Schöne Momente
 
 
 

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März 2010

Kuba

Cayman Islands

 

März 2010:

 

29. März 2010, Cienfuegos, Kuba, Karibik - von Stefan

Wir liegen im Hafen von Cienfuegos und heissen heute Christian, ein alter Basketballkollege von mir, mit Freundin Inga und Heikes Schwester Bettina mit Freundin Regina willkommen. Für uns heisst das Einkaufen (in Kuba eher mit jagen zu vergleichen), Wäsche waschen (inklusive stundenlangem Anstehen) und Schiffwartungsarbeiten.
Mittwoch soll's dann in die einsame Inselwelt um Cayo Largo herum gehen, die entdeckt werden will und zum Urlaub machen einlädt.

Ein paar Bilder von meinen Geburtstagsfeiertag(en):

Am Tag meinesGeburtstages Day-Sailing mit der BAJU mit Bertel & Uts und Börni & Eva zum schnorcheln und harpunieren an Aussenriff.

Der lange Marsch zum all-inklusive Resort in Cayo Largo, um ordentlich zu schlemmen und zu feieren...

Am nächsten Tag Geburtstagsfeier am Strand mit den erlegten Langusten und geangelten Fisch auf dem Lagerfeuer. Sogar der Geburtstagskuchen und das kalten Bier aus Deutschland fehlten nicht !

Zum Abschluss der Feierlichkeiten ein Tagesausflug mit der KISMET zum Tauchen

Ein toller Geburtstag!!
Aber he, 27 wird man ja nicht alle Tage...

 

24. März 2010, Cayo Largo, Kuba, Karibik - von Stefan

Was für ein Geburtstag!
Ersteinmal ein dickes DANKESCHÖN für die lieben Geburstagsgrüsse. Lieb, dass ihr an mich gedacht habt. Ich werde mich natürlich persönlich bedanken. My GMAIL-Acocunt konnte ich bis jetzt noch nicht checken, aber das hole ich nach, wenn ich mal wieder eine (Internet-) Verbindung zum Rest der Welt habe.

Vor ein paar Tagen sind wir von den Cayman Inseln zurück nach Kuba aufgebrochen. Nach sehr sehr beeindruckendem Tauchgang an der Nordwand von Grand Cayman, bei der man sich wie Cliffhanger vorkommt, da das Riff teilweise überhängend auf mehrere hundert Meter abfällt. Ein Adlerrochen, ein Riffhai und allerhand andere Meeresbewohner schwebten an uns vorbei. Ein abenteuerlicher Tauchgang. Zur Mittagszeit ging's ab nach Norden.
Der 150 Seemeilen-Törn war insofern aufregend, da wir nach einer halben Stunde segeln wieder Probleme mit dem Vorsegel bekamen - ein kleiner Riss. Schon wieder. Genau die Stelle, die wir nicht in den Caymans haben neu nähen lassen. Also umkehren, im Schutz der Insel ankern, unsere Näherin angerufen, Segel verladen, genäht und bei Dunkelheit wieder Richtung Kuba abgelegt. Wir kamen uns vor wie beim Volvo-Ocean-Race.

In Kuba haben wir Cayo Largo angesteuert, eine Insel mit riesemlangen Traumstrand, an den sich die all-inklusive Hotels aneinanderreihen. Für uns nicht sehr störend, da wir in einer toll geschützten Bucht einsam mit einigen anderen Yachten liegen und nur mal das eine oder andere Paar beim romantischen Strandspaziergang sehen. Sonst herrscht Einsamkeit.
Wie geplant trafen wir die ODIN und die KISMET wieder und haben richtig Spass.

Am Tag vor meinem Geburtstag waren wir alle mit unserer BAJU zum Day-Sailing zum Angeln und Harpunieren ausgerückt, um Fisch und Lobster für mein Geburtstgasdlagerfeuer am folgenden Tag zu erjagen. Und tatsächlich: Ein fetter Barrakuda ging an die Angel und 3 dicke Langusten harpunierten wir am Riff. Das erste Mal, dass wir erfolgreich jagen waren, obwohl uns die ganze Zeit ein Hai beäugelte. Aber das gehört wohl dazu. Heike war ganz ausser sich und verfiel in richtiges Jagdtfieber.... :-)
Beim Zurücksegeln loungten wir gemütlich im Netz als BAJU an der Riffrante entlang glitt.
Ein herrlicher Tag, obwohl er noch lange nicht vorbei war.

Abends stiefelten wir in das exklusivste all-inklusive Resort. Dort, wo die Gäste keine Bändchen tragen ;-)
Sundowningbar, Riesenbuffet, Abendshow und Disco... nichts liessen wir uns entgehen und feierten in meinen Geburstag rein.  Früh am morgen torkelten wir den langen Weg zurück zu unseren Booten. Das auf der Landstrasse ein Bus anhielt, um uns mitzunehmen, nahmen wir dankend an. Als uns im Bus alle Cocktailmixer, DJ's und Restaurantbedienungen anstarrten und sich wunderten, warum wir uns am Yachtclub absetzen liessen, beschlossen wir, das dies wohl unsere letzter all-inklusive Besuch im Ferienhotel war... :-(

Mein Geburstagstag selber wurde dementsprechend halb verschlafen. Am Nachmittag ging's zum BBQ an den einsamen Strand, wo wir über'm Feuer die Langusten und den filettierten Fisch brutzelten als die Sonne knallrot im Meer versank.
Was für ein Geburtstag !!!

Am Tag darauf ging es mit der KISMET ans Aussenriff zum Tauchen. Der Tauchgang war nicht besonders, da es ziemlich blies und wir alle Mühe hatten zum Tauchspot zu schwimmen. Aber es machte Spass mal mit einem fremden Schiff zu segeln. Vor allem dann, wenn es sich auch noch auf die Backe legt... ;-)

Seit langem gab's keine Bilder, da das Zeitalter der Internet-Kommunikation in Kuba noch nicht angebrochen ist.
Hier alsor ein bunter Mix der letzten 6 Wochen

Auf dem Weg von der DomRep nach Kuba machten wir noch einen Surfstop in einer einsamen Inselgruppe an der Grenze zu Haiti .... :-)

In Santiago de Cuba die erste Taxifahrt - natürlich mit einem Ami-Schlitten Baujahr '54!

 

Abendessen mit der Familie unseres 'Beschaffers'

 

Waschtag auf BAJU

Tolle Architekur wohin man schaut. Die Sadtzentren und Touri-Ecken schick restauriert doch meistens orginal und authentisch.

Und dazu die Autos.... man kommt sich vor wie im Freilichtmuseeum!

Das Thema 'Transport' ist ein ganz eigenes Kapitel in Kuba:

Die Läden sind leer und wenn's was gibt, wird angestanden. So kauft und verkauft jeder irgendetwas auf der Strasse - meist illegal.

Statt Werbeplakate Propaganda für die (ewige) Revolution und Vorzüge des Sozialismus

Trotz dieser Widrigkeiten, Mangel und politischer Lage sind alle lebensfroh und wirken zufrieden .... und rauchen fette Zigarren ;-)

Noch schnell vom Strassen-Star-Stylingisten die Haare geschnitten...

... und los geht's 2 Wochen mit dem schweizer Sailing-Team Andrea & Björn von Santiago de Cuba die Südküste entlang, durch die Jardines de la Reina nach Trinidad. Hierzu gibt es auch eine eigene Fotostory.

Tolle Landschaften wurden bestaut und entdeckt...

Auf den einsamen Inseln der Königsgärten konnten wir uns richtig austoben :-))

In Cienfugos gings's einen Nachmittag zur Lieblingssportart der Kubaner: Baseball.

In Cienfuegos trafen wir auch die ODIN mit Bertel & Uts wieder und lernten Börni & Eva von der KISMET kennen. Zur Feier der Stunde wurde der Anzug entstaubt um ganz gross auif die Piste zu gehen.Mit der Pferdekutsche ging es zum Theater und danach in den Club....

Da unser Kubavisum auslief, segelten wir zu den Cayman Islands. Vor dem Nachttörn machten wir halt an einer einsamen Insel

Dann Konstrastprogram auf den Caymans - Frühstückskino. Jeden Tag legen mehrere Kreuzfahrer vor Georgetown auf Grand Cayman an und spucken tausende Touris aus.

Für uns kein Platz zum verweilen.
Wir verlegten uns an die schönen Ecken von Grand Cayman - dem 7 Mile Beach und dem Rum-Point, wo weisser Pudersand, Palmen und Megavillen zum Urlaub machen einluden

Ein Highlight war das Ankern in der 'Stringray City'. Glasklares, hüfttiefes Wasser, in dem sich Stachelrochen tummeln, die eifrig von Touristen gefüttert werden und streichelzahm sind.

Übermorgen Samstag, den 20.März, soll es zurück nach Kuba gehen. Der Kühlschrank ist randvoll mit Wurst, Schmierkäse, Bagel und sonstigen Ami-Leckereien. Sogar ein paar Liter Diesel haben wir hier getankt, der nicht milchig-trüb sondern zur Abwechslung mal honig-durchsichtig ist. Unser NISSAN wird sich hoffentlich darüber freuen.

Es war ein lustiger Abstecher in die Luxuswelt.... nun aber zurück in die unterentwickelte -spannendere - Welt.

 

 

 

13. März 2010, Grand Cayman, Cayman Islands, Karibik - von Stefan

2 Welten!
So einen Unterschied zwischen 2 Ländern, keine 200km voneinander entfernt, haben wir noch nie erlebt. Ein bischen sind wir ja schon herumgekommen und ich würd' sagen, dass es kaum einen krasseren Gegensatz auf der ganzen Welt gibt.

Da ist das alt-kommunistische Kuba, wo es kaum Müll gibt, da alles irgendwie wieder verwendet und repariert wird. Die Läden sind grösstenteils leer, wenn es was gibt, dann hauptsächlich Einheitsware. Keine Werbeplakate, keine Leuchtreklame nur ab und zu ein Propagandaplakat von Che oder Fiedel. Dazu die lebensfrohen Leute, Musik mit Hüftschwung überall und, trotz Mangelwirtschaft, immer freundliche Gesichter. Ami-Schlitten aus den 50'igern, Russen-Trucks aus den 60'igern und selten mal ein moderner Wagen aus Asien.

Eine Nacht segeln und wir betreten eine andere Welt - Grand Cayman, eine Mini-Insel inmitten des karibischen Meeres.
Im Ausland 'berühmt' als offshore-Finanzplatz, wo die meisten Hegdefonds registriert sind - Geldinstrumente, die kaum einer mehr versteht, aber die weltwelten Geldströme anheizen. Von alledem merkt man auf der Insel, einem UK Protektoriat, kaum etwas.
Man kommt sich vor wie in einem sehr sehr reichen Vorort in den USA. Fast nur Renter- und Urlaubsamis, Supervillen überall, dicke moderene Tucks und ne Menge Porsche (auf einer Insel, die kaum 40km lang ist!). Dekadenz, wohin man schaut.
Riesen Ferienhäuser, die leer sind. BBQ's, in denen man fast schlafen kann, zieren jeden Garten. Der Gärtner ist "Landscaper" und die Garagen sind so hoch, das die Super-Powerboots auf dem Anhänger bequem reinpassen. Super-size-me fast food, trendy Restaurants und Shopping Malls... und das alles zu Preisen, die wir sie eigentlich erst im Pazifik erwartet haben.
Bei jedem Lear-Jet, den wir im Anflug sehen, können wir uns nicht verwehren an das Buch und Hollywood Verfilmung 'Die Firma' zu denken, in dem Millarden von Schwarzgeld hierher geschäffelt wird.

In Kuba geht es häufig ums überleben, hier geht's um Urlaubsvergügungen. Dort Revolution des Volkes, hier Land- und Finanzspekulation. Einheitsware gegen Shopping malls, Spanisch verses Englisch, ... eigentlich ist alle gegensätzlich - spannend für uns.

Aber es gefällt uns. Stimmen, die wir von anderen Seglern gehört haben: "Ganz nett, aber man kaum was manchen" können wir nicht nachvollziehen.
Ein Tauchparadies, wie wir es kaum erlebt haben: quasi um die gesamte Insel ist ein drop-off 2000 Meter Tiefe.
Wir sind Tunnel und Canyons getaucht. Riesen Fische, tolle Riffs und dazu an jedem der insgesamt 360 Tauchplätze eine Mooring, wo wir BAJU festmachen können während wir hinunterblubbern. Traumhaft.
Dann ein stetiger Passat, der zum Kiten perfekt ist. Dazu kann man auf dieser flachen Insel toll Radfahren. Die Leute sind Ami-feundlich und mal wieder englisch zu labbern ist auch eine willkommene Abwechslung.

Zur Zeit ankern wir hinter dem Hauptriff im Norden der Insel in einer riesigen Lagoone. Der weisse palmengesäumte Strand ist mit Mega-Villen gespickt und läuft flach aus, so dass wir hunderte Meter von hüpfttiefen Wasser haben. Wir ankern auf 1,5 Meter und können zum Strand laufen. Perfektes Kite-Revier.

Heute flitzten die grossen Stachelrochen unter mir umher, als wollten sie ein Rennen mit mir fahren, als ich über ihnen mit dem Kiteboard flitzte.
Ein paar Amis haben wir gestern kennengelernt und, wie die Ami sind, haben sie uns netterweise gleich eingeladen mit uns zur nächsten Beachbar zu fahren. Wäsche waschen können wir in ihrer Villa und natürlich auch ihr Wifi nutzen.

Wir fühlen uns wohl hier.

6. März 2010, Cayos de Dios, Kuba, Karibik - von Stefan

Wir sind gerade auf dem Weg in die Caymans und ankern vor einer kleinen Insel in der Nähe von Cayo Largo. Unerwartet ist gerade ein kleines Fischerboot vorbei getuckert. Boot mag man eigentlich gar nicht sagen - ein Holzgestell mit Metallblechen herumgepoppt und dazu ein tuk-tuk 2-Takt Motor. Die Pinne waren Heizungsrohre. Und damit sind die beiden Fischer 100km übers offene Meer hierher geschippert! Manchmal kann man sich wundern, was alles so schwimmt.

Wie auch immer. Heut' abend gibts es keine Rindsfillets auf dem Grill, sondern Langusten. Keine schlechte Planänderung :-)

5. März 2010, auf dem Weg zu den Cayos de Dios, Kuba, Karibik - von Stefan

Die Genua hängt da, wie ein alter Lappen. So ein Mist. Der Segelnäher hat wohl irgendwas falsch gemacht, wahrscheinlich den Riss zu eng zusammengenäht (kleben ging ja nicht, da kein Klebeband). Das kann so nicht bleiben, beim besten Willen nicht.

Wir sind uns aber mittlerweile sicher, dass es auf den Caymans einen Segelmacher gibt. Hoffenlich kann der in einer Notoperation den Patient 'Genua' noch retten....

4. März 2010, Cienfuegos, Kuba, Karibik - von Stefan

Morgen läuft unser Kuba-Visum aus. Und da man nur einen Monat verlängern kann, wir aber mehr als diese Verlängerung in Kuba verweilen wollen, müssen wir einen 'Visa-Run' in die Cayman Islands machen. So können wir dann bis Ende April in Kuba bleiben. Vom rückständigsten Land, wo überall Mangel herrscht und der Kapitalismus der Totfeind ist, zur modersten Insel in der Karibik, auf der die Exzesse der (offshore) Finanzwelt gefeiert werden, in einer Nachtfahrt. Kontrastprogram!

Schade daran ist, dass unsere Zeit mit der ODIN und der KISMET, die wir schon kurz in Santiago de Cuba getroffen haben, leider sehr kurz ist. Aber dafür war sie um so intensiver: Grillparty, Spaziergänge, Theaterbesuch und jeden Abend lange Diskonächte machten die beiden Tage zum tollen Ereignis und so hoffen wir, dass wir Bertel & Utz sowie Börnie & Eva bald wiedersehen werden. Vielleicht klappt es ja vor Cayo Largo.

Die restliche Zeit in Cienfuegos waren wir ein Grossteil der Zeit mit Segelreparatur beschäftigt. So etwas ist in Kuba ein echtes Abenteuer. Wir waren froh, überhaupt jemand gefunden zu haben, der Segel repariert. Aus den 2 Tagen sind dann auch 4 geworden, aber wer kann schon damit rechnen, wie häufig der Strom ausfällt (und somit auch die Nähmaschine)?

 

 

 

 

 

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