Januar 2010:
31. Januar 2010 Sonnenuntergang, auf dem Werg nach Kuba, Haiti querab - von Stefan
Um 16 Uhr sind sind wir Anker-auf gegangen, um Kurs Kuba anzulegen. Wir planen mit 2 Nächten: Wenn's gut läuft kommen wir dann am 2.Februar morgens in Santiago de Cuba an. Wenn's schlecht läuft am Nachmittag. Wenn's ganz schlecht geht, dann noch ne Nacht - schau'n wir mal, welche Überraschungen auf uns warten.
Haiti lassen wir im Sicherheitsabstand 15sm querab, um dann in die 'Windward Passage' zu durchsegeln. Dann im Süden von Kuba entlang bis nach Santiago.
Eben biss ein leckerer 'Kingfisch' an und die Abendessenpläne wurden von Nudeln mit Pesto auf Spaghetti Aglio mit Chili, getrocketen Tomaten, Lemon und Fischfillet geändert. Nette Überraschung.
Lange Dünung rollt von schräg hinten heran und ein leichte Brise lässt uns mit gemütlicher Fahrt durch den Ozean schippern. Gerade geht die Sonne unter - traumhaft. So ein Sonnenuntergang auf See ist immer was ganz besonderes. Muss ich mir ansehen....
30. Januar 2010, Nationalpark "Cayo Siete Hermanos", Insel Tororu, immer noch DomRep, Karibik - von Heike
Ich bin tatsächlich krank. Mmmmh, muss daran liegen, dass ich in kurzer Hose und Spagetti-Shirt 4 Stunden bei Steve im Internet gesurft habe. Da ging ein ganz schöner Wind und ich muss mich tatsächlich verkühlt haben. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine Erkältung hatte. Ist ewig her. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir die Schneemeldungen aus Dtl. zu Herzen gehen und ich sehr gerne Roddeln und Schlittschuhlaufen würde. Allerdings, bei dem Gedanken an soooo viele Minusgrade ... ahh, da bin ich doch froh, hier in der Karibik meine Erkältung auszukurieren.
Wir haben in Luperon ausklariert und sind die 50 Seemeilen zu diesem Nationalpark gesegelt. Herrliches Passatsegeln mit Fischfang (unser neuer Tuna-Fang-Rekord: 5kg) inklusive.
Das Ausklarieren hat sich nicht als ganz einfach erwiesen. Der Immigrationsbeamte war nett, und wollte nur seine offizielle Ausklarierungsteuer (45 USD). Ok, geht klar, mit offiziellem Beleg. Dann zur Hafenmeisterrei, die wollen 10USD, für Abfall, Ankern, ... ok sieht man ein, wir lagen eine Woche in der geschützen Bucht und haben einige Müllsäcke weggebracht, dazu ist es sicher und bewacht. 10 USD fair enough. Danach mussten wir noch zur Comandancia und uns den "despacho" holen, den wir in Kuba brauchen.
Hier lief es nicht so glatt. Wollte der Typ tatsächlich einfach so 20 USD. Ich sagte, ja klar, mit ordentlicher Quittung. Aber die hatte er natürlich nicht. Nach langem Hin und Her (zum Glück spreche ich Spanisch) haben wir uns auf 10 geeinigt. Er drohte natürlich mit Schiffsdurchsuchung und Drogenhund, aber wir liessen uns nicht einschüchtern. Von 10 USD war er nicht begeistert, hat das Geld aber sofort in seine Hosentasche gesteckt, und wir hatten den wichtigen Zettel in der Hand. Naja, in den Bahamas zahlt man auf Anhieb 300 USD, in Mexico sogar 400 USD Klarierungsgebühren, dafür streite ich mich gerne mal eine halbe Stunde auf Spanisch.
Seit 2 Tagen liegen wir vor unserer Privatinsel mit einer Palme. Heute Nacht teilen wir diese mit 4 Fischern, die tatsächlich per Ruderboot die 8 Seemeilen vom Festland unterwegs sind. Zwei Nächte von daheim weg und um zu fischen, danach per Ruderschlag wieder nach Hause. Und das bei 30kn Wind, die hatten wir nämlich gestern. Stefan hatte Spass beim Windsurfen und ich mit Nivea-Schniefnase und heissem Ingwertee habe Fotos von ihm gemacht.
Morgen wollen wir Richtugn Kuba - Santiago de Kuba. Wir rechnen mit zwei Nächten durchsegeln, da wir Haiti im grossen Bogen umfahren und nicht wie ursprünglich geplant anhalten werden.
Hey, wir haben ein neues Fischrezept ausprobiert: "Fischfrikadellen". Total lecker. Heiss oder kalt zu geniessen. Einmal eher thailändisch mit schafem Rotem Curry oder mit Garam Massala gewürzt schmeckt es indisch.
27. Januar 2010, Luperon, DomRep, Karibik - von Stefan
Wir sitzen gerade im Restaurant in Luperon und nutzen die letzten Internetstunden. In Kuba wird das bzgl Internet wohl eher schwieriger werden.
Wir haben vorhin ausklariert - und einen heftigen Streit mit den Behörden gehabt, die natürlich ohne Beleg Kohle einstreichen wollten - und brechen morgen gen Kuba auf.
Auf dem Weg werden wir wenn's geht an unbewohnten Inseln an der Nordküste an der Grenze zu Haiti noch für 1 bis 2 Tage anhalten. Mal schauen, ob das klappt.
Anfang Februar dann 'Santiago de Cuba'.
Die letzten Tage haben wir noch ordentlich action gemacht. War fantastisch... eine lange Fotostory der letzten Wochen gibt's

25. Januar 2010, Luperon, DomRep, Karibik - von Stefan
Immer noch Luperon.
Eigentlich wollten wir heute, Montag, ausklarieren um Dienstag weiter Richtung Kuba zu segeln. Wir haben aber beschlossen noch für 2 Tage in die Berge der DomRep zu fahren und einen Tag Wildwasserrafting zu machen. Es sollen dort schöne Class 3 Stromschnellen geben.
Nach dem coolen Canyoning vorgestern, bei dem wir über 3 Stunden durch Schluchten geschwommen sind, lange Felsrutschen entlang geschlittert sind und 5 Meter Sprünge von Felsüberhängen in enge Schluchten gemacht haben, sind wir heiss auf mehr Aktion!
Und davon soll es in den Bergen genung geben. BAJU liegt super sicher hier in der geschützten Ankerbucht.
Gestern waren wir mit dem Motorrad unterwegs in der Küste entlang. Über meinst ungeteerte Strassen, vorbei an einfachen Behausungen, grossen Ranches, wo Cowboys auf Pferden die Rinder von Wiese zu Wiese bringen, und tollen Landschaften, die mit den fruchtbaren Wiesen teils an Europa erinnerten, teils durch ihre Einsamkeit an Südafrika.
Unser Po erinnert uns heut' auf alle Fälle an den langen Motorradausflug.
22. Januar 2010 - Luperon, DomRep, Karibik - von Stefan
Liegen in Luperon. Hier ist's super voll - meist Amies - da die mangrovengesäumte verwinkelte Bucht ein sicheres Hurrikan-Schlupfloch ist. Wasser ist wie erwartet und im Segelführer angekündigt ekelig. Dafür aber viele Leute und ein bisschen Blauwassersegler-Small-Talk. Super Ausgangspunkt für ein paar Aktivitäten.
Für ein paar Tage gar nicht so schlecht nach soviel Einsamkeit in der Samana-Bucht.
Morgen Wasserfälle (30 Stück hintereinander), dann noch mal ein Tag Motorrad mieten, um die schöne Landschaft anzuschauen und ein Tag Internet. Dann weiter zu den Inseln vor Monti Christi bevor wir Anfang Februar in Santiago de Cuba ankommen wollen.
21. Januar 2010 - Luperon, DomRep, Karibik - von Stefan
In der sternklaren lauschigen Nacht segeln wir an der Nordküste der Dominikanischen Republik enlang. Ich habe gerade Wache - Zeit die letzten Tage revue passieren zu lassen.
Bei Herauskreuzen aus der Samana-Bucht, in der wir immerhin fast 4 Wochen verbrachten, konnten wir das Nötige (Kreuzen, was häufig etwas anstregend ist) mit dem Schönen (Walen gucken) verbinden. Bei herrlichem Sonnenschein, was ja leider selten in dieser tollen Bucht war, sahen wir wieder viele Buckelwalen. Mal fern, mal auch dicht dran - viele Wasser-, oder sagen wir korrekterweise Nebel-Fontänen, ne Menge Schwanzflossen und sowar wieder einige tolle Sprünge. Es ist wirklich beeindruckend, wenn dich diese Riesenkollose aus dem Wasser schiessen bis der ganze Körper zu sehen ist um ich dann plattschend auf die Seite fallen zu lassen. Wieviele Kilokalorien so ein Buckelwal für so einen akrobatischen Sprung benötigt? Bestimmt mehr als 3 Millionen Krill :-)
Aber was tut man nicht alles beim 'date'. Die Samana-Bay ist diese Tage ein riesiges Dating-Cafe, wo sich hunderte von Walen ihren Partner aussuchen. Forscher glauben, dass sich hierzu die badewannenförmige Unterwasserstruktur der Bucht anbietet - so ein riesiges Badeparadies.
Zwischen 10 Meter flachen Stellen sind immer wieder tiefere Schwimmingpools, wo dann heftigst geflirtet wird. Da sitzen manchmal 2 aber auch mal 3 oder 4 in einem Whirlpool und erzählen von ihrem mächtigen Walleben, um das beste Mädel aufzureissen. Um der Geschichte dann weiteren Nachdruck zu verleihen, wird mit den Seitenflossen aufs Wasser geschlagen, das Schwänzen in die höh' gehalten oder ganz hinausgesprungen.
Mit dem eigenen Segelboot ist es schwierig die Wale von ganz nahem zu beobachten. Da haben es die zahlreichen Whale-Watching-Boote mit ihren 2x250PS Motorflitzern leichter. Sobald sie eine Gruppe entdecken, heizen die volle Pulle ins Geschehen und sind so teilweise sehr dicht dran. So sitzen sie quasi mit der flott flirtenden Walengruppe im Whirlpool. Nur das dabei ihre Aussenbordmotoren knattern und heulen. Unserer Meinung nach können das die Wale nicht wirklich prima finden.
Ich mein, wer hätte es schon gerne, wenn bei gemütichen Geknutsche vor dem Kamin ein Rocker durchs Wohnzimmer gedonnert kommt?
Für uns ist es ein toller Segeltag mit vielen Zick-Zacks durch die Bucht - immer wieder 'Da bläst er!' auf den Lippen.
Fast schon am Ausgang zur Bucht bekommen wir aber doch noch unseren Thrill. Wir fahren fast eine Dreiergruppe um - 3 fette Wale direkt neben BAJU. Wir haben unser Boot aufgestoppt und man könnte mit einem Bond-Sprung vom Boot direkt auf ihre Rücken springen. Während wir vor Begeistung und Aufregung jappsen, tauchen die Wale nach ein paar Schnaufern neben uns ab - wir schauen uns glücklich und noch sehr aufgekratzt an. Die Fotokamera glüht.
Noch ein paar Nachträge:
Haiti-Erdbeben:
Wie wir ja schon kurz berichtet haben, haben wir von den Erdstössen an der Ostseite der Insel nichts mitbekommen. In Santo Domingo hingegen rannten die Leute teils panisch aus den Häusern, wie uns unsere Raymarine Agentin berichtete.
Über die Geschehnisse in Haiti seid ihr daheim durch die Presse besser informiert als wir hier vor Ort. Es ist schon schlimm. Da wird so ein mega-armes Land wie Haiti durch diese Katastrophe noch weiter nach hinten geworfen. Wie sagte unsere Agentin in Santo Domingo: Haiti war schon sehr arm, wie soll man es jetzt nennen.
In der DomRep gibt es Abgabestellen für Hilfslieferungen. Dort werden wir wohl diese Tage ein paar Sachen, die wir schon vor dem Unglück zurecht gelegt haben, abgeben. Ursprünglich planten wir ja einen Kurzstopp in Haiti zu machen, um mal einen Eindruck zu bekommen und ein paar Lebensmittel und andere Sachen zu verteilen, aber dies ist uns nun zu unberechenbar.
Dinghi-Klau:
Ja, das war eine Geschichte. Ich habe immer gedacht, dass es Geschwätz ist, wenn Segler erzählen, dass man seine eigenen Sachen als Diebesgut wieder zurückkauft - aber so ist es tatsächlich. Wie und welche Rolle dabei die Polzei - besser gesagt die Commandancia (eine Mischung aus Militär und nationale Polizei) - spielt, kann man nur vemuten.
Letztendlich konnten wir, nachdem wir 2 Tagen in der Bucht umhersegelten und mit jedem in Frage kommenden Fischerdorf gesprochen haben, das Dinghi bei der Commandancia vom Dorf auf der anderne Seite der Bucht, wieder abholen.
Ich habe Fotos von unserem BABY BAJU ausgedruckt, in Folie eingeschweisst, dort 200 US $ Prämie ausgeschrieben und an die Fischer verteilt. Das half.
Durch wieviel Hände und bei wem zu allerletzt wieviel Kohle landete, ist ein Rätsel. Wir bezahlten einen 'Mittelsmann', der, nach Angabe der Commandancia, als 'Agent' (under cover Ermittler) für sie arbeitete und so 'Verbindungen' habe. Na, unergründlich und auch letztendlich egal, ich kann und will mich hier nicht als Weltverbesserer aufspielen. Hauptsache wir haben unser allerliebstes Dinghi wieder zurück, das doch so gut zu uns passt. Nicht auszudenken, wieviel Arbeit (und Geld) es gekostet hätte, hier ein Neues zu besorgen.
Wir haben noch mal 200 US $ für den niegelnagelneuen Yamaha-Aussenborder geboten. Wieder grosses Getuschel der Unterhändler. Ja, man werde ich sehr bemühen...
Da keimte Hoffnung auf und wir konnten unser breites Grinsen kaum verbergen! Leider haben wir bis zum heutigen Tage nichts positives bzgl des Motors gehört. Der ist wohl schon unterwegs zum Verkauf in die Hauptstadt. Schade.
18. Januar 2010 - Samana, DomRep, Karibik - von Stefan
Der Autopilot ist wieder da!
Nach ein paar Telefonaten und E-Mails ist unser neuer Günther, den wir zwecks Reparatur (Garantiefall) in die USA geschickt haben, tatsächlich rechtzeitig wieder zurück. Der liegt beim Raymarine-Dealer in Santo Domingo zur Abholung bereit.
Wir nutzen die Reise um einen letzten Besuch in einem grossen Supermarkt zu machen. In den nächsten 12 Monaten und vor Panama wird das Warenangebot nicht besser oder günstiger werden. Also ab in den Expressbus, um die 200 km zur Hauptstadt zu düsen.
Man stelle sich so was mal daheim vor: Mal eben von Hamburg nach Berlin die 400 km hin und zurück mit dem Bus um wieder einmal anständig einkaufen zu können. Ha, das würde jede Hausfrau meutern .... ;-) Wir freuen uns in diesem Megamarkt (fast) alles erdenkliche zu bekommen und konzentrieren uns auf Sachen, die wir halt nur hier bekommen: Saucen jeglicher Art (die nächste Zeit wird es hoffentlich viel Fisch und Lobster geben), Käse, Salami, Drogerieartikel, Gewürze, Früchte in Dosen, ...
Die Basissachen werden wir in Puerto Plato, unserem letzten Stopp an der Nordküste der DomRep, aufstocken.
Die Busreise nach Santo Domingo war alleine schon die Reise wert. Wir fahren auf einer gut ausgebauten Schnellstrasse an Reisfeldern vorbei, wo Wasserbüffel die breiten Begradigungspfüge hinterherziehen. Durch den morgendlichen Nebel, der über den Feldern klebt, und dem Gegenlicht der aufgehenden Sonne, ergibt sich ein bizarres Bild in abgestuften Graufarben.
Teilweise fahren wir durch Hügelandschaften mit ausgewaschenden Felsformationen, in die die Strasse hineingefressen wurde.
Mit so viel Gepäck, wie wir gerade eben tragen können, kommen wir in der Dunkelheit wieder in Samana an und verfrachten den Grosseinkauf auf's Boot. Puh...
17. Januar 2010 - Dingi wieder gefunden - von Stefan
Nach 2 Tagen Recherchen und rumfahren und Gesprächen und Delektiv-spielen und Belohnung aussetzen und Fotos verteilen und .... hat uns eben die Marine-Polizei informiert, dass im Dorf an der Südseite der Samana-Bucht unser Dinghi auf Abholung wartet. Der Motor ist natürlich weg.
Wir fahren morgen (Samstag) früh mit der ersten Fähre rüber, um es zu holen.
Hoffentlich ist auch alles wahr und BABY BAJU unbeschädigt - Daumen drücken.
Hier ist alles roger. Haben ja BABY BAJU wiederbekommen. Für 230 US$ sozusagen wieder zurückgekauft. Sauerei, aber Hauptsache das Dinghi ist wieder da. Motor ist wohl weg.
15. Januar 2010 - Dingi geklaut- von Stefan
Gestern Nacht ist uns das Dinghi von den Davits weggeklaut worden!
Wir ankerten vor unsere Lieblingsinsel hier in der Samana-Bucht 'Cayo Levantado'. Der neue 2PS YAMAHA Aussenborder hing dran.
So eine Scheisse - grrrrrr.... hat man nicht mal seine Ruhe? Wir haben in der Nacht nichts gehört, aber es wehte auch ein fetter Wind.
Sind heute die Süd-Küste der Samana-Bucht entlang gesegelt und haben nach BABY BAJU geschaut - nichts.
Auch einen Spion in den Fischerdörfern beauftragt, Belohnung ausgesetzt - nichts.
Mit der Marina-Polizei geredet und rumtelefoniert - nichts.
Werden morgen früh noch ein Stückchen nach Westen abfahren und dann in Samana-Stadt ankern. Mietwagen mehmen und zusehen, wo wir ein neues Beiboot herbekommen. Freunde, die gerade in Boca Chica sind, sagen, dass es welche dort gibt. Wir wollen auch noch mal nach Porto Plata im Norden schauen. Motor können wir erstmal den 9.9 PS nehmen.
So ein Mist, hatte gerade die ganzen Segelsachen für BABY BAJU fertig! Und überhaupt hatten wir das genialste Dinghi der Welt....
13. Januar 2010 - von Bajubasis
Die Baju war von dem schweren Erdbeben nicht betroffen und die Crew hat von dem Beben nicht einmal etwas bemerkt!
11. Januar 2010, Samana National Park, DomRep, Karibik - von Stefan
Konsolidierungstage
Nachdem wir noch einen Tagesausflug unternommen haben, haben wir uns vorgestern wieder in den tollen Nationalpark 'Los Haities' in der Bucht von Samana verlegt, wo wir schon mit Pico & Sarah waren.
In Samana-Stadt haben wir vorher auf dem Obst- und Gemüsemarkt kräftig eingekauft, um uns auf Kuba vorzubereiten.
In Kuba soll es versorgungstechnisch ganz ganz schlecht aussehen und wir planen ja immerhin 3 Monate dort zu bleiben. Um uns und unsere Gäste in dieser Zeit kulinarisch zu verwöhnen, ist Heike am Einkochen, was die Gläser hergeben:
* Ananas-Marmelade mit Kokusnussflocken
* Ananas Paprika Süss-Sauer
* Honigmelone in Gin
* Maracuja in Zucker
* Badida de Coco Marmelade
....
Sieht alles sehr lecker aus. Ich freu mich jetzt schon auf Kuba!
Ich bastele hier in dollster Umgebung an BAJU herum.
* Unterwasserschiff reinigen
* Neue GFK-Gasflaschen anpassen
* Dieselfilter wechseln
* Rigg nach der Änderung kontrollieren
* Schwert Notreparatur vorbereiten !!!
Ja, richtig gehört. Das Schwert ist mal wieder kaputt. Nicht mein Neues, sondern das 2. Originalschwert. Es hat Wasser gezogen und ist aufgequollen, so dass ich es kaum mehr aus dem Schwertkastern herausgezogen bekommen habe. Ich habe gedacht, endlich mal ein wenig Ruhe von diesen Dingern zu haben - nichts da.
Wenn mich jemand fragt, was mir bis jetzt auf der Reise am wenigsten gefallen habe, wäre meine Anwort: "Zu wenig gekitesurft und zu viel Schwert gebaut!"
Ich habe das defekte Schwert nun aufgeschnitten, um es trocknen zu lassen. Wenn ich mal 3 Tage Zeit am Land habe, plane ich eine Notreparatur mit Polyester und eine Lage Matte. Das sollte fürs erste reichen, um es wieder benutzen zu können. Für ein komplett neues Schwert habe ich jetzt keine Zeit - und auch keinen Bock! Ggggrrrrrr.....
Ansonsten geht's uns aber ultra-gut hier. Wir sind ausser ein paar kleinen Tagesbooten, die an uns vorbeiflitzen, ganz alleine in dieser Bucht, von Felswänden und kleinen Palmensandstränden umgeben. Grosse Greifvögel segeln über uns hinweg und die Sonnenauf- und untergänge sind jedes Mal ein Wunderwerk der Natur.
Morgen wollen wir weiter Richtung Luperon im Norden der DomRep. Nicht ohne vorher am Eingang der Samana-Bucht noch einmal nach Walen Ausschau zu halten. Diese Tage sollen die Buckelwale hier ankommen und es wäre ja ne Wucht, diese Riesenficher, die bis zu 18 Meter (!!) lang werden können, zu erblicken.
Was Wetter ist übrigens immer noch sehr durchwachsen. Gestern war knaller-baller Sonne und heiss, heute wieder bedeckt mit zeitweiligem Nieselregen. Ich will nicht unangenehm auffallen, aber ich habe heut' morgen Socken zum Frühstück angezogen!
Kein Vergleich zum tiefsten Winter in Deutschland, aber für uns schon eine Sensation - echter Winter. Ich find's schick.
7. Januar 2010, Samana, DomRep, Karibik - von Stefan
Wir fasten immer noch. Dieses Leichtigkeitsgefühl, von dem viele Fastenleute so schwärmen hat sich bei uns nicht eingestellt. Aber schlechter gehts auch nicht, eher besser.
Auf jeden Fall ist jetzt für uns geklärt, dass wir in den letzten Jahrmillionen schon häufiger mal absolut nichts gegessen haben. Sonst wäre das Hungergefühl viel grösser. Jeder Schmachter nach einer Zigarette ist ja bedeutend heftiger.
Nur dieser fiese Appetit nach eigentlich allem, was lecker ist, nagt an einem. So wird die Gemüsebrühe, und nicht der Riegel Schokolade mit einem Gläschen Rotwein, am Abend zum high-light.
Nun ja, wir machen es ja nicht zum Spass sondern als Selbstexperiment. Und ungesund wird es schon nicht sein, eher im Gegenteil. Wir sind noch nicht grün, stinken noch nicht und fallen auch sonst nicht aussereinander - nur fast.
Halten wir noch länger durch? Schau'n wir mal.
Gestern mussten wir unser Visa verlängern. Alleine das Amtgebäude war die Wucht. Wir sind diese Tage schon öfter einmal daran vorbeigelaufen, haben aber bis dato gedacht, das die Ruine auf ihren Abriss wartet. Nein, hier befinden sich die offiziellen Ämter! Löcher in den Decken, kaum Mobiliar, nur Schmutz und Dreck. Verglichen mit unseren Amtsstuben daheim ist das schon ein heftiger Unterschied. Und mit einem Tempo wird hier gearbeitet.... Die Visaverlängerung, nur ein Stempel auf einem weissen Zettel, zog sich eine geschlagende Stunde hin. Es wurde telefoniert (teils privat, teils geschäftlich) und diskutiert, aber keinem war klar über was. Aber weil schon mal die Oberbeämtin mit ihrer Schreiberin da war, müsste man sich ja irgendwie beschäftigen.
Gelobt sei das Haseldorfer Bürgerhaus.
Heute soll es mit dem Bus an die Ostküste nach 'Las Galeras' gehen, wo Traumstände auf uns warten sollen. Das Wetter läd zwar nicht wirklich dazu ein, da es bedeckt ist und immer ein wenig regnet, aber das wird schon.
Wir wollen zusehen, das wir die nächsten Tage an der Nordküsteder DomRep weiterkommen, da wir ja Anfang Februar in Kuba erwartet werden. Ein Versorgungsstop mit einem Ausflug nach Haiti ist noch im Norden geplant.
5. Januar 2010 - Samana, DomRep, Karibik - von Stefan
Heute haben wir den Wasserfall 'El Limon' besucht. Nicht wie alle Bändchenurlauber mit den klimatisierten Luxusbus sondern, wie es sich für eine anständige Landerkundung gehört, mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Auch liessen wir uns nicht auf dem Rücken eines Pferdes die eine Stunde zum Wasserfall tragen, sondern stiefelten aus eigener Kraft den komplett verschlammten Weg dorthin.
Obwohl es kaum etwas kostete konnten wir uns nicht überwinden wie die anderen Pauschaltouris auf den armen Gäulern im Gänsemarsch zum Wasserfall getragen zu werden. Blaues Bändchen, grünes Bändchen, ... Das war uns einfach zu doof.
Trotzdem lockte der Wasserfall, der zum Schönsten in der Karibik gehört.
Dort angekommen, konnten wir einen günstigen Zeitpunkt abpassen und waren ganz alleine vor diesem tollem Naturschauspiel - na, wenigstens 2 Minuten, bevor die Russentruppen mit silber Bändchen ankam und den Wasserfall einnahm.
Gelohnt hat sich der Ausflug auf jeden Fall und da wir die einzigen waren, die ohne Guide oder ohne Gaul unterwegs waren, fühlten wir uns auch ein wenig wie 'outlaws' und genossen es die Einzelgänger zu sein.
Seit 2 Tage fasten wir übrigens! Irgendwie sind wir beide auf die komplett bekloppte Idee gekommen, mal für eine Woche zu fasten. Mit Sarah & Pico haben wir am Abschliedsabend darüber diskutiert - und wir uns spontan entschlossen, eine Fastenwoche als Selbstexperiment durchzuziehen. Entgiftet man und wenn, merkt man es? Fängt man an zu stinken? Wie erträgt man den Hunger? Wenn man es nicht mal ausprobiert, weiss man es ja nicht. Also los.
Wir haben ja schon einmal in Singapore eine 10 Lage Leberreinigungsprozedur gemacht aber da durften wir die meisten Tage wenigstens was essen. Aber nun gar nichts?
Eigentlich wollte ich das hier gar nicht schreiben, da dies ja zusätzlichen Druck aufbaut, da man sich schwertut zuzugeben, wenn man es nicht schaffen sollte. Im Moment denken wir auf alle Fälle, dass wir völlig durchgedreht sind, haben Kopfschmerzen, Hunger wie die S.. und stellen uns die dollsten leckersten Gerichte vor. Well, eine Scheibe trocken Brot wäre ja jetzt schon ein Genuss.
Eben gerade gab's Gemüsebrühe - als Tageshighlight nach der anstregenden Wanderung sozusagen. Natürlich ohne Salz oder irgendetwas - wie lecker :-(
Schau'n wir mal, wie lange wir diesen Blödsinn durchhalten.
|