant und ein paar Yachten warten schon auf uns. So seglen wir die 50 Seemeilen bei gemütlicher Brise vor St. Vincent entlang und geniesen den Anblick der Insel, die wir zuerst auslassen und später entdecken werden.

Der ersetzte Autopilot schnurrt vor sich hin und so haben wir Freizeit. Wir beobachten die Fischleinen, da wir Hunger auf frischen Fisch haben. Schau'n wa mal....

22. März 2009, Vieux Fort, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Auf dem Weg zum Kitespot wurden wir heute vom freundlichen Hafenoffiziellen gefragt, warum alle Segler denn Teva-Sandalen tragen. Zuerst dachten wir uns nichts bei der Frage, realisierten dann aber, das der Beamte verdammt Recht hat. Kanadische Seglerkollegen, die auch kiten, hatten, so wie wir, die Dinger an den Füssen und nach kurzem Nachdenken konnten wir zustimmen, dass wirklich alle Segler, nach Aussage des Beamten sogar die der Luxusschiffe, diese Praktischlatschen trugen.

Verduzt standen wir da. Nun, wie beantwortet man solch' eine Frage? Segler haben nicht mehr Schuhe an Bord und die Sandalen sind ja so praktisch? Segler bekommen immer nasse Füsse? Segler sind so viel zu Fuss unterwegs, dass man in der tropischen Hitze bequeme Schuhe braucht? Wie auf immer, wir fanden die Frage berechtigt und sehr sehr lustig.

Den Abend verbrachten wir in gemütlicher Runde mit den Kanadiern vom Schiff 'EXCUSE ME' auf BAJU und schmiedeten Pläne gemeinsam die besten Kitespots im Süden der Karibik auszuchecken.

21. März 2009, Vieux Fort, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Heute war windtechnisch nicht allviel anzufangen, ausser kühles Bier zu trinken und im Schatten der Palmen unser neues Material zu bewundern. Der high-light des Tages war eine Wakeboardsession mit der RENAISANCE, die ein Dinghi mit starkem Ausserborder haben. So flitzten wir bei Sonneruntergang mit dem Kitebrett über die Bucht, um unsere Energie abzubauen. Ein Höllenspass, nicht nur das wakeboardriden, sondern auch bei 40km/h im Dinghi zu hocken und über das Wasser zu rocken.

20. März 2009, Vieux Fort, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Der Kite- und Windsurfspot ist wahrlich der Hammer. Ein irre lange Sandstrand, menschenleer mit keinerlei Bebauung und kleinen Bäumen und Palmen. Dazu nicht allzu grosse Welle, da sich am Riff vor der Bucht die Dünung bricht und eine kleine Insel inmitten der Bucht, so dass das alles auch noch landschaftlich toll aussieht.

Die Station 'The Reef' mit Beach Bar ist extrem locker und die Besitzer, Lehrer und Gäste super freundlich, so dass man sich sofort wie daheim fühlt. Endlich einmal verbringe ich mal wieder eine gute Kitesession auf dem Wasser bis der Wind nachlässt. Mit Kitelehrer Frank palavern wir über die Vorzüge der neunen Kites und zücken nach kurzer Zeit unsere Kreditkarte, um zwei 2009'er Kites (10 und 12 m2), die fast neu sind, zu kaufen.
Na ja, so schnell ging es nun doch nicht. Wir diskutiertendas Thema 'neue Kites' schon länger und wir hatten gelesen, das man bei 'The Reef' günstig gutes Gebrauchtmaterial kaufen kann.

Heike war drauf und dran ein paar Stunden Kiteunterricht zu nehmen, aber der Wind war fau und auf die nächsten Tage nichts stärkeres vorhergesagt.

19. März 2009, Vieux Fort, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Heute ging es in die südlichste Ankerbucht von St.Lucia - Vieux Fort. Gerade vor dem Anker-auf Manöver erhalten wir eine SMS von Barbette, die mit ihrere Chartercrew die Nacht kurz hinter uns geankert hat. Das Wassertaxi für die Besichtigung der Wasserfälle ist für sie diesen morgen schon gebucht und da ihr Urlaub dem Ende entgegen geht, dürfen die weiter zum Ausgangshafen Martinique segeln. So müssen wir uns nur mit einem kurzen Unterhaltung über UKW-Funk zufrieden geben und  verabschieden uns voneinander.

Der kurze Schlag in den Süden der Insel ist wie erwartet anstregend, da Wind und Welle fast von vorne kommen. Kreuzen (gegen den Wind segeln) - wie lange haben wir das nicht mehr gemacht. Wir wollen aber unbedingt an die Südspitze St.Lucia's, da sich dort einer der bekanntesten Kitespots der südlichen Karibik befindet. Der Anker fällt vor der Stadt 'Vieux Fort', dem industriellen Center der Insel.

Hier erinnert nichts mehr an die Luxus- und Kreuzfahrttouristen, die mit dem Bus von Attraktion zu Attraktion gekarrt werden. Die Kreuzfahrer ankern nicht neben uns, sondern schippern weit draussen auf See an uns vorbei. Hier pulsiert das echte Leben. An der grossen Pier wird die Ladung der Containerschiffe gelöscht und im Fischerreihafen der Fang ausgeladen. Die freundlichen Lokals, die den Fang wie am Fliessband verarbeiteten, erklären uns, das alle Fische auf der Insel verkauft werden. Meist an die Luxusressorts, die es auf St.Lucia zu hauf gibt. Wir schlendern durch den Ort mit seinem geschäfltichen Treiben und geniessen es keine Touristen zu sehen.

Heike entdeckt glücklicherweise einen Schuster am Wegesrand. Wie sich herausstellt ein echter Profi. Da sich bei all unseren (quasi neuen) Teva-Sandalen die Sohlen abgelösst haben und kleben nicht hält, wird der Schuhmacher beauftragt, eine grosse Tüte mit unseren Sandalen zu nähen. Tags drauf können wir das Resultat bewundern und sind überzeugt, das frisch geklebt und anschliessend profimässig genäht, die Dinger nun lange halten werden. Selbst meine alten Joggingschuhe wurden generalüberholtund das alles für umgerechnet 16,- Euro. Wir gaben dem freundlichen Schuster, der seine Arbeit sehr genau genommen hat, gerne 20,- und waren alle happy. Ein schönes Gefühl. 'Damals' wären alle Schuhe bestimmt auf dem Müll gelandet.

18. März 2009, Ankern zwischen den Pitons, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Günther-II ist ersetzt. Gestern sind wir mit dem Bus durch die Ganze Inseln nach Norden zur Rodney Bay gefahren, um Günther, der uns ja auf dem Atlantik um die Ohren geflogen ist, als Garantiefall abzuholen. Nach 5 Tagen hat Raymarine uns den defekten Autopiloten anstandslos ersetzt. Respekt. Ein Grund für die reibungslose Abwicklung war sicherlich auch, dass wir den neune Piloten bei der gleichen Firma bestellt haben.
Heute haben wir uns um die Ecke verlegt und liegen nun an einer Mooring (Ankerboje) direkt zwischen den Pitons. Sehr beeindruckende Kulisse.
Das Tal zwischen den steilen Hügeln ist ein Luxus-Resort der 1000,-US$ plus Kategorie pro Tag und Nase. Die Anlage ist so geschickt angelegt, dass man kaum eine Behausung durch den Dschungel erkennen kann. Der künstliche Sandstrand ist so weiss, dass man sogar mit Sonnebrille die Augen kaum auf bekommt, so glitzert die Sonne. Unter den stilvollen Palmenschirmen tummeln sich reichen Amis und am Strand werden mit Schnellbooten die Tagestouristen herangekarrt.
Mit Schwimmwesten um den Hals geschnallt paddeln dann Heerscharen von meist Fettleibigen wie Kaulquappen kurz vor der Mutation zur Köte unbehelflich durchs Wasser. Die Fische müssen sich bei dem Anblick kaputt lachen. Mmmmh, wir gestehen, wir taten's...
Wir geniessen die Süßwasserdusche am Strand und sind froh, mit BAJU ein wenig Abstand zu diesem Getrummel zu haben. Hier kann man wieder den Sundowner richtig geniessen. Wenn der Feuerball im Meer versinkt und die Pitons in zauberhaftes Rotlicht wirft. Zeit zum geniessen....

15.März 2009, Soufriere, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Mit 7 Leuten (Christine mit Mutter und Hannes von der PUKURI und Tanja und Oren von der RENATA) brachen wir heute auf, den ‚Petit Piton’, den etwas kleineren aber sehr sehr steilen Vulkanberg, zu erklimmen.
Nach 3 Stunden kamen wir tatsächlich auf den 2800 feet hohen Berg an. Häufig mussten wir uns auf allen Vieren fortbewegen und uns an den Baumwurzeln und Felsen festhalten. An den Stellen, wo durch nackte Felsen kein natürlicher Halt zu finden war, hingen Seile herab, mit deren Hilfe man empor klettern musste. Ganz schön abenteuerlich, aber nie wirklich gefährlich.
Belohnt wurden wir mit bombastischer Aussicht auf die Bucht, in der BAJU gross wie ein Stecknadelkopf quasi unter uns vor Anker lag, auf den anderen Piton und gesamt St.Lucia. Sogar St.Vincent und Martinique konnte man in der Ferne erkennen.
Trotz großem Respekt vor dem Abstieg kamen wir alle heile wieder unten an. Neben Muskelkater und ein paar Schürfwunden wird uns dieser tolle Tag noch lange in Erinnerung bleiben. Fotos folgen.

13. März 2009, Soufriere, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Nachdem wir alle wichtigen Schiffserledigungen hinter uns gebracht haben und noch einmal einkaufen gefahren sind (mit dem Dinghi direkt vor den Supermarkt – wie praktisch), ging es weiter in den Süden von St. Lucia, der landschaftlich der Reizvollste ist.
Wir liegen hier mit einer Heckleine an einer Palme angebunden im ‚Marine Park’, praktisch unter einem der mächtigen der Pitons, St.Lucia’s Wahrzeichen. Nach dem Arbeitsstop in der Rodney Bay stimmt hier alles: Klares, warmes Wasser, die Wellen plätschern an den Steinstrand und von unserer Terrasse blicken wir auf die  grüne Wand des Dschungels.
Ich schief die erste Nacht gleich in der Hängematte. Der Vollmond beleuchtete den Vulkanhügel, das Wellenrauschen und die Dschungelgeräusche ebneten das Talder Träume und das leichte hin und her schaukelte mich in den Schlaf. Welch’ süße Nacht.
Das Örtchen Soufriere ist sehr relaxed, ganz anders als die busy-busy Rodney Bay oder die Hauptstadt Castries. Die Leute sind sehr viel freundlicher. Die viele Rastans, die hier ihre Joints kette rauchen, erinnern uns stark an Dominika. Wenn eine Superyacht an der kleinen Pier festmacht, könnte der Konstrast kaum grösser sein.

12. März 2009, Rodney Bay, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Wandertag – Per Autostop fahren wir an die Norostküste von St.Lucia, um diesen Küstenstreifen, der laut Touribuch sehr zum wandern geeignet ist, zu entdecken.
Den Daumen halten wir hier in der Karibik übringens immer häufiger heraus, um uns am Land vorzubewegen. Zum Einen fahren die Busse meist nur sehr unregelmässig die Hauptstrassen entlang, zum Anderen ist es immer ein nettes Erlebnis, mit den Lokals ein Schwätzchen zu halten oder hinten auf dem Pick-up sich den Wind um die Ohren blasen zu lassen. Mitgenommen werden wir fast immer sehr flott. Je kleiner die Strasse desto besser.
Die Wanderung an der stroffen Küste ist fantastisch. Felsen, an denen die Wellen explodieren welchseln sich mit Sandstränden ab, an denen die Palmen bis an Wasser ragen. Die Landschaft erinnert ein wenig an Dänemark – Büsche, Gräser und kleine Bäume, die vom Passat krummgeblasen sind. Dazu sind wir fast immer alleine, nur mal ein kleines Ressort lässt ein paar Ami-Urlauber am Strand hocken.
Leider wird es mit dieser Idylle bald vorbei sein. Schon im Hinterland liegt der Golfplatz mit ein paar Hotelanlagen. Die Bagger arbeiten sich Stück für Stück zur Küste vor, wo weiße Pflöcke die verkauften Parzellen markieren. Bald wird hier eine Villa neben der anderen stehen und Golfurlauber ihren Bierbauch in der Sonne braten. Zurück zu unserer geschützten Bucht im Westen nehmen uns zwei Australier mit. Beide machen Geschäfte hier - mit Immobilien.
So nagt der Zahn der Zeit an so manchen prächtigen Orten und ist wohl der Lauf der Dinge, den man nicht aufhalten kann. Solange noch andere Plätzchen zu langen einsamen Wanderungen einladen, ist das auch ok so.

9.März 2009, Rodney Bay, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Der Autopilot ist gekauft. Nach 2 Tagen hin-und-her scheint die richtige Entscheidung getroffen zu sein und der Neue bestellt. 3-4 Wochen Lieferzeit - huuiii. Den Neuen (zu klein dimensionierter) Günther, der uns ja im Atlantik um die Ohren geflogen ist, bekommen wir als Garantiefall kostenlos ersetzt, sogar noch diese Woche. Somit müssen wir die nächsten 4 Wochen nicht selber steuern, was doch arg nervig ist.
Bis Günther II kommt, werden wir uns noch auf St. Lucia aufhalten, um diese Karibikinsel zu entdecken. Einige high-lights stehen noch auf dem Programm.

Gestern haben wir meine alte Grundschulfreundin und Marschbekanntschaft, Barbette Reiken, getroffen. Ist doch verrückt. Da sieht man sich Jahre nicht und trifft sich dann, nach ein paar Mails hin-und-her, quasi zufällig in der Karibik. Sie chartert hier mit Freund und 7 anderen Bekannten für 2 Wochen eine fette Yacht.
Grosses Juhuu und ein sehr netter Abend in der Hafenbar mit vielen Neuigkeiten folgen: "Ach, Nicole hat 50 Fakeln verkauft und Franzi schon ein Kind...."
Da die Chartercrew natürlich ein straffes Program durchzieht und somit um Lichtjahre schneller reist als wir, wird am nächsten Morgen nach dem Einkaufen zur Abfahrt geläutet. So schaffen wir es leider nicht, ihnen unser Heim vorzustellen. Wir hoffen sie auf deren Rückweg noch einmal zu treffen, um dies nachzuholen.

Sonst vergehen die Tage mit moderatem Touriprogram, Mach- und Kauflisten aktualisieren und Kaffeetratsch mit befreundeten Seglern, die alle hier in dieser bekannten Seglerbucht ankern.

4.März 2009, Rodney Bay, St.Lucia, Karibik - von Stefan

"Au revoir Francaise" - "Hello English" - so schnell kann's gehen.
Um die Insel St. Lucia lieferten sich die Franzosen und Engländer erbitterte Kämpfe. Die Engländer hatten dann aber die Oberhand, was man deutlich auf diesem Eiland erkennt: man fährt links, quasi alle Strassennamen sind Englisch und im Supermarkt hat man vor lauter oz, lbs, feet und sonst was keine Ahnung, wieviel was kostet. Aber was soll's - neue Insel, neue Sitten.
In der Rodney Bay im Norden der Insel, in der wir nach einem vollen Tag segeln (per Hand!!) ankommen, liegen wie erwartet ein Riesenrudel Yachten. So auch mal wieder ein paar Freunde, die wir lange nicht mehr gesehen haben. So z.B. die PUKURI, mit denen wir die letzten Monate, die wir getrennt waren, durch diskutieren. Ward ihr dort?, wie fandet ihr dies?, wie hoch waren die Wellen bei Euch?... Es ist schon immer interessant, Freunde, die man länger nicht gesehen hat, aber quasi die gleiche Routen hatten, wieder zu treffen und Erlebtes auszutauschen.

Die Rodney Bay soll ein Arbeits- bzw. Schiffsausrüstungsstop für uns werden. Die letzten 3 Monate haben wir am Schiff nur das Nötigste gemacht und so ist die Mach- und vor allem die Kaufliste fett angewachsen. Ausser den Autopiloten grösstenteils keine hohe Priorität und teils nur Kleinkram, der aber erfahrungsgemäß viel kräftezehrender beschafft werden kann, als die grossen Dinge.

Nach langem Dinghiweg kommt man von der äußeren Bucht, in der wir liegen, in der inneren Lagoon an, in dem ein Yachthafen und neuerdings auch Anlegeboxen für Superyachten angeboten wird. Nach so langer Zeit idylischem Buchtenankern ist dies doch eine ganze schöne Umstellung für uns. Wir kommen uns vor, wie in einem amerikanischen Outlet Center, wo das Servicepersonal den Autos die Parkplätze zuweist.
Ein echter Supermarkt! Wer hätte gedacht, wie man sich freut endlich mal wieder durch einen echten Supermarkt, mit Tiefkühltruhen, langen geordneten Gängen und schick präsentierten Waren, zu latschen. Es gibt eigentlich alles zu kaufen (oh, welch' Umstellung), allerdings sind die Preise für viele Produkte ganz schön happig. Salat, Butterkäse und Rindfleisch sind bezahlbar und wir freuen uns, seit den Kanaren endlich mal wieder in einer geordneten Schlange an der Kasse zu stehen - wie daheim. Nur teuerer halt, aber dafür sieht man draussen die Palmenwedel :-)

3.März 2009, St.Pierre, Martinique, Karibik - von Stefan

Der Streik ist auf Martinique immer noch in vollen Gange. Heute ist die Yogurt- und Colalieferung angekommen. Quasi jeder Bewohner St. Pierres trug ein grosses Packet Yogurt, Cola oder beides mit sich herum. Es ist sicher anstregend in solchen Verhältnissen nach wochenlangen Streiks einen halbwegs normalen Alltag zu verbringen, aber witzig sah es schon aus, so viele Colaflaschen herumgetragen zu sehen.
Der erste (etwas negative) Eindruck von gestern muss relativiert werden. Heute machten wir eine wunderschöne, sehr lange und ermüdende Wanderung. Von unserer Ankerbucht ging es fast 2 Stunden die Hügel hinauf, vorbei an gepflegten und stilvollen Häusern mit tollem Blick über die satt grünen Hänge. Ziel war heute der Wasserlauf 'Canal de Beauregard´, der von Sklaven gebaut, den trockeneren und stark besiedelten Westen mit Regenwasser vom feuchten Osten versorgen sollte. Damals lebensnotwendig, heute eine tolle Touristenattraktion immer am Wasserlauf entlang durch den Dschungel, teils mit atemberaubenden Bergklippen nach unten und oben und Ausblicken in die tief eingeschnittenen Täler. Fast alleine waren wir den 2-stündigen Marsch unterwegs, der bei einem idylischen Restaurant in perfekter Lage an einem Fluss gelegen endeten. Nach halber Strecke zurück nah uns zum Glück ein junges kanadische Pärchen, die hier auf Martinique für ein paar Monate jobben, im Auto mit zurück nach Haus'.

Sicher ist der nördliche Teil der Insel landschaftlich der reizvollere, aber was wir heute erwanderten war ganz grosse Klasse. Trotzdem werden wir morgen aufbrechen, da der Streik doch arg nervt und wir unser Autopilotenprojekt nachgehen wollen. Also auf nach St. Lucia.

3. März, St. Pierre, Martinique, Karibik - von Stefan (

Nach 15 Minuten Schlagestehen in der einzig geöffneten Bäckerei, konnten wir heut' morgen tatsächlich unser sehnsüchtig erwartetes Baquette kaufen und auch gleich eins für die EILAND, die mit uns nach Martinique gesegelt ist.

Heute schwangen wir uns endlich wieder einmal auf unsere Räder (Dominica war wegen der vielen Berge ja rad-technisch nicht zu gebrauchen), um die Nordspitze Martiniques zu erkunden. Das Ziel war am Ende der ermüdeten Radtour ein schwarzer Sandstrand toll zwischen Felsen gelegen, an dem sich die Meeresdünung brach. Das Nickerchen unter den Palmen war Kategorie 'Tiefenentspannung' - super!

Was wir ausser den Traumstrand bis jetzt sahen, hat uns aber nicht umgehauen. Viel Zivilisationsschäden, Bauruinen, Müll und demgegenüber wenig Charme oder Natur. Aber es ist ein wenig früh zum urteilen. Morgen wollen wir, wenns irgendwie klappt, den Vulkan 'Mt.Pelee' besteigen, der 1902 durch einen Ausbruch alle 30.000 Einwohner der damaligen Hauptstadt St. Pierre unter sich begrub.

2. März, St. Pierre, Martinique, Karibik - von Stefan

Willkommen in der EU. Es ist schon ein wenig komisch. Da segeln wir tausende von Meilen über den Ozean, verbringen einem Monat mit Rasta 'What's up, man' freaks, um dann nach einem kurzn Segelschlag mit Euro zu zahlen und uns in der EU wieder zu finden.
Allerdings erinnert uns hier nicht allzuviel an die EU: Einklarieren können wir nicht, da das Internetcafe, an das Zoll und Immigration outgesourced ist, geschlossen hat. Die Supermärkte sind entweder zu oder fast wie leer gefegt. Der Müll stapelt sich in den Ecken und die Tankstellen haben kein Benzin. Baquette war auch keines zu bekommen! Soll das die EU sein?

Aber wir wussten es ja: Auf Martinique wir seit 4 Wochen gestreikt - Franzosen halt.
Deswegen werden wir auch ausser diesen Touri-Stopp im Norden der Insel keine weitere Bucht anlaufen, sondern gleich hinunter nach St. Lucia schippern.
Da Heike von Martinique Mitte April nach Hause fliegt, werden wir sowieso wiederkommen. Dann hoffentlich ohne Streik.

1. März, Roseau, Dominica, Karibik - von Stefan

Nach prächtigem Abschiedslagerfeuer unter unserem Lieblingsbaum am Strand sollte es heute in den Norden von Martinique gehen. Der flaue Wind hinter der berigen Insel verhinderte aber flottes Vorankommen, grad' so als wollte uns die Grüne-Wilde noch nicht loslassen.
Also ankerten wir noch eine Nacht vor der Hauptstadt Roseau im Süden der Insel und grillten Thunfisch, den wir beim Stadtbummel fangfrisch erstanden.

 

 

 

 

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