28.Oktober 2009 - Von der Isla de Margarita zu den 'Los Roques' Venezuela - von Stefan
Die folgenden 2 Tage nutzten wir, um auszuchecken und noch einmal ordentlich Diesel und Alkohol zu bunken. Billiger wird wohl beides auf der ganzen Welt nicht mehr. Als ich 2 grosse Kisten mit Rum- und Ginflaschen, die alle liebevoll eingepackt und verstaut waren, in 5 Liter Plastikbehälter umfüllte - Gewicht sparen ;-) - konnte ich mir nicht verkneifen daran zu denken, das daheim der Liter Benzin mehr kostet, als diese wertvolle Fracht. Als Staufach wurde kurzerhand der 2. Wassertank stillgelegt und zum Weinkeller erklärt :-)
Über Nacht rauschten wir bei teils kräftigen Wind den 'Los Roques', einem riesigen Archipel mit hunderten Inseln und Atollen, entgegen. 'Los Roques' ist ein Naturpark, gehört zu Venezuela und ist bis auf einige Inseln unbewohnt.
Es war ein schöner Schlag mit achterlichen Winden und es war toll seit langem mal wieder mit 12 Knoten die Wellen herunter zu rutschen. Nachts 'bremsten wir ein wenig, um nicht vor Morgengrauen auf den Los Roques anzukommen. Hier heisst es nämlich, wie auch schon auf Tortuga, 'eye-ball navigation' (Navigation nach Sicht), da dieses riesige Atoll von Untiefen gepickt ist, was die zahlreichen Wracks am Aussenriff sehr deutlich machen. Die Positionen der Karten haben häufig absolut nichts mit der Realität zu tun. Grosse Teile dieses Atolls sind überhaupt nicht vermessen, andere sollen das letzte Mal zum 2.Weltkrieg vermessen worden sein. Also besser polarisierende Brillen und Augen auf.
Wie's uns hier ergeht wird im nächsten Logbucheintrag beschrieben, was ab jetzt wieder etwas zeitnäher geschied.
11. - 25. Oktober - Margarita, Cubagua, Tortuga, Mochima, Cubagua, Coche und Margarita - 2 Wochen im Paradies mit Inga und Nadine - von Stefan
Lange nichts geschrieben - viel ist passiert.
Nach 5 Wochen Servicestopp auf Margarita war BAJU picobello in Ordnung. Das neue Schwert einsatzbereit, alles geputzt und geölt und 1000 Kleinigkeiten erledigt, so dass wir sehnsüchtig darauf warteten, endlich abzulegen um die Inseln um Margarita herum zu entdecken.
2 Wochen segelten wir mit Inga und Nadine, die mit uns schon im Mittelmeer unterwegs waren, über die Isla Cubagua nach Tortuga, einer Trauminsel mitten in der karibischen See. Das blau-leuchtenden Wasser und der weisse Pulverstrand mit all den Schätzen sowie die einfachen Fischercamps werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Zurück ging es über den Mochima-Nationalpark an der Nordküste Venezuelas, was ein besonderes Naturereignis nicht nur über sondern auch unter Wasser für alle von uns war. Was schnorcheln über die "LSD-Korallenbänke" heisst, lässt sich schlecht in Worte fassen.
Von grossen Schulen Delphinen gefolgt hiess es dann für 2 Tage Sportsegeln in Kreuzschlägen gegen Sturm und Wellen, um unseren Ausgangspunkt zu erreichen. Inga und Nadine können nun nicht nur Palstek und Kreuzknoten sondern sind auch sturmerprobt!
Zum Glück war Sonntag als wir zum Abschiedstag durch die quirllige Strassen Porlamars schlenderten. Werktagsgewusel hätte uns nach 2 Wochen Einsamkeit sicher von den Socken gehauen.
Eine Fotostory über diese 2-Wochen-Traumsegeln folgt später, da wir zur Zeit mitten im 'Los Roques' Atoll kein Internet haben.
03. Oktober 2009 - Porlamar / Isla
Margarita - Venezuela - von Heike
Wir ankern noch immer vor Porlamar und geniessen die Insel, die fantastischen
Einkaufsmöglichkeiten und unsere ganzen "Yachties", die langsam
alle hier antrudeln. Es ist immer wieder wunderbar, neu gewonnene Freunde
wieder zu sehen. Stefan bastelt fleissig am Schwert, ich nähe uns einen
neuen Sonnenschutz und neue Kissenbezüge und nebenbei entdecken wir ein
wenig Margarita. Mein Spanisch wird von Tag zu Tag besser und langsam
haben wir es raus, wo wir lecker essen können, welcher Bäcker das beste
Brot backt, wo das Bier nur einen Boli (15 Cent) kostet und welcher Baumarkt
welches Sortiment hat. Mmmmh, eigentlich ein Zeichen, dass wir weitersegeln
sollten. In einer Woche besuchen uns Nadine und Inga. Mit ihnen werden
wir die venezolanische Inselwelt entdecken.Aber bis
dahin haben wir noch ein paar Touripunkte auf Margarita abzuhaken und
natürlich soll das Schwert fertig sein.
Playa de Agua - das Touristenzentrum auf Isla Margarita. Der Blick auf den wirklich
schönen Strand wird leider von Sonnenschirmen, Sonnenstühlen, Menschenmassen
und etlichen Coca-Cola Verkäufer verdorben.
Playa Parguita - Sonntags am Strand: die echt coole Beach
mit echt coolen Typen, echt cooler Musik,
echt coolen Beachbars und unglaublich vielen Plastiktitten...
der Champus fliesst, Lobster wird an den Liegestuhl
serviert... Geld spielt einfach keine Rolle.
Was für ein Gegensatz zu den Bretterbuden
in denen oft mehrköpfige Familien hausen.
Der Rumtest: wieviel Flaschen von welchem Rum sollen
wir kaufen?
Stefan's Arbeitsplatz mit Blick auf unsere Ankerbucht
Frische Fruchtsäfte (unser Favorit: Ananas-Orange)
- endlich wieder zu normalen Preisen.
Wir mit der Crew von der AKKA
Plaza Bolivar,
eine Oase der Ruhe inmitten von
venezulanischem Verkehrschaos.
Wie praktisch - eine Schubkarre als Obststand.
Südamerikanischer Flair
Mittags lecker für 3 Euro ein "Menu del Dia" schlemmen.
Es gab Guyana-Saft, Kürbiscremesuppe, Hühnchen aus dem
Ofen mit Reis und Salat und anschliessend eine starken Kaffee.
Die Busse sind bemalt mit ihren Haltestellen. Manchmal ist einem sogar
der Blick aus dem Fenster verwährt, vor lauter 'Wo-fahre-ich-hin'-Schrift.
Für uns als Touis allerdings praktisch - bis jetzt sind wir noch nie im
falschen Bus gelandet.
Oh Manno, sind das dicke Dinger! Im Schaufenster geben sie die richtige
Grösse vor. Jetzt stellt euch die mal bei ner echten Puppe vor - am Strand
im knappen Bikini......
Bei den ganzen Gittern dachten wir, wir sind im Knast.
Aber ne, wir waren tatsächlich richtig: im öffentlichen Krankenhaus.
Stefan hat seine notwendigen Impfungen (Geldfiber, Tetanus, Hepatitis)
bekommen. Alles steril, sauber, sehr freundlich und dazu noch gratis.
Es lebe der sozialistische Staat ;-)