26. Mai 2010, Tobacco Caye, Belize, Mittelamerika - von Stefan
Free Rum-Punch
Nach 2 unspannenden Tagen am Turneffe Atoll (Schnorcheln war nur mässig und Tauchen konnten wir nicht, da unser Kompressor nach Reparatur der ersten Stufe trotzdem nicht funktionierte) segelten wir zu den Tobacco Caye, einer kleinen Palmenansammlung direkt am Riff. Von diesem Mini-Inselchen hatten wir schon von Backpackern gehört.
Nach einer 1a-Sahne Schnorchelsession an der Riffdurchfahrt erkundeten wir die Insel. Einmal herum laufen dauert ca. 4 Minuten inklusive ein kleines Schwätzchen mit jedem Bewohner.
Das gesamte Eiland besteht aus einer Tauchstation, einer Bar, einem Imbiss und einer handvoll einfachen Unterkünften. Überall stehen Strandstühle im weissen Sand herum oder Hängematten sind aufgespannt. Und das alles unter grossen schattenspendenen Palmen. Lockere Musik schallt durch die Kokusnusswedeln. Perfektes Setting.
Am Steg hat ein lokales Segelboot festgemacht und wir werden gleich überschwänglich vom Käptain begrüsst. Er hatte uns in Caye Caukler kennegelernt und war von unserem Boot so begeistet. Zusammen mit 2 anderen schippert er mit dem sehr alten und einfachen kleinen Motorsegler die Rucksacktouristen von Norden nach Süden hinter dem Riff in 3 Tagen /2 Nächten entlang. 17 Leute sind an Bord! Geschlafen wird in Zelten am Strand. Segeln, ein Schnorchelstop am Tag, laute Raggaemusik, Essen und Trinken inklusive - für 300,-US$ die Nase. Huiii, haben wir gedacht - die Leute scheinen es zu zahlen. Jeder war begeistert von dem Trip.
Sofort waren wir zu deren Party am Steg eingeladen, hatten einen Rum-Punsch in der Hand und unterhielten uns mit den Reisenden - super Stimmung.
Mit dem Käpt'n bin ich zur BAJU gefahren, um ihm unser Boot zu zeigen, eine grosse Tüte Popcorn zu machen und eine handvoll Zigarren aus Kuba einzupacken. Schliesslich waren wir zum freien Trinken und Essen mit der Meute eingeladen und wollten uns irgendwie erkenntlich zeigen.
Der Abend war feucht-fröhlich und nach unserem heutigen Schädel zu urteilen war der Rum-Punsch keine Qualitätsware ;-)
23. Mai 2010, St. George´s Caye, Belize, Mittelamerika - von Stefan
Der kleine Meeresbiologe
Nachdem wir unsere Backpackerlebens-Defizit wieder aufgeladen hatten, verabschiedeten wir uns von dem netten Plätzchen mit den jungen Rucksacktouristen und schipperten ein paar Meilen Richtung Süden. Da wir mal wieder Fisch essen wollten, entschlossen wir uns aussen vor dem Aussenriff entlang zu segeln, da wir uns hier bessere Fangchancen erhofften.
Dies bedeutete 2 Riffdurchfahrten, die immer recht spannend sind. Und wirklich, die eine Passage hätte ich mir gerne erspart. Fette Strömung gegenan, hohe steile Wellen und plötzlich gerade mal 2,5 Meter Wassertiefe, brodelndes Wasser neben uns. Schnell ein paar Drehzahlen mehr auf unseren Schiffsdiesel, der in diesem Moment besser nicht ausgehen sollte. Nach dem Schrecken waren wir auch schon durch, setzten Segel und genossen ein gemütlichen Segelnachmittag.
Leider ohne Fisch, dafür einen Köder weniger - abgebissen :-(
Am folgenden Tag erkundeten wir St.George - eine Mini-Insel aber bewohnt. Wer wohnt denn hier?
Als allererstes gibt es ein Luxus-Resort mit allem Schnick-Schnack, was man sich vorstellen kann: Fischerboot mit mehreren Hundert PS, Jet-Skis, Strand-Katamarane, Kanus, ... aber natürlich komplett leer.
Dann reiht sich ein nettes Strandhaus neben dem Nächsten. Alle mit eigenem Steg zur Meeresseite (Osten) und einem zur Lagoonseite (Westen). Die Insel ist nämlich so schmal, dass jedes Grundstück 2 Wasserseiten hat! Leute sehen wir aber keine. Alles Wochenend-Häuser von Reichen Belizianern aus Belize City, die ab und zu mal rüberflitzen. So erzählt es uns ein Österreicher, der hier seit über 30 Jahren lebt. Er fing in Belize Zierfische und verkaufte sie an Zoohandlungen im Heimatland. Er verliebte sich in dieses Plätzchen, baute ein Haus und lebt mit seinem Sohn und einheimischer Frau auf diesem Eiland. So erfüllt sich jeder seinen Traum.
Im Parterre seines Hauses unterhält er ein Meerestiermuseeum mit mehreren Aquarien und grosser Muschelsammlung. Für mich die Hauptattraktion ist ein Riesen-Grouper (Barsch), der so gross ist, dass er ohne weiteres einen Basketball verschlingen könnte.
Wie uns der 9'jährige Sohn erklärt, fressen Barsche auch Langusten, Riesenmuscheln, Schildkröten, Haie,... mit einem Happen auf. Barsche sind die einzigen natürlichen Feinde, die sie am Riff haben. Somit frisst ein fetter Grouper eigentlich alles, was ihnen vor die Schnauze kommt, was uns eindrucksvoll vorgeführt wird, als ein Fisch ins Becken geworfen wird.
Natürlich habe ich mal wieder keine Kamera dabei....
Der kleine Bursche erzählt uns so viele interessante Fakten über die vielen Fische und Krabbeltiere, die sie in den Aquarien halten. Zu jeder Frage weiss er eine Antwort.
Jeden Tag wird er die 45 Minuten vom Vater mit dem Motorboot ans Festland zur Schule gefahren und wenn sich seine Schulkameraden am Nachmittag zum Ballspielen verabreden, ist er schon wieder auf dem Weg auf seine kleine Insel. Paradies oder Gefängnis? Für beide Seiten kann man wohl argumentieren. Unglücklich scheint er aber nicht zu sein.
3 Sprachen spricht der aufgeweckte Bursche übrigens. Deutsch mit seinem Vater, spanisch mit der Mutter und englisch in der Schule.
Was er mal werden will, wenn er gross ist? Meeresbiologe natürlich.
Den Abend verbringen wir im Luxus-Resort, sitzen mit den Eigentümern an der Bar und unterhalten uns - reiche Amies, die sich in die Villa neben dem Resort verliebt haben. Die war aber nur zu kaufen, wenn man das Resort gleich mitkauft. Ok, dann halt mit dem Resort; haben sie sich gedacht. Leute gibt's :-)
Neben den 4 Gästen ist die Bar gut mit englischen jungen Militärleuten besetzt. Diese unterhalten auf der Mini-Insel ein 'R & R Camp'. Steht für 'Rest and Recuperation Camp' - ein paar Tage bezahlter Urlaub für die Armee-Jungs mit Tauchen, Jet-Ski und Strandkatamaranen, nachdem sie 2 Wochen Dschungel-Übung im Hinterland hinter sich gebracht haben. Sachen gibt's.
22. Mai 2010, Caye Caulker, Belize, Mittelamerika - von Stefan
Ein paar Bilder von unseren Tagen im Backpacker-Hang out Caye Caulker, die wir so genossen:
Backpacker-Atmospäre
Nach 2 Jahren suchen finden wir endlich den richtigen Bodenbelag für BAJU - ausgerechnet in so einem kleinen Nest
Sandpisten statt Aspaltstrassen
Tische unter Palmen anstatt Gift-Shops mit AirCon
Da es um die Insel sehr flach ist, führen überall Stege ins Wasser
Weltklasse-Schnorcheln an den Durchfahrten des 2.grössten Riffs der Welt
Auf einem anderen Schnorchelgang sind wir sogar mit einer Seekuh geschwommen, hatten aber leider keine Kamera dabei.
Unsere Sundowning-Bar 'the SPLIT' - Hurrikane Hattie hat die Insel in 2 Hälften geteilt ... und einen kleinen Strand direkt vor der Bar geschaffen, wo nun junge Mädels im Bikini und Bierflasche in der Hand ins Wasser hüpfen
19. Mai 2010, Caye Caulker, Belize, Mittelamerika - von Stefan
Regen im Backpacker-Hang out
Das erste Mal seit Griechenland (Ios) ankern wir an einem Örtchen, wo zu Hauf Rucksacktouristen abhängen. Meist junge Leute, die während ihrer Mittelamerikarundreise hier ein paar Tage Beach-Life einplanen. So wimmelt es am Strand von Schnorchel- und Tauchexkursionsanbietern, Kite- und Windsurfschulen. Überall sind gemütliche Bars und Restaurants neben kleinen Hostels, wo man für wenig Geld in einem schönen Zimmerchen mit Meerblick ein paar Tage 'Karibik' geniesen kann. Hängematten hängen zwischen den Palmen und die Strassen sind Sandpisten. Verkehr gibt es keinen - es wir gelaufen.
Uns tut es gut mal wieder mit jungen Backpackern beim Bierchen oder beim Abendessen zu plaudern. Das erste Mal auf unserer Reise sind wir an einem solchen Ort. Es ist zwar nicht so voll wie wir es von Asien gewöhnt sind, aber das Dörfchen ist klein genug, immer den selben Bekannten über den Weg zu laufen.
Das Dorf hat eigentlich gar keinen Namen. Das Inselchen heisst 'Caye Caulker', und so wohl auch der Ort, der übrigens sehr übersichtlich ist. Es gibt 3 Strassen: Die 'frontstreet' vorne am Stand, die 'middlestreet' in der Mitte und die 'backstreet' hinten an der Lagoone, wo wir ankern.
Belize ist ganz anders als die restlichen mittelamerikanischen Länder. Es erinnert eher an die karibischen Länder - es wir Englisch gesprochen, die Leute haben nicht das typische runde 'Maya-Gesicht' sondern es ist ein Mix aus Weissen und Schwarzafrikanern. So sieht man auch den einen oder andern Rastafrari auf den Strassen.
Das Land wird von ein paar Familien regiert, die sich ihre Einnahmequellen schön aufgeteilt haben. Das Strom- und Wassernetz wird von einem Clan kontrolliert, der Bierhandel von einem Anderen. So gibt es nur eine Biermarke, von der die Flasche Bier sage und schreibe 1,50 US$ im Supermarkt kostet. Ausländische Biermarken sind mit so hoher Einfuhrsteuer belegt, dass sie keine Konkurrenz bieten.
Seit 3 Tagen regnet es - heute äusserst heftig ohne Unterlass. Wir haben im stömenden Regen unser Boot von aussen geschrubbt, das Deck mit versalzten Klamotten gepflastert und warten nun auf Sonnenschein, damit die ganze Wäsche wieder trocken wird...
Eigentlich ungewöhnlich, dass es jetzt schon regnet, da die Regenzeit erst in einem Monaten beginnen soll. Ist dies ein Vorgeschmack auf das, was uns monatelang im Rio Dulce bevorsteht, wenn wir dort mit BAJU von Juni bis November in der Hurrikanzeit im Hafen liegen??
Apropos Hurrikanzeit. Wir haben gestern unsere Heimflüge gebucht.
Wir werden vom 30. JUNI bis 31. AUGUST für 2 MONATE in DEUTSCHLAND sein !!!
Wir freuen uns schon viele Freunde und Verwandte zu besuchen. Wir sehen uns!
Da wir ja mal wieder ne längere Zeit 'offline' waren und nur Text via Radio für Logbuch übertragen konnten, hier ein paar Fotos der letzten Wochen.
In Kuba nehmen wir spontan für ein paar Tage drei Backpacker mit, deren Urlaub wegen des Vulkanausbruchs um eine Woche verlängert wurde
Ankern am Süd-West-Ecke von Kuba, von wo wir nach Mexiko aufbrachen
Auf dem Weg von Kuba nach Mexiko werden wir von einer riesigen Schule Delphinen umspielt
Viva Mexiko!
DIe Touristenstrasse von Isla Mujeres fanden wir nicht sehr spannend und segelten am gleichen Tag weiter die Küste entlang Richtung Süden.
In der Ferne die Hotelburgen von Cancun
Auf dem Weg machte ein kleiner Vogel bei uns Rast und segelte ein Stückchen mit
Im Süden von Mexiko haben wir den Massentourismus hinter uns gelassen und geniessen das gemütliche 'Punta Allen', wo wir 3 Tage Sturm hinter dem Riff abwettern
Ganz im Süden von Mexiko dann Postkarten-Traumkulisse - fast schon kitschig, aber echt! Und absolut einsam.
Mit den Fischern, die hier Langustenfangkörbe in der riesigen Lagoone auslegen, halten wir ein kleines Schwätzchen
Unsere Freunde der 'DUAL DRAGONS' (Ben & Nanni) warten schon auf uns und machen ein Foto von BAJU
Immer wieder spannend - die Riffdurchfahrt. 10 Meter zu weit links oder rechts und alles ist zu Ende.
Nach 1,5 Wochen (illegal) in Mexiko kommen wir im Norden von Belize an und finden den Weg durch das Aussenriff von 'San Pedro'.
Schöne Atmospäre im Städchen 'San Pedro'.
Viele Strassen sind noch Sandwege und es gibt kaum Autos, da sich jeder mit dem Golf-Card fortbewegt. Auf der einen Seite ist das Meer, 3 Strassen weiter auf der anderen Seite die Lagoone. Überall kleine lokale Esstände und nette Bars an der Riffseite.
Mit Nanni & Ben von der DUAL DRANGONS, die neben uns ankert, verbringen wir eine nette Zeit.
Wir gehen zusammen schnorchel, kiten und basteln ein bisschen am Schiff herum. Abends trinken wir eisklalte Mojitos und laden uns gemeinsam zum Essen ein.
Echt lekker!
Die Unterwasserwelt von Belize ist weltberühmt. Noch viele Schnorchel- und Tauchplätze haben wir vor uns. Da es aber ordentlich Wind hat, wir ersteinmal gesurft und gekitet ...
Gibt es ein schöneres HIMMELFAHRT, als mit dem Kite hinter dem Riff gen Himmel zu schweben .... . :-)))
14. Mai 2010 - Ambergris Caye, San Pedro, Belize - von Heike
Belize - und mal wieder deutsches Brot!
Wir sind zwischenzeitlich in Belize am nördlichsten Caye (Insel) - dem Ambergris Caye - angekommen. Nach dem Einklarieren, was tatsächlich mit fehlenden Papieren (wir hatten in Kuba ja nicht ausklariert) kein Problem darstellte, schlenderten wir gemütlich auf Kopfsteinpflaster- und Sandstrassen durch das Städtchen 'San Pedro'. Mal wieder Häuser, Menschen, Läden. Schön. Gemütlich. Viele kleine Boutiquen, Kneipen, Strandbars. Stege, die aufs Wasser führen, verbunden mit Tauchstationen oder Bade- und Schnorchelplattformen. Die Rochen schwimmen direkt im seichten Wasser am Strand. Leider sind viele Liegestühle und Barhocker leer. Es fehlen, wie so häufig in der Karibik, die Gäste.
Anstatt Autos gibt es Golfkarts und der Flughafen, naja die Landepiste, ist mitten in der Stadt. Jeden Tag landen 2 kleine Propellermaschinen aus der Hauptstadt.
San Pedro lebt. Neben den Touri-Angeboten, sieht man tatsächlich viele Einheimische. Am zentralen Stadtplatz kommen sie abends zusammen und essen ihre Burritos und Enchaladas auf die Hand.
Zwischen den vielen kleinen Lädchen entdecken wir eine richtige Bäckerei, mit Sauerteigbrot, Vollkornbrot, Bierbrot, 7-Korn-Brot, Croissants ... und alles schmeckt so lecker. Unsere Wäscheberge sehen mal wieder Seife, das erledigt die ansässige Wäscherei. Mein Fahradrad bekommt neue Speichen und ein paar Ersatzteile können im Marinaladen gekauft werden. Sogar einen Baumarkt gibt es in dem wir Teak-Öl für unser Holz kaufen können.
Mensch, nach etlichen Monaten des Nichts-Bekommens, ist das hier eine richtige Grossstadt. Zwar mit Sandstrassen und Golfkarts, aber für uns eine echte Stadt.
Wir ankern direkt vor San Pedro hinter dem Aussenriff. Täglich fahren tausende Boote vorbei: Fähren, die nach Belize City gehen, Tauch-Schnellboote, sonstige Tagsausflüglerboote, die zum Schnorcheln oder dem Blue-Hole aufbrechen und alte Fischerkähne segeln bei untergehender Sonne wieder in den Schutz des Riffs. Wieder einmal sind wir froh einen Katamaran zu haben, so schaukelt es nicht so doll hin und her.
Das angenehme an Städten ist ja, das es Leute gibt. So treffen wir die DUAL DRAGONS. Sie ankern direkt neben uns. Mit Ben und Nanni haben wir Weihnachten in der DomRep gefeiert. Die nächsten paar Monate werden wir uns öfter sehen, da wir beide den Plan haben in den Rio Dulce (Guatemala) zu segeln. Das ist gut. Denn Ben und Nanni sind super nett und können dazu noch super kochen und geile Mojitos mixen. Ben ist auch gut im motivieren. So hat er Stefan geholfen, unsere Ruderanlage, die monatelang echt schwer ging, wieder in Gang zu bringen. Jetzt dreht sich das Rad fast wie von alleine. Und die To-Do Liste hat einen Punkt weniger.
Belize ist für seine Unterwasserwelt berühmt. Die muss noch ein paar Tage auf uns warten, da es bläst und bläst und bläst. Stefan surft und kitet was das Zeug hält, die Sprünge werden immer höher und höher und ich hätte mal bloss mein "altes" Windsurfbrett mitnehmen sollen, dann hätte ich hier, im Nicht-Stehrevier, auch mal ein bisschen Sport treiben können. Den idealen Kite-Lehrer habe ich auch noch nicht gefunden. Mmmmh, naja so esse ich Schokolade, spiele SIM City und warte darauf, das das Wasser wieder schön klar zum Schnorcheln und Tauchen wird.
6. Mai 2010, Bahia del Espiritu Santo, Mexiko, Mittelamerika - von Stefan
Wir sind nicht alleine auf dieser Welt.
Das hätten wir nach Tagen der Einsamkeit schon fast mal wieder gedacht. Aber nun ankert doch tatsächlich ein anderer Katamaran 'neben uns'.
Nach 3 Tagen fetten Wind und Windsurfspass, sind wir 40 Seemeilen eine Bucht weiter südlich gesegelt. Und das wieder mit Gegenströung - den ganzen Tag haben wir gebraucht.
Beim letzten Licht liessen wir den Anker vor einem Palmenstrand fallen, wo wir ein kleines Dorf ausgemacht hatten. Am nächsten Tag entpuppte sich das Dorf "la Victoria" nur als Fischercamp, wo 2 einsame Maya-Ureinwohner auf die paar Hütten und Gerätschaften aufpassten. Die Fischer kämen immer mal ein paar Tage zum fischen. Natürlich mit dem Boot, denn eine Strasse gibt es in diese Einöde nicht.
Die Hütten und das gesamte Gelände sah gepfegt aus, wie wir fanden. Hübsch geharkter weisser Pudersand und überall schattenspendende Palmen. Die Hütten natürlich absolute Basisausrüstung - aber sauber und gefegt.
Leider hatten wir arge Verständungsschwierigkeiten. Zuerst dachten wir, die beiden wären volltrunken, aber Heike meinte, dass sie ihrendeinen spanischen Maya-Dialekt redeten. Freundlich sehen die Maya-Abkömmlinge ja aus - mit ihren runden grinsenden Gesichtern. Nach dem obligatorischen Kokusnussdrink wurden wir sogar zum Essen eingeladen. Da die Verpflegungskiste der beiden Fischer aber arg dürftig aussah, lenhten wir dankend ab, wollten wir ihnen doch nicht deren Proviant wegfressen.
Die beiden Camp-Bewacher waren gerade dabei Lobster-Höhlen aus Beton und Stahlgeflecht zu bauen. Überall in dieser riesen Lagoone sind diese ausgelegt. Die Langusten suchen in den künstlichen Höhlen Schutz und die Fischer sammeln die Krustentiere einfach ein, indem sie sie aus der Höhle jagen. Die Lagoone ist quasi ein riiieesiges Langusten-Aquarium.
Mittlerweile haben wir uns dicht ans Aussenriff verlegt und schnorcheln, was die FLossen hergeben. Eine traumhaft-schöne Unterwasserwelt wird uns hier präsentiert. Fischschwärme jeder Grössen- und Farbordnung tollen in den Korallengärten umher.
Zum Abendbrot habe ich gerade 2 Langusten erjagt - es wird thailändische Tom-Yam-Suppe geben.
So macht das Leben Spass!
1.Mai 2010, Punta Allen, Mexiko, Mittelamerika - von Stefan
Schildkrötenslalom
Es bläst wie vorhergesagt mit voller Pulle. Draussen am Riff brechen sich Einfamilienhäuser-grosse Wellen. Es wackelt schon ein bisschen aber wir liegen geschützt quasi mitten im Meer hinter dem Riff.
Das schöne daran:
Wir haben unendlich Strom, da MAX natürlich bläst wie verrückt. Wasser-machen soviel wir wollen, der Laptop wird gar nicht mehr ausgeschaltet und Spilefilme werden auf unserem Riesen-LCD-Bildschirm geschaut. Es ist schon toll, wenn Strom aus der Steckdose kommt.
Noch viel geiler ist natürlich, dass ich mit dem Surfbrett durch die riesige Lagonne fetzen kann. Das einzige, was mich bremst, sind die blutenden Hände. In der Bucht wimmelt es nur so von fetten Schildkröten. Auf jedem Surfschlag sehe ich Explempare nach Luft schnappen um dann mit einem grossen 'Platsch' abzutauchen, wenn sie mich spüren. Selbst ein Liebespaar beim Kinder-machen musste ich stören, konnte aber zum Glück weit genug ausweichen, so dass sie fröhlich weitermachen konnten. Nach einem Sprung bin ich fast auf einer Schildkröte gelandet. Das wäre ja was...
Wir kommen uns vor wie auf einer Insel mitten im Meer. Das Festland liegt zwar in 2 Kilometer Abstand hinter uns, ist aber unerreichbar für uns, da sich selbst in der Bucht eine beachtliche Welle aufbaut. Mit dem Dinghi hinfahren wäre wohl noch möglich, aber sicherlich nicht mehr zurück gegen Wind und Welle.
2 Tage noch soll es noch blasen bevor wir dann langsam daran denken können, weiter nach Belize düsen zu können.