20. September 2009 - Porlamar / Isla
Margarita - Venezuela - von Stefan
3 Wochen liege ich nun schon
vor Porlamar, 2 Wochen mit Heike und nun eine Woche allein.
Heike macht 2 Wochen Familienurlaub in Würzburg.
Ein bisschen komme ich mir vor wie April in Le Marin / Martinique. Dort
waren es aber ganze eineinhalb Monate, 4 Wochen davon alleine. Aber auch
hier nutze ich die Zeit um ein paar BAJU-Arbeitsprojekte zu erledigen.
Hauptsächlich soll das Schwert endlich fertiggestellt werden und BABY
BAJU bekommt Segelausstattung.... und eben 1000 andere Kleinigkeiten.
Ach neee, jetzt langweilt er uns wieder mit Muggelgeschichten ... ;-)
Ok, ich hör auf bevor ich richtig loslege.
So viel steht auch nicht auf der Liste aber manchmal kommt halt das Eine
zum Anderen... ;-)
Das Jahresprojekt : Bau des Seitenschwertes
Auf dem Bild sieht es sooo einfach aus...
IST ES ABER NICHT !
FIRE FIRE FIRE !!!
Als Heike noch da war passierte
der Alptraum eines jeden Seglers.
Ich war gerade damit beschäftigt die Dieselfilter zu wechseln, als Heike
plötzlich schrie: "Feuer, Feuer, scheisse, das Schiff hinter uns
brennt!"
Als ich hinausstürmte rauchte es ganz gewaltig aus dem Schiff, dass
direkt hinter uns im Ankerfeld lag. Sogar Flammen schugen schon aus dem
Innenraum. Oh Gottogott.
Sofort liessen wir das Dinghi zu Wasser und mit 2 Feuerlöscher bewaffnet
sauste ich hinüber und kam als erstes am brennenden Segelschiff, wo der
Eigner schon mit Notkiste am Bug stand. Da ein flotter Wind wehte war
es gar nicht so einfach längsseits zu gehen. Beim ersten Versuch wurde
ich ein bisschen zu weit nach hinten vertrieben, wo es wahrlich sehr heiss
wurde.
Der Eigner hupfte in mein Dinghi und versicherte mir, dass er alleine
sein. Was für ein Scheissgefühl. Der Besitzer hockt in meinem Beiboot
und muss zusehen, wie vor seinen Augen sein Heim in Flammen steht.
Wie schnell das geht!
Schon steht der Grossbaum halb in Flammen
und lässt den Alubaum verglühen. Hinten verkohlt das Dinghi, dass am Heck
festgebunden war, und versinkt samt Aussenbordmotor im Wasser. Aus der
Kajüte lodern die Flammen.
Schnell eilen Fischer mit ihren Booten und andere Yachties herbei, aber
in den ersten Minuten umkreist jeder nur die brennende Segelyacht. Der
Eigner schreit, dass 20 kg Gas im Heck des Schiffes jederzeit explodieren
könnten.
Dann rauscht Fabio, ein mutiger (junger) Spanier, mit dem Dinghi an,
wässert wie ein Profi seine Regenjack, erklimmt die Bordwand und fängt
an mit mitgebrachten Eimern zu löschen. Das gab die Initialzündung und
plötzlich begannen alle Fischer und Segler an das Schiff hinanzufahren
und löschten, was das Zeug hielt. Die Fischer mit Eimern, die Yachties
mit ihren Feuerlöschern. Und siehe da, recht schnell war der Brand unter
Kontrolle und verhinderte den Totalschaden und vor allem das Sinken des
Bootes.
Ich gab den Skipper bei der Hafenpolizei ab, die mittlerweile am Unglücksort
angekommen war. Mit zitterten Händen fuhr ich zu BAJU zurück.
Was für ein Schock.
Die Tragödie war natürlich das High-Light für die nächsten Tage in unserer
Ankerbucht-Comunity.
Das Feuer brach aus als der Eigner schlief und die Hauptmaschine zum
Strom laden laufen liess, da die Brotbackmaschine an war. Ein elektrischer
Defekt hat das Feuer ausgelöst. Zum Glück sprang der Rauchmelder gleich
an und so konnte er sich in Sicherheit bringen. An Löschen war für ihn
schon nicht mehr zu denken, so schnell sei alles gegangen.
Trauiges Ende: Das eins prächtige Schiff in Topzustand ist ein Totalschaden
und wurde für Zwanzigtausend Dollar einen Tag später verkauft. Der Eigner
entschloss die Seglerei an den Nagel zu hängen und nach Hause zu fliegen.
Zum Glück war er versichert. Hoffen wir einmal, dass es damit keine Komplikationen
gibt.
Eine handvoll Sachen, die wohl alle im Bug des Schiffes gelagert waren,
wurden auf einer Versteigerung verkauft, die am nächsten Tag organisiert
wurde. Essensvorräte, Ersatzanker, halb verkohlte Seile und ein paar Bücher,
die arg nach Rauch stanken. Auch wir beteiligten uns an dem Ausverkauf.
So hat Jack, der sich vielfach bei mir für die schnelle Rettung bedankte,
wenigstens ein bisschen Geld für seinen Neuanfang.
Viele Sachen (Fotoapparat, Signalpistole ... was halt im Schiff noch herumlag)
wurden übringens von den Fischern entwendet. Galten die Fischer für mich
zuerst als Helden, die sich schnell und furchtlos an der Löschaktion beteiligten,
relativierte sich dies nach diesen Erzählungen des Eigners. Ein Löscheimer
voller Wasser hinein, und dann der Eimer mit den letzten Habseeligkeiten
wieder zurück auf den Fischerkahn.
Offiziell musste Jack, der Eigner des Unglückbootes, nicht nur später
die Behörden für die ‚Rettung’ bezahlen, sondern auch 20 namentlich genannte
Fischer. Piraten!
Feuer ist wirklich nichts, was man an Bord haben will. Aber dieser Vorfall
lies einem mal wieder vor Augen führen, wie schnell so was gehen kann.
Viele Segler reden gerade diese Tage davon, ihr Schiff durch Brand verloren
zu haben. Ja und wenn man sich das so recht überlegt: Mein Vaters erstes
Schiff ist auch den Flammen zum Opfter gefallen.
Vor allem auf hoher See kann das ganz schnell lebensbedrohlich werden.
BAJU würde sicher innerhalb von Minuten verglühen und sinken. Mitten auf
dem Meer nicht so schön.
Wir haben beschlossen ein Messer und einen extra Feuerlöscher in der Nähe
des Dinghis zu installieren, um wenigstens schnell das Schiff verlassen
zu können, ohne schwimmen zu müssen.
Rauchmelder sind schon lange installiert und ein kompliziertes Stromladesystem
haben wir ja nicht.
Mögen wir von so einem Horror verschont bleiben!
AUFTANKEN
Seit Tagen sollte eigentlich
‚Mr. Diesel’, ein Fischer, der nach Feierabend mit seinem Fischerkahn
Diesel und Benzin an die Segler verkauft, seine Runde machen.
Irgendwie wurde daraus aber nie etwas. Tagelang liess er sich nicht blicken,
waren wir nicht an Bord, wenn er seine Runde machte, oder er vertröstete
uns auf morgen, da seine Fässer leer waren.
An der Tankstelle an einem Pier eine knappe Seemeile entfernt konnte
man nämlich schlecht anlegen. Ausserdem wurde dort das schwarze Gold nur
zum ‚Touristenpreis’ verkauft. Immer noch sehr günstig, aber halt nicht
zum Hugo-Hammerpreis.
Trotzdem machte ich mich dann letztens mit dem Dinghi und Diesel- und
Bezinkanister für 200 Liter auf den Weg zur Tanke, da mir die Unzuverlässigkeit
des Mr. Diesel auf die Nerven ging.
Der Tankausflug war die Reise wert.
Nicht nur, dass ich nach einigem Verhandlungen einen Preis von 8 Eurocent
pro Liter herausgefalscht habe, sondern auch um mitzuerleben, was sich
hier abspielte.
Als ich mit dem Dinghi an der hohen Tankpier mit einer Leine festmachte,
musste ich mir eine Zapfpistole, die alle im Wasser hangen (!!) schnappen,
um die Kanister zu befüllen. Alles war ölverschmiert, dreckig und ein
gelangweilter Beamter sass ihm Hintergrund, während die Tankstellenangestellten
herum wirbelten.
Umringt waren BABY BAJU von Fischerbooten mit ihren 40 – 100 PS starken
Aussenbordern. Da wurden dann pro Fischerboot schnell mal 200 Liter Benzin
in die Fässer gefüllt. Tanks waren es gar nicht, denn so grosse gibt es
kaum zu kaufen. Der erste Spritzer wurde häufig über Bord gekippt – man
will ja kein Wasser im Tank!
Waren die Tanks voll, wurde er der Zapfhahn wieder ins Wasser geschmissen
und die Zeche bezahlt.
Da es sich um 2-Takt Motoren handelt, wurden natürlich dementsprechend
Öl aus Literflaschen gleich dazugekippt. Der Deckel ging immer über Bord.
Wenigstens die leere Ölflasche wurde zurück auf die hohe Tankpier zurückgeworfen.
Leider selten mit Erfolg.
So wechelten auch Chipstüten, Colaflaschen, Zigaretten und Sonstigem,
was ein Fischer so zum Fischen so braucht, den Besitzer. Alles, was man
nicht mehr brauchte, landete natürlich im Wasser.
Wie ich so mitbekommen habe, zahlten die Fischer unter 100 Bolivar (10
Euro) für 200 Liter Benzin inklusive Öl und Chips & Co.
Als unserer spanischer Freund, Fabio, der mit mir den Diesel-Deal zusammen
erledigte, sich nach dem Fang erkundigte, wurde nur trüb berichtet, dass
man kaum etwas gefangen hat. Während wir tankten legten bestimmt 5 oder
6 Fischerboote an und vollgetankt wieder ab. Immer gleiches Spiel. Keiner
hatte wirklich einen grossen Fang zu präsentieren.
Das muss man sich mal vorstellen: Für ein paar Fischchen werden täglich
hunderte Liter Benzin und literweise Motoröl verheizt. Fast kostenlose
Energieversorgung und vom sozialistischen Präsidenten vergünstigte Aussenborder
(Wahlgeschenke) haben wirklich sehr perverse Auswüchse!
Nachtrag: Testigos - Bilder
Wie versprochen gibt's hier
ersteinmal an paar Bildchen von den 'TESTIGOS'', diesem Outpost irgendwo
zwischen Tobago und Isla Magarita:
Auf der flotten Überfahrt knallte es ordentlich an der
Angelleine. Ein kleiner und 2 fette Tunas... !!
Beruf: Fischer. Mit viel mehr kann man nicht sein Lebensunterhalt
verdienen. Ab Klasse 5 müssen alle Kinder zur Schule ans Festland.
Erstes Ausflugsziel: Die mächtigen Dünen, die der meist
kräftige Wind über die Hügel weht
Feinster Sand von den Ozeanwellen
gemalen
BAJU ankert allein hinter dem Riff
Der einsame Traumstrand läd zum....
...Nacktbaden in den Brandungswellen ein.
Die Wanderung auf die Bergspitze, die von einem Leuchtfeuer
gekrönt wird.
Allerhand Interessantes auf dem Weg
Nach schweisstreibendem Aufstieg werden wir
mit einer tollen Aussicht auf die Inseln der Testigos belohnt.
Kein schlechter Ankerplatz, oder?
Am nächsten Tag verholten wir uns an die 'Playa
Royale' - Die Bilder zeigen, warum der Strand "königlich" heisst.
Blick vom Ankerplatz. Palmen, weisser Strand, türkises
Wasser,
eine Bretterbude. So stellt man sich 'es' irgendwie vor...
Traumstrand
5. oder doch schon der 6. Tag in Polarmar, Venezuela, September 2009, von Heike
Es war einmal ein Backenzahn
In Downtown Polarmar lernten wir Steven kennen, ein Canadier, der seit 3 Jahren hier lebt. Er sprach uns an, ob er uns helfen könnte, anscheinend schrie mein Backenzahn förmlich nach Hilfe. Etwas misstrauisch schaute ich zurück, sagte aber das ich einen Zahnarzt suchte. Er gab mir die Adresse von Dr. Jose Antonio González, Odontólogo (Zahnartzt). Wir schnackten noch ein wenig und erfuhren wichtige Dinge, wie z.B. bei Anita gibts Bier für 1 Boli (8 Boli´s sind 1 Euro) und beim Restaurante mit dem Bananengarten davor gibt´s täglich das wechselnde Menu del Dia für 26 Boli. Steve ist Sonntags immer in der Rum Bar beim Concord Hotel, vielleicht treffen wir ihn nochmal, nach seiner Telefonummer haben wir irgendwie gar nicht gefragt - ganz vergessen. Nachdem wir mit Bolivars ausgerüstet sind und nun wussten, wo ein guter Zahnarzt ist, entschlossen wir uns mit dem Bus dorthin zufahren, schliesslich war Freitag und Samstag/ Sonntag hat bestimmt kein Zahnarzt auf. Steve hatte den Weg super beschrieben und wir fanden das Haus, nach einer 10 minütigen Busfahrt, auf Anhieb. Im 2. Stock standen so um die 25 Stühle, auf denen hauptsächlich Frauen sassen und es zweigten unzählige braune Türen vom Flur ab.
Nirgendwo ein Empfang, geschweige den mal eine Info, wo was ist. Ich bin jede Türe abgeschritten und auf einer Stand dann ganz klein Dr. Gonzales. Darunter irgendwas auf Spanisch, was ich verstand als: bitte nur einmal klopfen und warten. Genau in dem Moment kam eine Dame von links und klopfte und wartete. Kurz darauf öffnete sich die Tür und eine Zahnarzthelferin mit Handschuhen und Mundschutz stand vor uns, die Tür einen klitzekleinen Spalt geöffnet. Im Hintergrund der Zahnarzt beim Bohren. Die Frau vor mir sprach so schnell, ich hab nix verstanden. Fast wurde die Türe wieder geschlossen, bis ich schnell noch ein "Perdonna" rausbekam. Ich erklärte, dass ich Zahnschmerzen hätte und den Doktor sehen müsste. Ok. Hinsetzen und warten - war die Antwort. Ausser einem Fernseher gab es nix, keine Gala, keinen Spiegel. Schade, dass ist doch immer das schöne am Arztbesuch - sich auf den aktuellen Stand bringen. Das so viele Frauen hier warteten, lag daran, das hinter einer anderen braunen Tür ein Frauenarzt behandelt. Was hinter den übrigen 15 Türen versteckt lag, weiss ich bis heute nicht.
Nach 45 min durften wir eintreten und ich gab mein bestes dem Dr. Jose Antonio González mitzuteilen, das mein Backenzahn Probleme bereitet. Eigenltich wollte er Mittagpause machen und hatte einen wichtigen Termin. Mmh, er schaute sich den Zahn an und fing wild an rumzumachen. Keine Ahnung was er tat allerdings tat es höllisch weh und ich stoppte das Ganze. Ich verstand, das der Zahn gezogen werden musste, da er durchgebrochen war. Er winkte Stefan herbei und dieser bestätigte mir: durchgebrochen. Das Ding muss raus, nix zu machen!
González wollte gerade mit der Zange fortfahren, als ich höflich fragte, ob er mir nicht vorher eine Spritze geben wolle. Dieser rollte die Augen, lächelte aber und muss sich gedacht haben: diese Gringos, können gar nix aushalten. Naja, 4 Spritzen gab er mir. Aber nicht das wir warteten, bis die Wirkung eingesetzt hat. Nö! Gleich wurde weiter gezogen. 3 Teile, das Blut spritze, die 3. Zange war so gross, dass Stefan nur sagte, dass er diese auch auf BAJU im Werkzeugkasten hätte. Na super, ich sass schweiss gebadet auf dem Stuhl, ein Absauggerät gab es nicht und ein Glas Wasser erst auf Anfrage als ich ein Stück Zahn im Mund spürte und diesen nicht wirklich runterschlucken wollte. Gonzáles telefonierte noch 2x während er mir den Zahn zog und verschob seine Termine. Die Zahnarzthelferin war ein bisschen verärgert, da sie wegen mir später Mittag machen konnte und v.a. mein ganzes Blut aufwischen musste.
Als das gute Stück draussen war meinte González, dass es höchste Zeit war, das Ding hätte explodieren können, da schon alles rundherum entzündet war. Ach ja, und 5 Tage nix essen. Wie?! Nix essen, 5 Tage. Das wurde auf 3 runtergehandelt und mit "solamente comida liquida" (nur flüssige Nahrung) besiegelt. Ein Rezpet für Schmerztabletten, eine Termin zum Nachsehen und eine Rechnung über 8 Euro - schwupps waren wir wieder draussen.
Die Praxis oder soll ich lieber sagen, das Zimmerchen (mein Kinderzimmer daheim ist grösser), war steril, hatte alles an Geräten, was man so braucht, die Akten stappelten sich an der Wand, ein mini Schreibtisch mit Stuhl für den Doctore und die Zahnarzthelferin stand rum, für ein Stuhl für sie war leider kein Platz mehr. Nicht der Luxus wie in Deutschland, aber die Qualität bestimmt nicht schlechter. Und das für 8 Euro. In Deutschland würde man dafür noch nicht mal einen Termin bekommen.
Zur Sicherheit schlucke ich Antibiotika. Die drei Tage Suppenessen sind vorbei, das Loch ist riesig und ich hoffe das es gut verheilen wird. Schmerzen sind noch da, aber ich bin ja keine Meme auch wenn Dr. Jose Antonio González da was anderes denkt. Was für eine Aktion, gut das das nicht im Hula-Hula Land passiert ist.
Gonzáles hatte ganz vergessen mich zu fragen, ob ich meinen Backenzahn, besser gesagt die drei Einzelteile, mit nach Hause nehmen will. Schade, jetzt gibt´s nix von der Zahnfee.
Es war einmal (m)ein Backenzahn.
29. - 30. September, Porlamar, Isla de Margarita, Venezuela - von Stefan
Nach gemütlichem Day-Sailing und lustigem Fischerboote-Ausweichen vor der Küste Margaritas, fiel der Anker vor Parlamar, dem kommerziellen Mittelpunkt der Insel. Diese Ankerbucht zählt wie Gran Canaria, Martinique, Trinidad oder Panama zu den Durchgangsstationen der Fahrtenseglergemeinschaft.
Nicht nur das es auf dem Weg der Blauwasserroute liegt, es ist auch ungemein günstig, sich hier zu proviantieren. Dazu aber nachher noch etwas mehr. Neben den Durchreisenden liegen aber hier wie vielerorts auch die Hängengebliebenen, die hier Dauerstopp machen. Die Gründe sind vielzählig. Das es sich auf der Insel sehr günstig lebt und Venezuela außerhalb des Hurrikangürtel liegt, trägt sicherlich dazu bei.
So liegen auch ein paar gesunkene Yachten in der Bucht und auch welche, die es bald tun werden. So ein Anblick tut einem wirklich Leid. Einst ein Lebenstraum, nun ein Stück rostender Stahl im Wasser, auf dem der Pelikan sitzt.
Wir genießen in vollen Zügen das reichhaltige Angebot Parlamars. He, hier gibt’s sogar Hochhäuser, eine ganze Menge sogar. Das letzte Mal haben wir so was in Las Palmas auf Gran Canaria erlebt, und das ist immerhin fast 9 Monate her! Ja, auf Martinique standen auch ein paar, aber nicht vergleichbar mit der Skyline hier auf Margarita!
Die Stadt ist extrem lebendig mit Geschäften überall und Garküchen an jeder Straßenecke. Und was für leckeren Kram. Empanadas (in Öl frittierte gefüllte Maisfladentaschen), Fleischspieße, Burger, .... und das alles zu unter ein Euro Preisen.
Bier in der Strandbar 50 Cent, Cocktail (aus frischen Früchten gemixt) ein Euro. Taxi unter 2,-. So lässt es sich leben, gerade nach den teuren West Indies, wo man froh war, wenn man Fisch gefangen hat.
Das allerschärfste ist natürlich der Spritpreis. Festhalten!
Benzin 8 Cent der Liter, Diesel 6 Cent.
Ja, man hat's schon mal in irgendwelchen Tabellen gelesen, aber wenn man es sieht, fasst man es erst richtig.
Dementsprechende Autos sieht man hier herumfahren. Richtig oberfette Ami-Schlitten, in denen der 4 Liter Hubraum nur so dröhnt, und es schon ein wenig dauert, bis das gesamte Auto an einem vorbeigefahren ist. Oder der Mini-Van, über dessen Motorhaube man kaum hinübergucken kann. Die Tanknadel nur beim Anlassen zuzuschauen würde im Europa Kopfschmerzen bereiten.
Diese alten Dinger sind natürlich schon vor 20 Jahren fast vor dem Auseinanderfallen gewesen - und laufen immer noch. Umwelttechnisch ein Riesenkatastrophe, zum anschauen und -fühlen, der Oberhammer.
Heute haben wir die Touristenstrände im Norden der Insel besucht - Sonntagstrandtag.
So muss es an der Copa Cabana zugehen. Ein Riesenrummel an riesig langen Palmenstränden, die Sonnenschirme in Feldern hübsch in Reihe. Einfache Strandbuden bis hin zu trendy Lounge-Clubs. Die kinderreiche Normalfamilie bis zu den Superreichen, die sich in der den Hummer servieren lassen. Wellenreiter düsen durch die badende Menge. Viel Alkohol wird getrunken. Und gegessen.
Wohl deswegen haben die meisten Leute leider ein paar zu viele Pfunde auf den Rippen. Aber trotzdem sind die Mädels, bis ins höhere Alter, im String-Tanga unterwegs. Südamerika halt. Junge und reiche Frauen haben fast alle Ballonbusen. Hier sieht man, wie der Chirurgenmarkt in Venezuela boomen muss.
Heikes Zahn ist übrigens draußen! Nur schon mal im Vornerhein, für diejenigen, die sich Sorgen gemacht haben. Die ganze Story wird Heike aber sicherlich ins Logbuch schreiben.