Schöne Momente
 
 
 

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Karibik – West Indies


Carriacou

 

Juni 2009:

30. Juni 2009, St. George, Grenada, Karibik - von Stefan

Wir sind uns einig: St. George ist die schönste Karibikstadt, die wir bis jetzt besuchten. Über mehrere Hügel und abenteuerlichen Strassen und Tunnel miteinander verbunden, viele erhaltene Kolonialbauten und Kirchen, fast ausschliesslich diese karibik-typischen Bretterbauten mit Veranda in bunten Pastellfarben, grosse Bäume und wie auch schon in Carriacou, super freundliche Leute. Dazu ein grosser Markt, der alles Frische bietet, was man sich wünscht. Eine tolle Abwechslung zu dem doch eher verschlafenen Carriacou.

Mit dem Fahrad rückten wir heute aus, um eine Marina in nördlicheren Teil der Insel zu besuchen. Es galt die Preise für unser geplantes 'aus-dem-Wasser-holen' zu checken. Nach anstregendem Auf-und-Ab und mehrmaligen Verfahren gaben wir diese Tour allerdings auf, badeten in einer der tollen Buchten im Süden Grenadas und wurden von Nanny und Ben auf ihrem Kat 'DUAL DRAGON' zum Kaffee auf's Schiff eingeladen, da sie dort ankerten.
Zurück auf BAJU angekommen zitterten unsere Beine von den Anstregungen der Fahrradtour. Auf Grenada nimmt man doch lieber den Bus.


29. Juni 2009, St. George, Grenada, Karibik - von Stefan

Ein Tag wollten wir in der Tyrrel Bay bleiben, mehr als eine Woche ist daraus geworden. Wie Heike schon vor ein paar Tagen berichtete, ist dieses Plätzchen prädestiniert zum hängenbleiben. Schön war's.

Nun soll es aber endlich auf die Hauptinsel Grenada gehen, wo es noch viel zu entdecken gibt. Wir segelten gemütlich an der Westseite der Insel entlang vor die Hauptstadt St.George. Auf dem Weg konnte eine Segelyacht bei für uns guten Bedingungen mithalten und sogar ein bisschen gegen uns aufholen. Frechheit. Wir sind immer noch nicht sicher, ob sie nicht ihre Maschine mitlaufen liessen... ;-)

27.- 28.Juni 2009, Tyrrel Bay, Carriacou, Grenada, Karibik - von Stefan
 


"Am Sonntag will mein Süsser mit mir segeln geh'n, das find ich wunderschön...."

Das es so kommt, hatten wir am Samstag noch überhaupt nicht auf dem Zettel.
Am Vormittag sind wir mit BABY BAJU und dem Dinghi vom Katamaran PERLE ausgerückt, um Tauchen zu gehen. Zum Glück haben wir ja ein 'seetüchtiges' Dinghi und einen starken Aussenborder. Trotzdem war der weite Weg um 2 Kaps herum zu einer Insel recht spannend, vor allem als die Wellen und der Gegenwind doch recht stark wurden.
Um den langen Anfahrtsweg gerecht zu werden, legten wir gleich 2 Tauchgängen hin. Den Ersten zu einem Wrack auf gut 25 Meter Tiefe, den anderen an einem schönen Riff in der Nähe eines einsamen Sandstrandes, an dem wir die eine Stunde Pause absolvierten, die zwischen 2 Tauchgängen nötig ist.

Am Abend sollte dann der 'Fisherman´s Birthday', der einmal jährlich in der Karibik gefeiert wird, für gute Partystimmung sorgen. Nach Sonneruntergang spielte wie angekündigt die Steelband heisse Klänge. Die aufgebauten Riesenlautsprecherboxen neben der Kneipe versprachen eine grosse Sause.
Einem Strassenfest gleich wurde zu späterer Stunde auf der Hauptverkehrsader (es gibt auf Carriacou nur eine Strasse) ordentlich getanzt. Dort lernten wir Susi, eine Engländerin, kennen, die trotz nicht mehr ganz jungen Alters, rockte wie eine Teenagerin. Wie sich im Gespräch herausstellte gehört ihr der Traditionssegler, der uns schon am Nachmittag aufgefallen war. Ein Neubau eines alten Rennschiffes, mit dem sie in der Karibik herumschippert. Da sie dieses grosse Rennboot nicht alleine segeln kann, offeriert sie 'Hand-gegen-Koje', was bedeutet, das Leute gegen Bordkasse mit ihr segeln und als Gegenleistung Schiffsarbeiten verrichten müssen. In ihrem Falle waren es gerade 3 junge US-Collegeboys - was für ein Bild: Eine Mega-Luxus-Holz-Traditions-Rennyacht, 3 sportliche Boys und sie als Skipper im Bikini.


Die Skipper-und Eignerin der SPIRITED LADY beim Strassentanz
 

Sabine, Heike und Christine rocken am 'Fisherman´s Birthday'

Susi hat es sich zur Regel gemacht jeden Sonntag einen Segelausflug mit ihrer Megayacht zu unternehmen, um dabei Einheimischen, oft auch Kindern, die Möglichkeit zu geben, einen bestimmt unvergesslichen Segeltag zu erleben..
Ein Konzept, was wir sehr gut finden. Wenn wir mal wieder in ärmeren Ländern unterwegs sind, überlegen wir uns, ob wir so etwas nicht auch mal machen.
Susi lud uns nach einer netter Unterhaltung prompt ein, mit ihrer 'SPIRITED LADY' zur Nachbarsinseln Petit Maritinque zu segeln, um dort den Fishermen´s Birthday, mit örtlicher Regatta, zu feiern. Da gab es für uns nichts zu überlegen. Natürlich waren wir und unsere Freunde von der CAYENNE dabei.

Morgens um 9 Uhr ging es los. Das Schiff war bei näherer Betrachtung noch viel schöner, als man es von der Ferne in der Ankerbucht ausmachen konnte. Einzelbau, alles aus Holz in Handarbeit hergestellt, Rigg und Segel aus Regatta High-Tech, Bauzeit 2,5 Jahre in einer englischen Werft, Ende letztes Jahr fertiggestellt, also brandneu.
Wie wir später herausgefunden haben, segelte die SPIRITED LADY mit einer kompletten Damencrew bei der Antigua Classic Week 2009, dem Segelevent in der Karibik, mit und hat einen Wert von knapp 2mio Euro.

Jeder durfte sogar mal ans Steuerrad und hatte mächtig Spass, die Luxusyacht bei Sausefahrt am Wind auf die Backe zu legen. Auf dem Rückweg setzten wir kurzzeitig den Cruising Spi. Sonst war achtern (hinten) auf dem 'Sonnendeck' wohlfühlen angesagt. Wir fühlten uns den Tag wie Superreiche aus Blankenese :-)
So eine Traditionsrennyacht ist vergleichbar mit einer Harley-Davidson: Unbequem, komplett unpraktisch, pflege- und wartungsintensiv, total überteuert, ..... aber vom Flair fantastisch. Zum Sontagscruising genial, zum darauf Leben eine Katastrophe.


Heike am Steuer der SY SPIRITED LADY

Bordhund vor dem Abheben: Hundeohrsegeln

Die runden Linien der Traditionasyacht und die
schmucken Bordjungs geben ein schickes Bild ab

Und plötzlich wurde die Welt PINK...

Wie im Katalog - Luxusyacht mit Luxusausrüstung

Keine Beschwerden vom Sonnendeck :-)

Die Skipperin und ihr Hund alle in Aktion beim "Pink Pop"

Der Minister von Carricaou begrüsst uns Stefan springt über Bord, um uns mit dem Dinghi abzuholen

 

 

 

 

Freitag, 26. Juni 2009, Tyrell Bay, Carriacou von Heike

Heute ist Freitag. Mmh letzten Sonntag viel unser Anker ganz am Ende vom Ankerfeld, in der ca. 30 Yachten ankern, da wir nur eine Nacht bleiben wollten. Ja, wie gesagt es ist Freitag. Heute wird es noch nicht losgehen, morgen definitv auch nicht, mh, ... das ist die Tyrell Bay – eine Bucht in der man einfach hängen bleibt. Da ist die BAJU  mit ein paar Tagen noch gar nix. Viele bleiben ein paar Monate, andere die gesamte Hurrikansaison und wiederum andere mieten sich eine Holzhütte und bleiben sogar einige Jahre.
Tyrell Bay ist der Platz um andere Segler kennen zu lernen. Viele sind schon seit 7 oder 10 Jahren in der Karbik als Charterkats unterwegs. Wir bekommen ausreichende Tipps, über den besten Ankerplatz, wo kann man gut vom Boot tauchen und wie der Baraccuda am besten zubereitet wird. Es ist ein Platz, an dem man die Tage damit verbringt seine ausgelesenen Bücher- und Zeitschriftenbestände zu tauschen, seine Festplatten zu konsolidieren, damit neue Filme Platz haben. Zum Glück bläst es ordentlich. Die Windräder drehen sich im Takt, keine Yacht hat Stromprobleme und die Computer laufen auf Hochtouren  - es wird kopiert was das Zeug hält. Filme gegen Yogakram, Hörbücher gegen Musik. Jeden Abend „sundowner“ in der grossen Gruppe, mal auf einer Yacht, mal in der schwimmenden Bar. Man zeigt sein Heim und sieht andere Yachten. Viel zu quatschen, warum wiso weshalb, viele neue Ideen und andere Lösungsansätze.  Alle Sinne werden stimuliert, so dass wir für die nächsten einsamen Ankerbuchten gerüstet sind.
Es ist schön mal wieder so viel drum her rum zu haben. Obwohl das Dörfchen, naja 8 Bretterhüttchen sind es schon, nicht viel im Sinne von „shopping“ zu bieten hat. Es gibt alles was man benötigt, eine Rum-Shop, noch einen Rum-Shop, einen Supermarkt, einen Obst- und Gemüsestand, noch eine Rum-Shop und ha, sogar eine Wäscherei, wie gesagt, alles was der Langzeitsegler sich erträumt. Und wi-fi in der ganzen Bucht - gesponsert von den wiederkehrenden Yachties, die sich hier um die Kommunity kümmern. Klar, warum sollte man denn weitersegeln?
Wir wettern hier unsere erste „Tropical Wave“ ab. Was das genau ist habe ich bis heute noch nicht hunderprozentig verstanden, aber das wird schon. Im Prinzip haben wir momentan ziemlich viel Wind, Boen mit bis zu 40 Knoten und ab und zu heftigste Regenschauer. Das soll noch so einen Tag anhalten und wenn die Wellen draussen nachgelassen haben, dann werden wir nach Grenada segeln, um unser Unterwasserschiff neu zu streichen. Hängen bleiben werden wir hier wohl nicht.

Ein paar Bilder von Carriacou, Sandy Island, Petit St.Vincent und Karneval auf Union Island  

Sandy Island

typisch karibisch
   
Riffaussichten
     
     

Petit St. Vincent - die ganze Insel ist ein Luxusresort.
Man hisst die Flagge vor seiner Villa und
der eisgekhlte Champanger kommt im Golfmobil.
 

zwei liegen faul im Wasser...

Strandspaziergang.
 

Mopion Island - Ein Sandfleckchen mit Sonnenschirm mitten im blauen Ozean

 

 



BAJU strahlt mit dem neuen Netz

 

Unser Tauchkompressor im Einsatz


Korallengarten

 
Ankerbucht von oben
 
Pelikane ruhen sich aus
 

 

 

Party auf Union Island:


 
 


 

 

 

 

 

21. Juni, Tyrrel Bay, Carriacoau, Grenada, Karibik - von Stefan

Nach grässlich schauckelnder Nacht segelten wir am Morgen darauf in den Sonnenaufgang hinein zurück Richtung Carriacou, wo wir offiziell gemeldet waren. Beim gemütlichen Segeln biss ein leckerer Barrakuda an den Haken und landete im Kühlschrank bevor wir die Tyrrel Bay im Süden von Carriacou erreichten.

19.-20. Juni, Union Island, St.Vincent and the Grenadines (SVG), Karibik - von Stefan

Eigentlich dürfte ich heute ja gar nicht schreiben, wo wir uns befinden. Illegal segelten wir nach Union Island, wo am Wochenende der Karneval stattfinden soll. Deswegen versammelten sich einige unserer Seglerkollegen (Darunter auch die Mannschaft der KIKI, die wir schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen hatten) dort, die zur Zeit alle in SVG umherschippern. Eigentlich derentwegen, und nicht unbedingt des Karnevals wegen, segelten wir die paar Meilen nordwärts, um mit ihnen mal wieder ordentlich zu feiern. Da das Ein- und Ausklarieren nicht ganz günstig ist, entschlossen wir uns, halt illegal mitzufeiern. So ankerte BAJU vor Palm Island, einer kleinen Privatinseln vor der Ankerbucht in Union Island, und wir nisteten uns bei der CAYENNE für´s Wochenende ein, um kein Ärger mit dem Zoll zu bekommen.

Wir haben beschlossen, dass wir eigentlich häufiger mal bei Freunden auf einer anderen Yacht übernachten sollten. Obwohl natürlich grundsätzlich es nicht viel anders ist als auf seinem eigenen Boot, kommt es einem trotzdem ein wenig wie Urlaub vor. Fremdes Bett, andere Schiffsbewegungen, unterschiedliche Geräusche,.... 

Am Freitagabend bis spät in die Nacht hinein liessen wir es dann richtig krachen! Von Karneval konnte man nicht allzuviel spüren, es war eher so Dorffeststimmung mit Musik und Hühnchenständen überall, aber das war unserer Segelgruppe gerade mal egal. Das eigentlich Event strichen wir dann auch von unserer Aktivitätenlisten. Nicht nur da 15,-Euro Eintritt pro Person verlangt wurde (dafür kommt man ja schon in die Nobeldisco inklusive einem Freigetränk - oder bin ich da nicht mehr up-to-date ;-), sondern da die Lokals andeuteten, das es erst so richtig um 2 Uhr nachts oder so los gehen würde. Huuui, und das für Yachties, die normalerweise um 21 Uhr im Bett sind und um 7 Uhr morgens schon die erste Badesession abhalten, nicht wirklich 'tagesablaufkonform'.
Also verholten wir uns in eine Bar, wo wir mit den Locals tanzten und lachten, bis der Kamerablitz nicht mehr konnte.
Ein sehr gelungender Abend, wie man allen Beteiligten am nächsten Tag ansah ;-)

Samstag liessen wir es dann deutlich ruhiger angehen und konnten tatsächlich ein kleinen Umzug mit ein paar Verkleideten bestaunen, während wir ein paar neue Yachties kennenlernten. So die holländer Nanny und Ben von der DUAL DRAGON, die wie wir in Marmaris starteten, wir aber bis dato nie die Gelegentheit hatten, sie kennen zu lernen.

Dann doch schon in der Dunkelheit checkten wir aus unserem Ferienresort, der CAYENNE (DANKE an Sabine und Hannes für die liebe Bewirtung), aus und fuhren wir mit unserem Dinghi durch die tiefschwarze Nacht und hohen Wellen einem schimmerndem Licht entgegen, das wir für unsere Ankerlicht hielten. Puuuh, ganz schön gruslig, im Stockdunkeln in einer Nussschale über das 'offene Meer' zu fahren.

18. Juni, Anse La Roche, Grenada, Karibik - von Stefan

Nach 3 Tagen vor der Privatinsel 'Petit S. Vincent' mit Tagesausflug nach 'Petit Martinique' (ist ja wie im Mini-Karibik-Park hier) und ausgiebigen Schnorchel-und Wandertrips schipperten wir zur Ostseite von Carriacou, wo wir uns das Örtchen 'Windward' anschauen wollten. Dort sollten nach Angabe des Reiseführers noch Boote im traditionellen Stil gebaut werden.
Nach spannender Einfahrt durch das Aussenriff ankerten wir zwischen 2 Riffen, wo die Strömung so stark war, dass ich Probleme hatte, die 20 Meter zum Ankern zu schnorcheln, um mich davon zu vergewissern, ob er gut hält. Die Ambiente war ganz schick aber leider zu unruhig, um die Nacht hier zu bleiben.
Die Bootsbauer fanden wir auch zwischen Palmen und unter zerrissenen Seglen, die als Planen dienten. So spannend war die geschichte dann aber auch wieder nicht. In Marrokko z.B. haben wir interessanteren traditionellen Bootsbau bestaunen können. Hier erinerten die Boots eher an recht viereckige schwimmenden Badewannen. Schön war das Örtchen aber anzuschauen. Überall blühte es und manche Häuser waren tramhaft gelegen und nett hergerichtet.

Nach der Entdeckungsrunde segelten wir (leider ohne Fischfang) um die Nord-Ecke von Carriacou, um erneut unser Glück in der Traumbucht zu versuchen, die beim letzten Versuch ja leider durch 2 Yachten belegt war.
Diesmal hatten wir mehr Glück und ankerten ganz alleine in dieser herrlich gelegenden Bucht: Links und rechts eingerahmt durch Felsen, die von der Brandung umspült wurden, vor dem leicht gebogenen Sandstrand war es hingegen absolut wellenfrei. Das Wasser irre klar. Dazu sah man kein Haus, kein Anzeichen von Zivilisation, noch nicht einmal in der Ferne.
Als nach Strand- und Rifferkundung die Sonne dann rot im Meer versank und der Dschungel zu leben begann mussten wir uns kneifen, um zu checken, ob das alles ein Film ist.

15. Juni, Petit St.Vincent, Grenada, Karibik - von Stefan

Heute ging es vom wunderschönen Ankerplatz 'Sandy Island' mit türkisblauen Wasser zum dem Ankerplatz 'Petit St.Vincent'. Wenn man glaubt, dass es quasi keine Steigerungsform von 'türkisblauen Wasser' mehr gibt, dann ist das Meer hier noch ein bisschen türkisblauer. Man kommt sich so vor, als wäre BAJU in hell blauen Wattebäuschchen eingewickelt oder man würde den ganzen Tag mit einer wilden Brille auf der Nase rumlaufen oder hätte einen komischen Drink getrunken, so irreal sind die Farben unseres Gartens.
Petit St.Vincent ist wieder einmal eine Privatinsel, auf der ein Luxusresort seine Gäste verwöhnt. Am Strand sind Liegen und Hängematten unter Palmenwedel im romatischen Setting aufgebaut. Alles dezent zwischen Büschen und Bäumen direkt am pulverweissen Strand. Pro 2-Personen Hütte kommen 2 Bedienstete - einfach nur die Flagge hissen und schon wird einem jeder Wunsch erfüllt - das ganze für nur 1000,-US$ pro Tag.
Nach Inselumrundung am Strand wollten wir uns die Resort-Bungalows anschauen, wurden aber mit einem freundlichen 'Are you folks coming from a boat?' darauf hingewiesen, dass die gesamte Insel, ausser der Strand und das Sterne-Restaurant für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.
Nun gut. Rückzug auf unseren Luxus-Bungalow im türkisblauem Garten und Blick auf schneeweissen Strand und schiefen Palmen. Da Heike gerade Tymian-Brot gebacken hat und der Kühlschrank noch franzöische Köstlichkeiten bereithält, beschliessen wir die 1000,-US$ zu sparen und an Bord zu bleiben. Also, Loungkissen und Bum-Bum-Box vorne auf dem Netz zum extrem-Lounging mit Eiskaffee und Keksen platziert.
Als am späten Nachmittag die PUKURI mit einem gerade gefangenen Fisch neben uns ankert und wir ihn zusammen mit einer köstlichen Sahnesauce schlemmen, beschliessen wir, es auch gar nicht so schlecht zu haben. Das mit der Flagge hissen und jeden Wunsch erfüllt bekommen, klappt noch nicht so ganz, aber das Leben wäre dann doch viel zu langweilig, oder?

Mittags, auf dem Weg nach Petit St.Vincent, machten wir einen Zwischenstop an der Insel 'Mopion'. Mmmh, Insel kann man es eigentlich nicht nennen. Eher so ein Fliegenschiss mitten im Meer, vielleicht 20x20 Meter gross mit einem Palmenwedelsonnenschirm darauf. Umgeben von einem grossen Riff gibt das schon ein tolles Bild ab.
Als wir zur Insel schwammen, kamen wir uns ein wenig vor wie Schiffsbrüchige, die mitten im Meer an Strand gespült werden. Ganz alleine auf einem kleinen Sandhaufen mitten in der Weite des Meeres hat schon Romatik-Faktor 8.
Das Riff war leider arg vom Hurrikan mitgenommen und viele Korallen abgestorben und demnach kaum Fische unterwegs.
Trotzalledem, der Zwischenstop war's wert.

Auf Petit St.Vincent angekommen gönnte ich unserem NISSAN-Motor ersteinmal neues Motoröl. Schmutzig-schmierigen Ölwechsel inmitten des Paradies' liess mich an den berühmten Spruch denken: 'Blauwassersegeln heisst, an den schönsten Orten der Welt sein Schiff zu reparieren'.
Auf mich wirkte der Spruch immer abschreckend und ich versuchte ihn zu verdrängen oder mir einzureden, dass es nicht so sein wird. Falsch. Man repariert und wartet sein Schiff an den schönsten Plätzen der Welt.... weil wir dort (zum Glück) halt häufig unterwegs sind. So ist das nun mal. Wie daheim Rasen mähen oder Fenster putzen. Nur machen wir eben Ölwechsel an Orten, an denen Luxustouristen 1000,- US$ am Tag für Erholung ausgeben. Und wenn man darüber nachdenkt, ist es gut so. Ist nach einer Stunde oder zwei die Wartungsliste abgearbeitet, planscht man genau an diesem schönsten Platz der Welt im Wasser und geniest die Sonne, die Palmen und das Meer.

Ach du meine Güte, da habe ich doch tatsächlich einen Tag vergessen! Bevor wir nach Petit St.Vincent schipperten, ankerten wir noch in der netten Bucht 'Sparrow Bay', die nach unseren Informationen nicht vom Piraten Jack Sparrow heimgesucht wurde. Aber wer weiss.
Eigentlich wollten wir in der 'Anse La Roche' übernachten, ein einsamer Strand ohne Strassenzugang und nach dem Reisebuch 'Loney Planet' der absolute Geheimip. Nur ankerten schon 2 Segelboote in der Bucht und so war der Geheimtip leider belegt. Vielleicht haben wir auf dem Rückweg nach Grenada mehr Glück.

13. Juni, Sandy Island, Grenada, Karibik - von Stefan

Fuer kurze Zeit dachten wir heut' Nacht, die Welt geht unter. Blitze zuckten durch die schwarze Nacht und der Wind mit Sturmboen liess BAJU am Anker reissen. Die Luft war so mit Regen durchsetzt, dass wir die Tuer kaum oeffnen konnten, ohne dass sich ein Schwall von Spruehregen im Salon ergoss.
Ein bisschen unheimlich war uns schon, als der Regen auf uns niederprallte, um uns herum die Blitze zucken, der Donner grollte und man weit und breit der hoechste Punkt mit spitzer Antenne auf dem 20 Meter hohen Mast ist. Wir machten uns Mut, dass wir praktisch in einer Aludose sitzen, was sicherlich einen perfekten faradaeischen Käfig darstellt und der Anker perfekt im Sand eingegraben ist.

Am Morgen sah die Welt dann zwar immer noch recht grau, aber viel ruhiger und friedlicher aus. Der 2. Tauchgang wurde demnach wegen zu schlechten Lichtbedingungen verschoben und dafuer ein paar Kleinigkeiten erledigt. Wie zum Beispiel Waesche wassen, was sich nach einem so grossen Wassergeschenk - unsere Tanks waren nachts dank unserem genialen Regenauffangsystem innerhalb von  15 Minuten randvoll - anbot.

Dabei schauten uns 3 Pelikane zu, die auf langen Aesten eines vertrockneten Baumes am Strand 20 Meter hinter uns sassen. Ein paar Moeven umkreisten diese Riesenvoegel, die zwar ein bisschen tollpatschig aussehen, aber geniale Luftakrobaten und Fischfaenger sind. Es ist ein Spektakel ihnen bei der Jagd zuzuschauen, wenn diese Riesenfiecher sich tollkuehn mit einem lauten 'Platsch' ins Wasser stuerzen, dass haeufig ein ganzer Schwarm kleiner Fische durch die Wucht des Aufpralls in die Luft gewirbelt wird. Ganz zur Freunde der Moeven, die haeufig die Gunst der Stunde nutzen, um mitzujagen. 'Naturunterricht live' fuer uns.

12. Juni, Sandy Island, Grenada, Karibik - von Stefan

Der erste Eindruck von Carriacou hat uns nicht getaeuscht. Bei der gestrigen Wanderung die 2 Huegel hinauf, um den Ausblick auf die umliegenden Inseln, Lagoonen und Riffe zu geniessen, waren wir begeistert von der Schoenheit der Landschaft und der Freundlichkeit der Einheimischen.
Am Wegesrand bunt angemalte Bretterbuden mit ein paar Bananenstauden, Papaya oder Kokusnusspalmen vor denen die Leute ihren Beschaeftiungen nachgingen: Wäsche wassen, Kochen, Domino spielen oder einfach nur abhaengen. Hektik kann hier wahrlich keine aufkommen.
Die umliegenden Inseln strahlten im tuerkis-blau mit weissem Strand und ein paar Palmen drauf. Hier mal ein Wrack oder ein Segelboot, das wie gemalt durch das dunkle Blau des Ozeans der Lagoone entgegensegelt. Wir sassen oben auf dem Berg von Carriacou und bestauten die Szenerie, die fast kitschik anmutete.
Viele tolle Plaetzchen, die wir die naechsten Tage alle erkunden wollen....

Zur Zeit liegen wir vor 'Sandy Island', ein Mini-Inselchen das ihrem Namen alle Ehre macht. Vor Hurrikan Lilly standen noch Palmen auf dem sichelfoermigen Eiland. Diese wurden aber alle weggepustet, so wie grosse Teile des Korallenriffs, dass nun durch die massive Kraft der Wellen auf der Wetterseite zu einem grossen Deich aufgeschuettet wurde.

Wir ankern auf 2 Meter Wassertiefe vor 'unserer Insel' und kommen uns ein bisschen so vor, wie im Paradies. Da die Inselentdeckung am Land ja nicht allzuviel hergibt, erkundeten wir das Riff bei einem netten Tauchgang unter Wasser. Am Nachmittag frischte der Wind auf und ich zog einige Runden mit dem Windsurfboard, während Heike in dieser wunderschönen Spätnachmittagssonne Yoga (auf unserem neuen Netz) machte.

Keine Beschwerden....  :-))

10. Juni, Carriacou, Grenada, Karibik - von Stefan (N 12 28.92 / W 61 27.80)

Endlich wieder unterwegs. Welch' Freude!

Nachdem wir unserer neues Vorsegel (ein Geschenk von der EILAND - Danke), das geändert werden musste, beim Segelmacher abgeholt haben, hiess es nach knapp 2 Monaten tatsächlich - ANKER AUF.
Die ersten 20 Meter der Kette konnte man als solche nicht mehr erkennen. Wäre ein Naturschützer in der Nähe, wäre die Kette sicher sofort zum 'Marine Park' erklärt worden, so sehr hat die lokale Flora Besitz von ihr ergriffen. Nach eine ekeligen Säuberungsaktion und einer halben Stunde später tuckerten wir dann endlich Richtung Ozean.
Doch bevor wir gen Süden die Segel hissen konnten, mussten wir den neuen Günther kalibrieren. Nach 6 Runden im gleichmässigen Kreis kalibrierte sich aber leider gar nichts. Mmmmmh. Hätte die Wasserschutzpolizei zugeschaut, hätten wir bestimmt pusten müssen...
Wie befürchtet war der Flux-Kompass zu dicht am neuen Motor eingebaut. Also, schnell ein anderes Plätzchen gefunden, nochmals ein paar Runden gedreht und der neue Super-Günther war einsatzbereit!

Ziel war in der (Fast-Voll-Mond-)Nacht an der Ostküste St.Lucia's und St.Vincent vorbeizusegeln, um am folgenden Vormittag in den kleinen Trauminseln nördlich von Grenada anzukommen.
Kaum waren wir im Channel zwischen Martinique und St.Lucia angekommen, da wurde es auch schon dunkel und Günther steuerte uns sicher durch die ruppige und chaotische See, die sich des öfteren über BAJU ergoss. Nach 2 Monaten im Naturhafen eine ganz schön krasse Umstellung. Nach kurzer Eingewöhungsphase hatten Heike und ich schon wieder Seebeine, und so genossen wir die nächtiche Überfahrt, so gut es die Bedingungen zuließen.
Am Morgen gab´s dann traumhaftes Segeln entlang schneeweisser Strände und Atollen, an denen sich die Dünung brach. Leider konnten wir hier nicht gleich unseren Anker schmeissen, da wir in Hillsborough, der Hauptstadt der Insel Carriacou, welche zu Grenada gehört, einklarien mussten.
Nachdem wir Carriacou entdeckt haben, werden wir sicherlich zu den Karibik-de-luxe Lagoonen vor Petit Martinique und Petit St.Vincent zurücksegeln und ein paar Tage dort verbringen, bis uns die Augen vom weissen Sand schmerzen.

Beim kategorischen Anker-schnorcheln (um sicher zu gehen, dass sich der Haken richtig eingegraben hat) bestätigte sich, dass die nächtliche Überfahrt nicht ohne Schäden geblieben war: Das Schwert, das wir auf Malta in scheisstreibender Eigenarbeit gebaut haben, war abgebrochen. Ärgerlich, aber nicht unerwartet, da wir wussten, dass es Wasser zog und es nur eine Frage der Zeit war, wann es zerbersten würde. Schon kurz nach Fertigstellung auf Malta war uns klar, dass das Schwert konstruktuelle Schwächen hatte und von Anfang an undicht war. Tag für Tag gammelte es nun vor sich hin. Vor ein paar Monaten setzen wir den Punkt 'Schwert neu bauen' auf die to-do Liste. Ja ja, es wird einem ja nicht langweilig. Für's Erste werden wir aber mit einem Schwert segeln, da jetzt Urlaubszeit ist :-)

Die Bastelleien von Martinique klappten alle hervorragend: Vom neuen Günther war noch nicht mal ein schnurren zu hören als er uns durch die hohe chaotische See manövrierte und die Backstagen und das neue Vorsegel funktionierten prima. Sehr erfreulich.

Nach dem Einchecken schwangen wir uns gleich auf die Räder, um in einer Nachbarsbucht Seglerfreunde zu treffen.
Erster Eindruck von der Insel: Tolle Strände mit super freundlichen Leuten, die am Strassenrand grüssten und die Kinder die Hand zum 'high-five' heraus streckten.
Nach so langer Zeit in 'Europa' ist es schön, wieder in der echten Karibik mit den bunten Bretterbuden und 'what's up, man?' unterwegs zu sein.

Nachdem wir Ulli&Imke von der EILAND in der einen Bucht verabschiedeten, fanden wir uns eine Stunde später zum Abendbesuch bei Tanja & Oren von der RENATA wieder, die während unserer Radtour neben uns ankerten. Alle werden die Hurrkansaison südlich von Grenada verbringen und lassen die Saison, so wie wir, hier ausklingen. Die Buchten um uns herum sind gespickt mit Seglerkollegen, von den wir die nächsten Tage bestimmt die einen oder anderen treffen werden.

24. Mai- 9.Juni. Mai, Le Marin, Martinique, Karibik - von Stefan  


Seit 2 Wochen ist nun Heike wieder da. Mensch, ihre Ankunft war wie Weihnachten, so viele Sachen hatte sie im Gepäck. Da wurden schwere Zahnräder und Niro-Ketten für unseren neuen Günther ausgepackt. Ein neues Netbook, Stopschalter für MAX, Sauerkraut, Brotgewürze, Alfala, ....
Der aktuelle 'Spiegel', die 'Zeit' und.... na, die 'GALA' halt (aber nicht weiter erzählen). Ich bin also wieder auf dem Laufenden, was die Heimat betrifft :-)

Neben ein paar Ausflügen haben wir die letzten 2 Wochen unsere Projekte zu Ende gebracht, was alles soweit gut geklappt und natürlich länger gedauert hat, als geplant. Dafür sind jetzt aber alle großen (und wichtigen) Projekte erledigt. Ok, das Unterwasserschiff muss noch geschliffen und gestrichen und ein neues Schwert gebaut werden. Aber erst einmal haben wir kein Bock mehr auf's rumwerkeln und freuen uns auf URLAUB, ohne morgens den Tages-Muckel-Plan zu besprechen.

Kaum zu glauben. Wir planen heute wirklich den Anker zu lichten und unseren Naturhafen 'Le Marin', in dem wir nun fast 2 Monate lagen, zu verlassen!
Vorher muss aber das Vorsegel, dass wir von unseren Seglerfreunden der EILAND geschenkt bekommen haben und zur Änderung zum Segelmacher gebracht haben, fertiggestellt sein. Heut Mittag wollte er fertig sein - schau'n wir mal. Ach ja, und ausklarieren müssen wir natürlich auch noch. Nach so langer 'Hafen- und Landzeit' kann man so was leicht vergessen....

Wir wollen die Nacht durchsegeln um in einem Rutsch 'Carriacou', die nördlichste Inseln Grenadas, anzulaufen. Alles was dazwischen liegt haben wir schon entdeckt und so sparen wir die verbleibende Tage bis zur Hurrikansaison auf, um Grenada zu besuchen. Es warten herrliche Kokussnussinseln, tolle Tauchspots und Natur pur auf uns!

Die lokalen Fischerbootracer segeln häufig an uns vorbei. Ganz schön schnell segeln die schweren Holzboote, die voller Einsatz ausgeritten werden.

 

 
Heike knotet das 2. Netz fertig ...
 
... und geniesst danach ihre Tat!
 

Die Wanderung die Südspitze Martiniques entlang ist sehr abwechslungsreich und gehört zu den highlights der Insel. Traumstrände, Steilküsten und Lagoonen mit Mangroven gesäumt. Dazu Salzseen und Geröllandschaften.

 

 

 

Oh Gottogott, so sieht's nach 2 Monaten ankern aus...
Die frisch installierte Lounge-Cockpit-Beleuchtung
Flexible Backstagen mit selbstgebastelten Rollen und hi-tech Block

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

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