Schöne Momente
 
 
 

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April 2009

Karibik -
West Indies

St. Vincent und die Grenadienen, Martinique

 

April 2009:

30. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Das (Trampolin-)Netz (well, eine Seite) ist fertig! 2,5 Tage hab ich gebraucht, um das neue Meganetz zuzuschneiden, an die Befestigungen zu nähen und es mit Spannung anzubringen. Aber der Fleiss hat sich gelohnt. Keine nervigen Knoten, die beim auf-dem-Netz-laufen schmerzen. Auch ist das Neue glatt gespannt, dass man sogar seine Yoga-Turnübungen darauf machen kann. Darauf zu liegen ist sowieso der Oberhammer.
Kleines 'special feature': Da das Netz schwarz ist, kann man es bei Dunkelheit eigentlich nicht erkennen und man denkt, man tritt ins Nichts. Wir haben jetzt sogar ein 'BAJU Täusch-die-Sinne Park'.

Da es so ein Spass gemacht hat das Netz fertigzustellen, werde ich die andere Seite der Heike überlassen ...  ;-)

In all dem Freudentaumel über das neue Netz holte mich schnell wieder die Realität ein.

Zollkontrolle!

Ach ja, wir sind ja in Frankreich. Die Franzosen sind auf dem Wasser für ihre strikten Vorschriften, die sie auch kontrollieren und durchsetzen, bekannt. Viele Segler meiden deswegen sogar französosche Reviere und Franzosen fahren häufig unter nicht-französischer Flagge, um all den Vorschriften zu entkommen.
Das Riesenschlauchboot mit 8 Mann (!) Besatzung machte neben BAJU fest. Papiere, Pass, Waffen, Drogen, sonsitige zollpflichtige Ware,... das übliche BlaBla woher, wohin,.... da liegt die riesen Ankerbucht voller Segler und ausgerechnet mich müssen die checken!
2 Zollbeamte kamen an Bord, um alles genauer unter die Lupe zu nehmen.

Um von deren Sichtweise die Lage einzuschätzen: Grosses Schiff, junger brau-gebrannter Typ, alleine an Bord,... muss Drogendealer oder Waffenschieber sein, den Katamaran geklaut haben oder unerlaubt Charterbusiness machen. Oder halt alles zusammen. Auf alle Fälle war ich schuldig.

Die Beamten waren sichtlich interessiert an BAJU und ich werde wohl nie herausfinden, ob all die Fragen und deren Interesse nur daher rührt, herauszufinden, ob ich das Schiff kenne und so die gesamte Geschichte für sie Sinn ergab oder sie BAJU einfach spannend fanden. Die Zöllner waren auf alle Fälle starkt beeindruckt von unserer BAJU. "Oooh, very strong boat".

Es ging in der einstündigen(!!) Schiffsinspektion hauptsächlich, so hatte ich den Eindruck, darum einzuschätzen, ob irgendetwas faul an meiner Geschichte war und wir mit ihrendwas illegalem Geld verdienen oder verdient haben. Wie lange sind wir schon unterwegs (woher haben wir die Kohle?), wie lange planen wir noch (wie verdienen wir Kohle?), wo kommen wir her (Schmuggel?), wo wollen wir hin (Mehrwertsteuer?), ein paar Spässchen über Geld, Alkehol und Frauen (wie tickt mein Wertesystem?) ... alles halt versteckt in dem allgemeinen Smalltalkgewätz. Man soll ja schlieslich vergessen, dass man mit einem Zollbeamten plaudert.
Ich war überraschender Weise die ganze Zeit recht cool und natürlich, so dass kaum Grund bestand, ins letzte Loch zu kriechen, worauf auch keiner so recht Lust hatte. So haben die Jungs dann wohl langsam gemerkt, dass ich vielleicht doch unschuldig war.

Nachdem es schon dunkel geworden ist, verabschiedeten sich die Beamten, wie immer freundlich, und ich war froh die Bande von Bord zu haben. Ich kann mir nicht helfen, aber wenn fremde Leute mit fetter Kanone im Halfter unser persönliches Heim durchkramen und versuchen durch geschicktes Fragenspiel herauszubekommen, ob nach deren Verständnis 'alles in Ordnung' sei, ist das unangenehm. Es geht hier ja nicht um Containerware oder Firmenmachenschaften, sondern um Persönliches. Ich lasse mich hier nicht näher aus, aber mir fällt es schwer Motivation für so ein Job zu finden.

Wie mir ein Nachbarboot später mitteilte, fotografierte ein Beamte an Deck wie wild herum, während ich mit den Anderen unter Deck der Inspektion nachging. Hier werde ich mich nächstes Mal, das hoffentlich nicht so bald sein wird, anderes verhalten und vor der Untersuchung klären, wie das ablaufen wird, gerade wenn man alleine an Bord ist. Sonst hat man schnell mal ein Tütchen Schmuggelware im Ankerkasten, was dann ja sicherlich ausserdinstlich geklärt werden kann. So hoffentlich nicht in Frankreich aber vielleicht in einem anderem Land, in dem die Beamten nicht so zuverlässig und rechtstreu sind.

Sehen wir das Positive an der Geschichte: Hier konnte man im Rechtsstaat so eine Untersuchung schon mal "üben" und immer wenn das Zoolboot die nächsten Tage vorbeituckert, werd ich freundlich winken.

29. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Zweiter Netzbautag - Nachdem ich schon gestern den ganzen Tag beschäftigt war, das Neue zu konstruieren, zuzuschneiden und anzuhähen, ging es heute allen Eifers weiter.
Ich hatte schon immer Respekt vor Fischern, jetzt aber noch mehr. Wie man sich freuen kann, eine 2 Meter Bahn Knoten fertig geknotet zu haben. Meine Finger schmerzten noch vom gestrigen Knotentag und waren hier und da aufgerissen. Da hat die Erfindung des automatischen Webstuhls gleich eine ganz andere Bedeutung!

Das Megahighlight des Tages: Ich habe mit einer bisher nie dagewesenen Übertragungsrate gefunkt. Mails empfangen habe ich mit sagenhaften 10KB pro Minute und das durch die blose Atmosphäre. Waaauuuuwwwww... Das ist so, als führte bei Euch daheim die Datenautobahn quasi mitten durch's Wohnzimmer. Selbst Bill Gates hat das (vor 25 Jahren) nicht schneller geschafft.

28. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Jeden Tag wird es tropischer. Es fällt mittlerweile fast mehrmals täglich ein heftiger Schauer vom Himmel - wolkenbruchartig. Den Wassermacher werd ich wohl bald konservieren, bei so viel Wasser, was täglich vom Himmel fällt. Und durch unsere geniale Regenauffangkonstruktion fliesst das kostbare Nass direkt in unsere Tanks.

He, mal ehrlich, wer kann bei Euch daheim schon mit gutem Gewissen bei laufendem Wasserhahn das Geschirr spülen?

27. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Mit dem geliehenen Auto meiner Freunde bin ich heut in die Hauptstadt von Martinique, 'Fort de France', gedüst, um einen Rieseneimer Unterwasserfarbe abzuholen, den wir dort am günstigsten angeboten bekamen. Mensch, wie lange bin ich kein Auto mehr gefahren. Ich glaub das letzte Mal vor einem halben Jahr (!). Ist aber wohl so wie Fahrrad-fahren (was ich zur Zeit deutlich öfter mache), man verlernt es nie.

26. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Mit dem Radel kämpfte ich mich bergauf und -ab zum Badestrand 'Salines', der zum Schönsten auf ganz Martinique gehören soll. Nicht zufällig wollte ich mir das sonntags anschauen, wenn sicherlich viele Einheimische dort sein würden.

Und tatsächlich, es offenbarte sich eine toll gelegene Bucht mit einem riesig Sandstrand. Das Tollste waren die Palmen und Bäume von dem der weisse Strand gesäumt war. Dort lagen die Leute in der Hängematte, Grossfamilien machten ausgiebig Picknick im Schatten und Gruppen zelebrieten BBQ Parties mit Musik und kaltem Bier. Kinder tollten im Wasser oder bauten Sandburgen. Hier und da eine kleine Bar unauffällig in den Büschen, an der man Snacks oder was kühles zu Trinken bekam.
Wochenende-Strand-Atmosphäre, wir wir sie uns wohl alle wünschen. Nicht zur 3 Mal im Jahr.

Ist schon toll, in Europa zu wohnen und arbeiten und dann quasi so was jedes Wochenende unternehmen zu können.
Karibische 'Hetlinger Schanze' sozusagen ....

25. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Da lieg' ich keine 2 Tage hier 'alleine' in der Bucht und schon hab ich Besuch von 'Lokals'. Heute Nachmittag kam Manu mit seiner Freundin vorbei.
Manu ist Eingner und Skipper des Schiffes, das wir auf Bequia getroffen und mit dessen Mannschaft wird ordentlich gefeiert haben. Wie ich in einer französisch sprachigen Yachtzeitschrift herausbekommen habe, hat seine Schiff in der 'Surprise-Klasse' die letzten 2 Jahre alles an Regatten gewonnen, was die Karibik so zu bieten hat.
Wie mir Manu dann erzählte, wurde ihm das zu langweilig und er kaufte ein weiteres Boot dieser Klasse in Frankreich, segelte es nach Martinique, wo er das alte Schiff in Schuss brachte. Er trieb eine weitere Crew (und Sponsor) auf und nun hat er wenigstens (selbst gemachte) Konkurrenz und das racen macht wieder Spass. Dies' Jahr ersegelte seine 'CLIPPERS SHIP' Platz 1, Platz 2 ersegelte sein neu erworbenes Schiff 'ONLY'.
Kurzum, ich bin hier von echten Regattaprofies und Segelgurus umgeben.

Das Manu an Bord war traf sich eigentlich ganz gut, denn ich hatte noch einige Fragen zu Veränderungen am Rigg, die wir vor hatte. Es musste die Möglichkeit her, eine kleines Vorsegel zu fahren, um nicht, gerade bei starkem Wind, die Genua benutzen zu müssen. Ausserdem stand das Thema Passatbeseglung (2'tes Vorsegel, eins auf jeder Seite) noch auf unserer Wunsch-Änderungs-Liste aus den Erfahrungen der Atlantiküberquerung.

Fragt ihr Euch manchmal, wieviel Listen man so herumliegen hat? Ja, ich mich auch ....

Manu hatte auf alle Fälle ein paar super Tipps auf Lager und bot auch gleich seine Hilfe an, z.B. Leinen zu speissen, was für das Geplante nötig war.

Manu und seine Freundin leben übrigens mit ein paar anderen Leuten in einem Haus direkt am Wasser an der Ostküste. Muss ziemlich geil sein, hab ich im Gefühl. Man kann zwischen Riffen direkt vor dem Haus ankern, was wir auch jeden Fall auch machen werden, wen Heike wieder da ist.
Ich hab noch nicht ganz herausbekommen, wer da noch alles wohnt, aber es scheint eine witzig-offene Truppe zu sein.
Am Abend rief er mich an, um mir mitzuteilen, dass ich das Auto von 'Elodie', die auch in dem Haus wohnt und in Le Marin beim Segelmacher arbeitet, tagsüber ausleihen kann. 'Es steht den ganzen Tag ja sowieso nur dort herum', sagte er.

Das Angebot kam mir ehrlich gesagt ziemlich gelegen, da ich kommenden Montag 25 Liter Farbe (für den neuen Unterwasseranstrich) in Fort de France abzuholen hatte, was mit dem Bus sicherlich recht anstrengend würde. Ausserdem verabredeten wir uns für Montag in der Werft, in der er zur Zeit arbeitete, um mich in Bekanntschaft mit einem Schweisser zu bringen. Unsere 'Schweiss-Liste' (ja, ja, die Listen) war mittlerweile angewachsen und es lohnte sich die Schweissprojekte in Angriff zu nehmen.
Ich einem der nächsten Lobucheinträge werde ich mal für Interessierte die Mach-Liste veröffentlichen.

Da Samstagabend ja Party-time ist und die Musik der Wochenendcamper vom Stand herüberdröhnte, habe ich bis spät in den Abend hinein eine private "Angelköderbauparty" mit lauter Musik aus der BUM-BUM-BOX veranstaltet. Eine wilde Fete bei der die Gummischläuche, Angelhaken und Stahlvorfächer nur so rockten und meine Partymusik sicherlich bis St.Lucia zu hören war ....

24. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Trotzdem Sabine von der CAYENNE unter Vitamin-A Überschuss (vom Feiern den Abend davor) litt, war sie heut morgen am Funkgerät, um mir, dem einsamen Ankerlieger, schon 500 Wörter vor dem Frühstück abzunehmen. Hey Sabine, das war scho' arg lieb von dir!
In Le Marin gab mir Nicolas dann noch eine Martinique-SIM-Karte, so dass ich jetzt lokal herum telefonieren kann und vor allem kein Roaming bezahlen mus, wenn mich jemand anruft.
Über 'skpye' kostet das z.B. 'nur' 24,- Cent/min, also ...ANRUFEN....  :-)   +569 696 34 7890

Einige Projekte brachte ich durch Gespräche mit Yachtläden weiter, aber wie es halt so ist, jeder sagt was anderes.

23. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Nach flotter Dinghiüberfahrt nach Le Marin gaben wir unsere gerissene Genua beim Segelmacher ab. Ein ganz moderes Unternehmen mit einem Loft im Obergeschoss, das mindestens 2 Tennisfelder hätte abgeben können. Da lagen riesige Segel und bunte Spinnaker und hier und da schauten die Köpfe der Arbeiter an ihren Nähmaschinen durch den Boden hindurch. Wie auf einer riesigen Theaterbühne. "Das Kevlarsegel und der Leinenbeutel - Ein Stück in 5 Akten".

Hier trafen wir dann zufälligerweise Nicolas, den wir auf der 'Bequia Easter Regatta' kennengelernt haben. Dort hatten wir einige Abende viel Spass mit eine Gruppe Franzosen aus Martinique, die jedes Jahr nach Bequia kamen, um mit ihren 'Surprise' Booten an der Wettfahrt teilzunehmen. Auf Bequia haben wir ausgemacht uns hier auf Martinique zu treffen (telefonieren), aber das wir uns gleich über den Weg laufen, hätten wir nicht gedacht.
Nicolas wird auf alle Fälle unsere Genua nähen, da er für die moderne Segelmacherei arbeitet. Auch gut.

Nun war es leider an der Zeit Heike am Sammeltaxi zu verabschieden, das sie zum Flughafen bringen sollte. 2,5 Wochen werd' ich nun alleine auf BAJU sein - Weltneuheit.
Ich werde die Zeit schon gut herumbekommen, vor allem wenn ich auf die 'Mach-Liste' schaue. Ausserdem hat sich auf alle Fälle die CAYENNE und wohl auch die PUKURI, die beide vom Norden auf Südkurs sind, für ein paar Tage angemeldet, um hier ein paar Tage zu verbringen. Wie nett.

"Heike, pass auf dich auf und grüss alle schön von mir. Ich bewegmich nicht von der Stelle und schaff', was das Zeug hält ;-) "

22. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Die Fahrraderundungstour an der Küste Richtung Le Marin bestätigte das Erhoffte: Einmalige Einkaufs- und Erledigungsmöglichenkeiten und das Fair von Le Marin gefiel uns sogar besser als erwartet.
Überall tummelten sich Yachties auf der Suche nach irgendetwas. Dazwischen die Charterurlauber, die man deutlich an ihrer Hautfarbe aber auch hektischem Verhalten erkennen konte. Dazu die Bucht gar nicht so hässlich sondern verschachtelt mit vielen Riffen und Mangroven am Ufer.
So viele Yachten wie hier haben wir noch nie auf einmal ankern gesehen. Ein wahnsinniger Anblick - überall Schiffe. Gross, klein, vergammelt, neu, Charter, Urlauber, Blauswassersegler, Cruiser, Racer,... alles, was man sich vorstellen kann.
Wie unterschiedlich die Yachtgemeinde ist, sieht man am deutlichsten an den Dinghidocks. Beiboote aller Formen, Baumaterialien, Grösse,... liegen hier aneinander. Die meisten mit Motor, einige mehr Power als die anderen, manche werden gerudert, manche gesegelt. Ein grossartiges Bild.

21. April 2009, St. Anne, Martinique - von Stefan

Für die Zeit, die Heike Heimaturlaub in Deutschland verbringt, haben wir uns vorgenommen, in der Nähr von Le Marin zu ankern. Die Bucht von Le Marin ist ein riesiger Naturhafen, in dem hunderte von Schiffen ankern, manche kurz manche auch jahrelang. Man findet auch Schiffe auf dem trockenen in den Mangroven oder auf den zahlreichen Untiefen. Da hat der Eigner wohl sein Schiff zu lange alleine gelassen. Ein schlimmer Anblick.
Neben einigen Charterbasen liegen hier viele Blauwassersegler, die alle diese geschütze Bucht, aber vor allem das Angebot von Schiffshändler, Werften, Segelmacher usw. schätzen. Es ist eines der grössten Marineversorgungsstationen in der ganzen Karibik. Es ist hier alles so sehr auf Wassersport eingestellt, dass fährt man zu jeder Erledigung, und sei es zum Supermarkt, mit den Dinghi 'fährt'. So flitzt man von Dinghidock zu Dinghidock, wie man es daheim mit den Auto macht.
Ein Eldorado für mich, um die nächsten 2-3 Wochen einiges an BAJU herum zu basteln.

Ersteinmal sollten wir aber dort von Pointe du Boute hinsegeln. Bei recht starkem Ostwind ein mühsamer Kreuzkurs um den berühmten 'Diamant Head' herum. 2 weitere (halben) Schiffe waren auf der gleichen Route und wie der sportliche Ehrgeiz verlangte, wollten wir natürlich wissen, wie wir uns gegen 'die Konkurrenz' machen. Bei halben oder achterlichen Winden (Wind von hinten) wäre das sicherlich recht unspannend gewesen, da ein einrümpfiges Fahrtenschiff mit uns kaum mithalten kann, aber auf der Kreuz haben es Katamarane doch eher schwer.
Bei einfach gerefftem Gross und stark reduzierter Genua hüften wir durch die recht holprige Dünung, so dass BAJU manchmal mit der gesamten Netzfläche ins nächste Wellental donnerte und die Gischt wild über das Deck flog.
Eine Yacht gab schnell 'das Rennen' auf und motorte an der Küste. Die andere überholten wir recht deutlich in 2 Kreuzschlägen bis sie auch per Grossegler und Motor sich an der Küste, wo die Wellen etwas kleiner waren, vorarbeitete. Es war ein gutes Gefühl selbst mit dem unter Motor laufenden 'Segler' mitzuhalten und ihm quasi jeden Kreuzschlag wiederzutreffen. Er mit Diesel, wir mit Wind.
Leider übertreiben wir (ich) unseren sportlichen Eifer, denn auf dem letzten Schlag riss das Vorsegel. Da ich sofort auffierte und es wegrollte, blieb es bei ca. ein Meter langen Riss, aber trotzdem unschön. Ich hatte die stark eingerollte Genua wohl im Eifer des Gefächts zu stark angeswinscht, so dass viel zu viel Druck am Unterliek (untere Kante des Segels) anlag.
Glück im Unglück: In Le Marin sollte es kaum ein Problem sein, die Genua reparieren zu lassen. Besser jetzt als irgendwo in den Grenadinen oder aif offener See.

Der Anker fiel in St. Anne, gerade um die Ecke zu der Le Marin Bucht, die durch die Kesselform doch arg dreckiges Wasser hatte. St. Anne ist im Gegensatz ein kleiner Ferienort, mit weissen Palmenstrand, klarem Wasser und einen tollen Blick auf den 'Diamond Head' in der Ferne. Schiffbasteln im Urlaubsparadies.
Mit 10 Pferden hinter BAJU BABY würde die Fahrt zu den Marineläden in Le Marin, um hin-und-wieder ein paar Dinge zu erledigen, keine 10 Minuten dauern.

20. April 2009, Petite Anse d'Arlets, Martinique, Karibik - von Stefan

Es wird langsam Hochsommer. Tagsüber wird es zu den Mittagsstunden gerade am Land arg heiss, wenn dort kein Wind geht. An Bord ist es besser da quasi immer ein Lüftchen weht.
Wir haben beschlossen, wenn es sich einrichten lässt, von nun an vermehrt spanische Siesta  zu machen und die heissen Stunden einfach zu verschlafen. Morgens sind wir sowieso immer früh wach, da es mittlerweile schon vor 6 Uhr hell ist. Bei Sonnenaufgang sind wir schon meist dabei unsere sun-salutations (Yoga: das Sonnengebet) zu machen, um dann um 7 Uhr am Frühstückstisch zu sitzen.
Wer hätte das gedacht, dass wenn man nicht aufstehen muss, um zur Maloche zu flitzen, trotzdem so früh auf den Beinen ist.

Das Dörfchen vor uns ist sehr schick anzusehen. Mit einer Kirche und traditionellen Häuschen strahlt die Gegend herrliche Ruhe aus. Urlauber verbringen ein paar entspannte Tage. Ebenso das etwas grössere Dörfchen in der Nachbarbucht, zu dem wir gewandert sind.
Dort trafen wir zufällig einen Bekannten, den wir bei der Regatta auf Bequia kennergelernt haben. Er sprang gleich aus seinem Auto und begrüsste uns. Wie nett. Wie klein doch die Karibik ist....

19. April 2009, Anse Mitan, Martinique, Karibik - von Stefan

Am Sonntag sind wir einmal über die Bucht von Fort de France gesegelt, um vor Anse Mitan unseren Anker zu werfen. Der Bummel am Land war nicht sonderlich spannend. Das wohl hippe Urlaubsörtchen hat seine Zeit hinter sich gelassen. Nun sind viele Häuser heruntergekommen und für ein Feriendorf liegt uns zu viel Dreck herum. Eine riesen Ferienanlage mit eigen angelegter Lagoone liegt brach. Viele Investoren habe sich hier sicherlich verpokert.
Die Lokalen freut es. Sie nutzen die direkte Fährverbindung zu Fort de France um sich Sonntags am schneeweissen Strand zu vergnügen. Ein Luxusresort ist noch am Ort. Von diesen schallen die Töne der Steelband am Nachmittag zu uns herüber.
Ach, wie schön ist es, ein mobiles Heim zu haben, um sich seine Nachbarn, sein Stadtteil, das Land oder den Kontinent selber immer wieder neu aussuchen zu dürfen.

17-18. April 2009, Fort de France, Martinique, Karibik - von Stefan

Ein herrlicher Segeltörn brachte uns in die grösste Stadt der östlichen Karibik, in die Hauptstadt von Martinique, Fort de France. Unsere Freunde der PUKURI lagen auch hier, da einige Artzttermine wahrzunehmen waren. Hannes hatte Hobbit-Beine und eine Nervenentzündung an der Hand und so statteten wir ihnen ein Besuch ab.

Mal wieder mehrstöckige Häuser!!! So eine Stadt haben wir seit Gran Kanaria, was nun schon ein halbes Jahr zurückliegt, nicht mehr erlebt. Als Grossstadt würde ich Fort de France nicht betiteln aber es gab immerhin eine kleine Fussgängerzone und eine Menge Geschäfte. So liessen wir uns durch die Gassen treiben und genossen das Window-shopping.
Der Highlight war der Besuch im Supermarkt. Preise, die an daheim erinnerten und eine Auswahl, wie 'Gott in Frankeich'. Da wir uns hier bis Venezuela verproviantieren wollen, machten wir ersteinmal ein 'Probier-Einkauf': Käse jeglicher Sorte, Schokolade, Wein, Bier, Oliven, Wurst und ne Menge Büchsenkram.
Ihr glaubt ja gar nicht, wie gut mal wieder ein Brie schmecken kann!!

16. April 2009, Rodney Bay, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Heutige Tagesaufgabe: Einklarieren, unseren neuen Autopiloten aus dem Zoll nach St.Lucia einführen (mit Agenten), Autopiloten zollfrei aus St.Lucia ausführen, Supermarkt-Run, Ausklarieren. Mit was man nicht alles seine Zeit vergeuden kann...
Am Nachmittag war aber alles erledigt und so haben wir jetzt tatsächlich einen neuen SUPER-GÜNTHER. Ein Mordsgerät, dass ich in Martinique einbauen will und der uns hoffentlich nie mehr verlässt.

15. April 2009, Rodney Bay, St.Lucia, Karibik - von Stefan

Nach so viel Sport & Spiel war es nun schleunigst an der Zeit Richtung Norden nach Martinique zu düsen, von wo Heike in einer Woche zum Familienurlaub nach Hause fliegt. Also 5 Uhr aufstehen und los.
Der Revierführer beschreibt die Tour von St.Vincent nach St.Lucia als äußerst unangenehm, da starke Winde und Stömungen das Wasser in einen Hexenkessel verwandeln. Und so kam es dann auch. Nach 3 Stunden motorsegeln an der tollen Westküste St.Vincents gab es an der Nordecke ordentlich eins auf die Mütze. Vorsorglich haben wir stark eingerefft aber die Wellen waren fast die gesamte Überfahrt nach St. Lucia hoch und steil, so dass die Segelei hart am Wind anstregend war. Teilweise war das gesamte Vorschiff mit Wasser bedeckt und die Gischt flog uns nur so um die Ohren.
Nach 3 Stunden war dann alles vorbei und wir segelten flott an St.Lucias Küste entlang und kamen mit dem letzten Tageslicht in der Rodney Bay an.

9. - 13. April 2009, Port Elizabeth Bay, Bequia, SVG, Karibik - BEQUIA EASTER REGATTA - von Stefan

 

 

Was für ein Osterfest!!!

Wir haben nicht nur kräftig gefeiert, ne Menge Spass gehabt, nein, wir haben sogar GEWONNEN! Aber alles der Reihe nach...

Am Mittwoch kamen wir in Bequia an, um uns wie geplant mit unseren amerikanischen College-Jungs zu treffen und die bekannte 'Bequia Ester Regatta' mitzusegeln. Eigentlich wollten wir ja noch die private Luxusinsel 'Mustique' anschauen, da aber der Wind diese Richtung nicht zulies, schipperten wir gleich nach Bequia.

Den Donnerstag hatten wir endlich mal Zeit, die Winschen zu warten, was schon Ewigkeiten auf der 'To-Do-Liste' stand. Am Nachmittag liefen dann auch unsere Collegeboys mit unserer Regattayacht 'Carina' in der Bucht ein.

Eine kleine Wettfahrt zu Ostern? Von wegen! 3 Regattatage waren angesetzt, um die schnellste Segelyacht zu ermitteln.Wir starteten in der Klasse 'Cruising II', d.h. Yachten, auf denen der Eigner wohnt (Blauwassersegler halt). Auch kein Spinnaker ist in dieser Klasse erlaubt. Die Klassifizierung (rating) wurde anhand von ein paar Bootsdaten ermittelt. Hier machte unser Ami-Skipper 2 kleine Fehlangaben, leider zu unseren Ungunsten, wie sich später herausstellte.

 

Neben den Cruisern wurde auch in einer echten 'Race-Klasse' gesegelt, in der die (schmutzigen) Segel schon aus Kevlar bestanden und man vor lauter Crew das Boot kaum sah.


Die 'echten Racer'

Neben den meist ausländischen Yachten drehte sich das echte Regattaspektakel um die lokalen Fischerboote, den „Double-Endern“. Meist in Eigenarbeit angefertigte offene Holzboote mit riesigen Segeln, die an Bamboomasten und –Gaffeln hingen. Während diese unterwegs waren, scharten sich die locals an den Berghängen, um ‚ihr Boot’ anzufeuern. Ein einmaliges Bild. Manche dieser nach jahrhundert-altem Riss gebauten Boote kenterten dann auch während der Wettfahrt, da einfach alles an Segelflaeche gesetzt wurde, egal welche Bedingungen.
Es war ein beeindruckendes Bild als wir in einer unserer Wettfahrten mitten durch das Double-Ender-Regattafeld segelten. Am Abend in der untergehenden Sonne lagen die bunt lackierten Boote nebeneinander am Strand, während die Crew feierte. Ein tolles Bild.


Double-Ender in der Abendsonne


Manöver-Action auf unserer CARINA

 


Die Mannschaft der CARINA: Peter, Heike,
Matt, Stefan und Skipper Dave



Am Abend wurde immer kräftig bei Freibier gefeiert

Nach taktischen Vorbesprechungen am Donnerstag ;-) war die erste Regatta ein wilder Zick-Zack-Kurs um Inseln und Kaps.
Der Skipper steuerte das Schiff, die Cruising-Version einer J-37, und seine beiden Kollegen bedienten das Vorsegel.
Ich war neben dem Steuermann platziert und war für die Taktik und das Grossegel verantwortlich, das wir, da der Wind sehr böig war, auf Am-Wind-Kursen variabel fuhren, d.h. häufig auffierten und wieder dicht holten.
Heike hatte die wichtigste Position an Bord, war „Fluffy“, musste durch nettes Grinsen die Mannschaft bei Laune halten und auf der hohen Kante gut aussehen.
Schon am ersten Tag war schnell zu merken, dass wir ein richtig schnelles Schiff segelten und dies gut unter Kontrolle hatten. Nach knapp 3 Stunden und schönen Zweikämpfen liefen wir als erstes über die Ziellinie. Haben wir viel mit den Jungs über das Gewinnen gescherzt, waren wir jetzt tatsächlich die Sieger des ersten Rennens!
Die Preisverleihung war sehr stilvoll unter Palmen in einer open-air Kneipe mit Blick über die Bucht und vor allem mit FREIBIER, Rumpunsch und Snacks. Wir fühlten uns wie beim Admirals-Cup!
Während sich Familie und Freunde daheim mit Eiermalereien auf das Osterfest einstimmten, umsegelten wir die Insel Bequia bei kräftigen Winden. Regattastimmung! 3 Mal hatten wir Fast-Kollisionen mit anderen Yachten, bei denen wir jedes Mal Vorfahrt hatten. Unsere jungen Collegeboys waren etwas umsorgt, da deren Bootversicherung Wettfahrten klar ausschloss. No risk, no fun.
Nach anstrengendem Rennen und toller Landschaft flitzten wir tatsächlich wieder als erste über die Ziellinie. Again, we did it!
Am Abend gleiches Spiel: Freibier und Snacks. Dazu heimsten wir noch tolle Regattapreise ein. Grosse Sause am Abend.


Parken in der dritten Reihe...

 
  Am Ostersonntag hatten wir Rennpause, dafür waren ein paar Spaßaktivitäten vom Segelclub am Strand organisiert.
Der groesste Spaß war den locals am Strand zuzuschauen, die zu Tausenden von der Hauptsinsel „St.Vincent“ mit der ersten Fähre nach Bequia kamen, um hier zu feiern. Praktisch unter jeder Palme war ein familiäres Grillfest organisiert und an der gesamten Strandstrasse waren kleine Fressbuden aufgebaut, aus denen der BBQ-Rauch dampfte. Viele verkauften kalte Getränke aus dem Autokofferraum, überall dröhnte die Reggaemusik aus überdimensionierten Lautsprechern. Am Ende des Strandes war eine Monster-Bühne aufgebaut vor der das 99% schwarze Publikum in wilden rhythmischen Bewegungen ihre Geschlechtsteile aneinander rieben.
Eine riesige Strandparty. Karibisches Osterfeuer sozusagen.
 
 

 

 


Grosse Sause der Locals am Ostersonntag

 


Wie damals - ein Double-Ender am Wind

Auch für die Kinder war eine Regatta organisiert:
Crazy Raft Race - Ein Riesenspass
 


Kriegsbemalung am letzten Regattatag

Ostermontag war viel Arbeit angesagt, gerade für mich, dem Taktiker: 2 Runden Dreieckskurs. Nach perfektem Start dominierten wir das Regattafeld. Nach kurzer Zeit war aber nur noch treiben und nicht mehr segeln angesagt, da der Wind fast komplett einschief. So wurde über UKW das Mittagessen bestellt, auch einem Schiff getrommelt und jongliert, auf dem anderen frustriert Trübsal geblasen. Wir hatten dann das richtige Händchen beim Windfelder- und Strömung -lesen und machten es auch im dritten Rennen als ERSTER ins Ziel. YES!

Nach der Preisverleihung (über alles wurden wir Zweiter, da ein anderes Schiff, trotzdem es immer nach uns ins Ziel kam, ein schlechteres ‚rating’ hatte) ging dann die Riesenparty in den Strassen des Städtchens ab. Wieder überall schwingende Hüften, Fressbuden und Reggaemusik. Allzu viel weiß ich nicht mehr vom Verlauf des Abends aber lustig war’s, erzählte mir die Heike.

Wir waren froh bei der Regatta mitgemacht zu haben. So war man irgendwie Teil des ganzen Spektakels, hatte sofort Kontakt mit anderen Regattaseglern und hatte (spätestens nach dem ersten Rennen) eine kleine Fangemeinde, die einem zuwinkte, beglueckwuenschte und abends mit einem anstiess.
Und wie schon gesagt, die Preise waren der Hammer. Z.B. schenkten uns die College-Boys ein Restaurantgutschein für 2 Personen, welches nur ein Teil eines Tagesetappenpreises war. Ein Tag nach dem Rennevent schlemmten wir im ‚Devils-Table’, einem top-location Restaurant mit schwedischen Köchen. Das super leckere Drei-Gaenge-Candlelight-Dinner hätte die 150,- Euro-Marke gesprengt. WAU! Halt’ was für Regattagewinner …. ;-)

He Amercian-Dream-Team,
Thanks again for letting us share the fun and racing on your boat. We spent a fantastic time with you dudes. Tell 'Uncle Willy' his CARINA is a fast racer!
Have a safe trip back und hopefully we'll meet again.

I LOVE COLLEGE

Heike & Stefan

 


Gewinner - zweiter Platz nach Rating und 3 Rennen
     

 

06. April 2009, Grand Bay, Canouan, SVG, Karibik - von Stefan

Die Insel Canouan ist zweigeteilt. Der südliche Teil ist sehr lokal mit ober-freundlichen Einheimischen, teils armseligen Bretterhütten und einem kleinen Supermarkt. Der nördliche Teil ist in (italienischem) Privatbesitz. Dort stehen ein paar Villen und ein Riesenresort. Überall auf der Insel fahren die Jeeps der Entwicklungsfirma herum, jeder zweite Einheimische trägt ein T-Shirt dieser Firma, welche auch Verwaltungsgebäude in dem Städtchen baut und so die Leute (und die Regierung) wohl bei Laune halten will.
Der private Teil der Insel ist für nicht Resortbesucher gesperrt - grosses Tor - basta. Wir finden, dass es schon ein bisschen traurig ist, wenn das (arme karibische) Land halbe oder ganze Inseln verkauft und unter Privatbesitz stellt.
Ist wohl eine krasse Form des kapitalistischen Kolonalismus, wie wir das getauft haben.

Auf dem Weg hierher hat übrigens ein fetter 4,5 kg Tuna angebissen - wie lecker! 3 Tage Fisch satt, mmmmh....

05. April 2009, Saltwhistle Bay, Mayreau, SVG, Karibik - von Stefan

Saltwhistle Bay - (Bucht des Salzgeflüsters). Wie das schon klingt. Und genau so sieht's hier auch aus. Wie man sich eine perfekte Ankerbucht vorstellt: Ein dünner Landstreifen mit einer Palmensilouette, trennt die rauhe See vom spiegelglatten Wasser. Auf der einen Seite Sandstrand mit einem vorgelagerten Riff, an dem sich die Wellen brechen, dahinter eine geschützte Bucht mit türkisem Wasser, weisser Strand, an dem die Wedel der schiefen Palmen bis fast ins Wasser ragen.
Anders ausgedrückt: Vorne Kiten, hinten Beach Ball. Vorne Spass, dahinter eine ruhige Nacht. Genial!

Wir liessen es uns nicht nehmen, unter einer dieser schiefen Palmen am Strand einen Abend mit dem Bertel von der ODIN und dem Jochen von der LYCKA ein BBQ und Lagerfeuer zu zelebrieren. Herrlich!

Einziges Manko: Wir sind nicht die Einzigen, die es hier so schön finden. Heute zählten wir am Abend 15 Schiffe in der recht kleinen Bucht, fast alles Charter, davon 9 Katamarane.
Also freies (Anker-)Kino zu fast jeder Tageszeit.
Lustig ist beim Einfahren der Yachten versuchen vorauszusehen, wie das Ankermanöver ablaufen wird. Belustigung auf Kosten der Kurzzeiturlauber. Aber heee, die Fahrtensegler haben so bestimmt damals über uns genauso geschmunzelt.
Häufig bestimmen die lokalten Bootsjungs, die frischen Fisch oder Brot anbieten, und nicht der Skipper der Charteryacht, wo der Anker zu fallen hat und wieviel Kette zu geben ist.
So sind wir zur Zeit 'eingeparkt' von Mehrrumpf-Yogurthbechern, die aber sicherlich morgen früh pünktlich weiterziehen, damit wir ein Chance haben, hier abzulegen.

Nach 3 gemütlichen Tagen, zum Kiten war letztendlich fast immer zu wenig Wind, soll es morgen ein kleines Stückchen gen Norden gehen, um dann in 4 Tagen pünktlich zu der Osterregatta auf Bequia zu sein.

01. April 2009, Clifton, Union Island, SVG, Karibik - von Stefan

Wir haben seit langem wieder einmal unsere Fahrräder ausgepackt, um Union Island zu erkunden. Huuuii, das auf und ab ging ganz schon auf die Pumpe, aber die Aussicht auf die umliegenden Riffe und Lagoonen war es wert. Dann kämpften wir uns im Zweikampf ala Armstrong und Ulrich ein sehr steiles Stück einen Berg hinauf, um voller Entsetzen festzustellen, dass die Strasse oben auf dem Kamm einfach aufhört. Kein Haus, kein Parkplatz, kein Garnichts, nur Strassenende. Ein kleiner Wanderweg führte den Hang entlang weiter die Insel herum, für uns mit Räder in der Hand aber keine Option.
Also umdrehen und wieder runter bis die Bremsen glüten. Auf halber Strecke trafen wir Ausländer, die sich gerade ein Grundstück mit Megaview zum Kauf anschauten. Sie klärten uns auf, dass zur Zeit alle öffentlichen Gelder für Infrastrukturprojekte in den neuen Flughafen auf St.Vincent verwendet werden. Wenn der fertig ist, wird die Strasse vielleicht auch weiter gebaut. Na prima.

Preistechnisch sind wir hier übrigens in der Feinkostabteilung angekommen. Eine Papaya, 3 Grapefruits und eine Hand voll Bananen (alles die lokalsten und billigsten Früchte der Region, da sie quasi in jedem Garten wachsen) umgerechnet 10,- Euro. Aua! Ein (mini) Brot 3,- Euro. Uuiii!
Andere Produkte haben wir uns gar nicht erst getraut auszuchecken.
Zum Glück haben wir vorsorglich in St.Lucia, wo auf alle Fälle manche Produkte ein bisschen erschwinglicher waren, verproviantiert. Ausserdem essen wir grösstenteils immer noch Essensvoräte aus Europa und sind so preistechnisch häufig noch bei Aldi & Co.
Ist es aber schon witzig, wie so langsam der Speiseplan karibisch wird. Das Maracujagelee verdrängt die Erdbeermarmelade, statt Schokolade wird Kokussnuss genascht und immer häufiger gibt es Pfannenkuchen mit Bananen zum Frühstück. "Schatzi, geniess die Kekse, es sind die Letzten." 10 Dosen Bier gibt's noch, dann wird's teuer. Hier kostet ne 250ml Flasche Lokalbier ein Euro fünfzig.
Wie das wohl in der Südsee wird...
Aber he, keine Klagen, verhungern werden wir nicht und das es nicht überall bei Lidl-Preisen bleibt, war ja schon klar.

 

 

 

 

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