13.
- 30. November 2009 - Bonaire, Klein Bonaire, Aves Inseln, Bonaire,
Klein Curacao, Curacao - von Stefan
Ein paar Tage nutzten wir, um Bonair zu entdecken.
Mit dem Mietwagen ging es in den Nationalpark im Norden, mit dem
Fahrrad in the Windsurflagoone im Westen.
Dann ging es mit Onkel Helmut, Freund Siegfried and Ex-Arbeitskollegin
Katharina ein Woche in das Atoll der 'Aves Inseln'.
Nach
tramhaften Tagen in den Aves, ging es mit meinen Eltern, Bruder,
Onkel Helmut and Heikes Onkel Karlheinz über Klein Curacao nach
Curacao.
Für beide Trips wird es natürlich eine 'Foto&Story' geben.
12.
November 2009 - Bonaire / Niederländische Antillen - von
Stefan
Wir sind in Holland.
Der Kühlschrank ist nach 2 Wochen Einsamkeit sowieso leergefegt und so
verputzen wir ersteinmal 'Grote Frietches med Mayo'. Wir haben uns schon
so darauf gefreut....
Echt lekker!!
P.S. Nein, ich trage normalerweise keine Polo-Hemden aber wir kamen gerade
vom Behördengang ;-)
Meine Eltern sind schon seit letztem Wochenende auf Bonaire und werden
freudig begrüsst.
30. Oktober - 11. November 2009 - Von Isla Margarita
zu den Islas 'LosRoques' und Islas 'Aves' - von Stefan
Hier ein paar Fotos vom 2-wöchigen Törn von Margarita nach Bonaire, wo
wir in den Los Rques sowie den Aves-Inseln halt machten.
Achtung: Sonnenbrillen aufsetzen...!!
Der Diesel-Man
Vor dem Losfahren noch schnell die letzten Tropfen Treifstoff
aufgefüllt, den Supermarkt leergekauft und uns mit einer Sushi-Party von
Chiki und Fabio, die wir die letzten Wochen arg lieb gewonnen haben, verabschiedet.
Da die Los Roques ein Atoll ist, d.h.
kaum Landmassen besitzt und wenn dann nur ganz flache, kann man es erst
erkennen, wenn man schon fast da ist.
Dann heisst es sicher durch die Einfahrt zwischen den messerscharfen Korallenblöcken
hindurchfinden. Im Atoll ist das Wasser dann glasklar und ohne Wellen.
Leider findet nicht jeder die Einfahrt, wie an den zahlreichen Schiffswracks
zu erkennen.
Wir ankerten die ersten Tage direkt hinter dem rauhen Aussenriff an
der Ostseite.
Unter Wasser. SPEKTAKULÄR!
Im Atoll dann Segeln der wie im Traum: Bei leichtem Wind in
Schlangenlinien durch das riesige Atoll.
Die hellen Untiefen sind leicht auszumachen und bilden ein fast unwirkliches
Bild.
Ein paar Häuser, die meisten Posadas (Hostels) für die
Wochenend-Touristen, die mit dem kleinen Flugzeug auf der Piste von 'El
Gran Roques', der Hauptinsel der Roques, landen, sind alle hübsch und
einladend hergerichtet.
Hier regnetes es tatsächlich nach mehrere Monaten für uns das erste Mal.
Die Pelikane erfreunte sich am Nass so wie wir. Hätten wir doch bloss
dieSchiffs- Luken zu gemacht ;-)
Das kurzzeitige Mükenproblem
wurde prakmatisch gelöst...
Auf den Weg zur nächsten Traumbucht mussten wir unseren Tuna-fang leider
mit einem anderen Räuber teilen. Einer mit sehr spitzen Zähnen...
Heike neuer Liebling:
Unser brandneuer 2-PS Yamaha Aussenborder, der unseren alten Honda 4-Takter
ablöste
und wir dem Rüdi von der Segelyacht 'Verena' vermachten.
Eigentlich wollten wir auf den 'Los Roques' kiten bis der Arzt kommt.
Aber leider liess uns der Wind, der hier normalerweise sehr häufig stark
& konstant bläst, im Stich.
Wenigstens reichte es für ein kurzen Ritt an einem Nachmittag in den Aves-Inseln.
Dieser entschädigte aber für einiges!
Ich flitzte über das flache hell-türkisene Wasser, ab und zu die Korallenblöcke
und mal ein flüchtender Schwimmschwarm, der durch den Schatten des Kites
aufgeschreckt wurde.
TRAUMHAFT!
So machen Strandspaziergänge Spass . Cayo de Aqua, wo eine Landzunge
2 Inseln verbindet. Wo gibt's den so was?
Selbst am einsamen Strand kommt die Kunst nicht zu kurz: Man muss nur
hinschauen....
Für diesen 2-wöchigen Trip hätten wir gerne 2 Monate Zeit gehabt.
Aber so ist nun einmal: Auf Bonaire erwarten uns schon meine Eltern, Chartergäste
warten auf Urlaub mit uns und Heike fliegt für einen Kurzbesuch nach Hause.
5. November 2009, Los Roques, Venezuela - von Heike
"Hunting Time"
Im Kühlschrank herrscht totale Ebbe: Es gibt noch eine letzte Gurke, eine verschrumpelte Paprika und einen kleinen Kürbis, ansonsten ist alles Frische aufgegessen. Selbst Butter, Käse und Wurst sind leer. Als vorsorglicher Smutje sagte ich mittags zum Käpt´n: "Heute Abend müssen wir los und einen Fisch fangen." Der Plan ist schnell gemacht. Erst mal mit dem Dinghy long-line fischen und wenn nix anbeist, mit der Harpune jagen gehen.
Es ist 16:30 Uhr, neben uns springen schon die Fische aus dem Wasser, ein Zeichen dafür, das die "Hunting Time" beginnt. Kleine Fische werden von grösseren Fischen gejagt und deswegen versuchen sie sich durch den Luftsprung zu retten. Wenn dann nicht die Vögel wären. Hunting Time für jeden eben. So auch für uns. Das Dinghy wird gepackt und wir düsen los. Als nach einer halben Stunde Angelleinenhinterhergeschleppe noch immer nix zum Braten in der Pfanne anbisss, hatte ich keinen Bock mehr. Die Geduldige bin ich nun mal nicht.
Das Dinghy wurde geankert und die Harpune vorbereitet. Ab ins Wasser - los geht's.
Irgendwie habe ich beim Sonnenuntergangs-Schnorcheln immer im Kopf was Chris' Frau zu mir in Grenada gesagt hat: "When it is hunting time in the Bahamas, you never go swimming." Wenn es Jagtzeit ist - sprich Sonnenuntergangszeit - geht man in den Bahamas nie schwimmen. Denn jeder jagt, auch die Haie.
Aber was soll's, wir sind ja nicht in den Bahamas, sondern in Venezuela. Haben wir letztens beim Schnorcheln einen kleinen Riffhai gesehen und unser Fisch an der Angel wurde vom Hai abgebissen, so dachte ich in diesem Moment eigentlich gar nicht an irgendwelche Haie, sondern einfach nur ans Jagen. Ich will doch heute Abend was leckeres essen.
Ich schnorchle voraus, Stefan noch mit der Harpune beschäftigt, da sehe ich dicker Dinger: Papageienfische. Ein ganzer Schwarm und wie riesig die sind. Sonst wirklich schön anzusehen, dachte ich heute nur "Hunger" und wies Stefan darauf hin. Er schwamm gleich hinterher und war mit sich und seiner Beute beschäftigt. Stefan drückt ab, in dem Moment denke ich nur, ach, die silbernen mit dem gelben Streifen da rechts sehen ja auch lecker aus.
Und da taucht er plötzlich aus dem Nirgendwo auf. Ein Riffhai auf Jagt. Scheisse! Ich schreie, naja, so wie es eben unter Wasser halt gar nicht geht, gestikuliere wie verrückt, paddle wild mit den Flossen, ... mache eigentlich alles, was man nicht machen soll!
Ich war total geschockt und unvorbereitet. Stefan kapiert die Lage und wir schwimmen sofort ins seichte Wasser über das Riff um Schutz zu suchen. UFF! Erstmal verschnaufen, aber immer Ausschau nach dem Hai haltend. Glücklicherweise ist der Harpunenpfeil an dem bunten Papageienfisch abgeprallt, so hart sind seine Schuppen, und es floss kein Blut. Wie die Situation ansonsten ausgegangen wäre... ?
Der Hai war - wie wir anderen auch alle - im totalen Jagtfieber. Hunting Time, eben!
Hoffentlich hat der Hai was zu fressen gefangen, denn wir haben wenigstens immer einen Backup Plan: Spagetti.
4. November 2009 - Los Roques, Venezuela, von Stefan
Das letzte Fleisch ist aufgegessen und so war es an der Zeit mal wieder ein Fisch zu angeln. Pünklich zu dieser Zeit knallte uns ein fetter Tuna an die Angelleine. Als ich das Ding in Sichtweite hatte, musste ich mit Entsetzen feststellen, dass ihn wohl ein Hai ebenso lecker fand: Die hintere Hälfte des Tunas war glatt abgebissen. Man konnte die Abdrücke der messerscharfen Haizähne deutlich erkennen. Wow, so was ist uns auch noch nicht passiert.
Aber ok, die vordere Hälfte wird uns heute auch satt machen...
Der Anker fiel in der 'Cayo del Aqua' - quasi eine Badewanne in der Riesenbadewanne: Um uns herum sind die dünnen Strandstreifen mit Büschen und ein paar Palmen gesäumt das Schaumbad und wir das kleine Quitscheentchen inmitten der türkisfarbenden Weiten.
Wir ankern in 1,5 Meter Wassertiefe. Die grossen Seesterne unter uns sind mit blossem Auge deutlich zu erkennen. Manchmal fragt man sich, ob dort wirklich noch Wasser ist.
Da sich Familienoberhaupt 'Erwin' zur Visite angesagt hat, verordnete Heike Holzpflege der Ruderdollen, bei denen schon erheblich der Lack abfiel und bestimmt von Erwin beanstandet würden.
Als ich mit Schleifmaschine Heikes Vorarbeit fertigstellte, flog ein mächtiger Rochen unter meinen Füssen entlang. Er wurde wohl neugierig vom Geräusch der Schleifmaschine, nach dem Motto: "Frechheit, wer macht solch einem Lärm in meinem Garten", angezogen und zog seine Bahnen unter BAJU entlang.
So macht selbst das Holzschleifen Spass!
2. November 2009 - Los Roques / Venezuela - Karibik - von Stefan
Los Roques ist eine riesen Badewanne - 50 km lang und 30 km breit. Die grossen Wellen brechen sich am Aussenriff, so dass man sich in dem Atoll vorkommt, wie auf einem Baggersee, so ruhig ist es.
Von Ankerplatz zu Ankerplatz segelt man durch tiefblaues Wasser. Hellblaues heisst 'Achtung - Untiefe', dann klettere ich in den Mast, um zu schauen, ob und wie man sie unsegeln kann oder Heike hält vorne am Bug Ausschau. Fast weisses Wasser heisst 'Stehrevier'. Diese Stehreviere sind oft kilometerlange Streifen, mitten in dieser riesigen Badewanne.
Zum Windsurfen und Kiten das beste Revier, was ich je gesehen habe. Und so war es ja auch für uns geplant: Kiten bis der Arzt kommt.
Ja, so war es geplant. Der Wind bläst hier normalerwiese konstant mit 15-20 knoten, optimale Windbedingungen, um mit dem Schirm Spass zu haben. Aber diese 2 Wochen, aussgerechnet diese 2 Wochen macht der Wind ne Pause. Manchmal weht ein laues Lüftchen, ein anderes Mal scheint die Innertropische Konvergenzzone (ITZ) direkt über uns zu liegen. Dann bauen sich riesige Wolkentürme über uns auf. Gestern hat es sogar seit Tobago, was nun schon 3 Monate zurückliegt, das erste Mal geregnet - ein fetter Tropenschauer. BAJU ist jetzt entsaltzt, entstaubt und alle Behälter mit Süsswasser gefüllt, aber zum Wassersport ist so eine Wetterlage denkbar ungeeignet.
So erschnorcheln wir hier jede Bucht, schlendern an den langen weissen Stränden entlang oder faulenzen im Netz. Bis zum heutigen Tag hat sich die Windvorhersage nicht geändert: Laues Lüftchen aus Ost. So was haben wir seit 2 Monaten nicht mehr erlebt. Frechheit!
Und wir haben uns so sehr auf's Kiten gefreut. Na, vielleicht kommt ja noch was.
Vorgestern waren wir auf der Hauptinsel, El Gran Roque, die einzig bewohnte, im Krankenhaus. Es war Zeit für meine zweite Hepatitis Schutzimpfung. In Porlamar hat man mir versichert, dass ich hier meine 2. Spritze bekommen könnte. Ist ja auch was: in einem der wohl abgelegesten Ecken in der ganzen Karibik, wo jeder einmal träumt Urlaub zu machen, bekomme ich meine Impfung :-)
Das Krankenhaus konnten wir eigentlich nur erkennen, weil dort 2 Schwestern mit diesen typischen hell-blauen Kitteln standen. Sonst war es eine Holzhütte wie jede andere. Und auch innen - sehr spartanisch. 2 rostige Betten in einem Raum, ein anderer Behandlungsraum nebenan. Ein drittes Zimmer war die Zahnarztpraxis. Alles da, halt nur ultra-simpel.
Nach längerem Palaver bekam ich dann tatsächlich meine Impfung von einer sehr netten Schwester, die mir die Spritze mit (zu viel) Vergnügen reinrammelte, so dass ich heute noch an die denken muss.
El Gran Roque erinnerte uns an irgendein Backpacker-Dörfchen in Asien. Viele liebevoll gepflegte 'Posadas' (Hostels) alle hübsch bunt angemalt und geschmackvoll eingerichet, an den Strassen, alle reine Sandpisten, mit simplen Bars und Cafe. Nur die Backpacker fehlen.
Hier eine kleine Pension besitzen? Mmmmh, bei 1600 Einwohnern auf einer kleinen Insel mitten im Meer vielleicht doch ein wenig zu 'überschaubar'.
Wir erledigten die Formalitäten und schipperten lieber mit unserem schwimmenden Heim zur nächsten einsamen Insel.