28. Juni 2010, Antigua, Guatemala, Mittelamerika - von Stefan
DAUERREGEN
Seit Tagen regnet es fast ununterbrochen. In den lokalen Zeitungen sind wieder Bilder von überfluteten Häusern und weggeschwämten Autos zu sehen.
Der erste Tropensturm diesen Jahres auf der Atlantikseite ('Alex'), der knapp nördlich von Guatemala auf der Atlantikseite vorbeizug und ein Cyclon auf der Pazifikseite lassen es hier in den Bergen anscheinend kräftig und ohne Unterlass regnen.
Ist das Eingewöhnung für kalt-nasse Deutschland - kann nicht sein!! Denn dort ist es grad knackig warm & sonnig.
Also mal andersrum - DEUTSCHLAND / SONNE - WIR KOMMEN ...!!
Die letzten 3 Tage haben wir am Lake Atilan und auf einem der grössten Märkte Mittel- und Südamerikas ('Chichichstenango') verbracht. Der Weg mit dem Bus war ein Abenteuer für sich. Teilweise schlängelte sich der Bus die schwindelerregenden Serpentinen entlang und musste manchmal sogar zurücksetzen, da die Kurven so eng waren. Überall waren Erdrutsche zu sehen, so dass wir häufig die Strassenseite wechseln mussten, da der Verkehr einspurig an den nicht ganz geräumten Engpässen vorbei geleitet wurde. Mancherorts wurde auch ganze Strassenstücke unterspült oder das Tal hinuntergerissen - es sah aus, als hätte ein Riese einmal kräftig hineingebissen.
Aber was soll's - die Busfahrer rassten trotz Regen und Erdrutsche wie die Besenkten die Pisten entlang ...... UUUAAAAHHH.....
23. Juni 2010, Antigua, Guatemala, Mittelamerika - von Stefan
Ich trage JEANS!!
Nach einer Woche in der Marina hatten wir BAJU soweit, dass wir wie geplant noch eine Woche Guatemala bereisen konnten, bevor es nach Deutschland geht.
Also, ab nach Antigua. Eine absolut Mittelamerika-untypische Enklave - ohne Ausnahme meinst einstöckige Bauten aus der Kolonialzeit, mit Innenhöfen, so schön angelegt, dass einem der Atem stockt. Die Strassen sind ausschliesslich aus Kopfsteinpflaster. Fast jede Casa ist hier entweder ein Hostel, ein Restaurant oder Bar, ein Souvenirladen oder ein Atelier. Umringt ist das Städtchen von fruchtbaren Berghängen und Vulkanen, die ab und zu auch mal Dampf ablassen.
Man kann sich den ganzen Tag durch die Gassen treiben lassen und entdeckt immer neue schöne Ecken. Mal ein Käffchen hier oder ein Tostada auf die Hand dort...
... und das alles auf 1500 Meter Höhe gelegen und deswegen angenehm kühl. Wie herrlich ist es, endlich mal wieder eine Jeans zu tragen und einen Pullover oder wenigstens ein langärmliges T-Shirt. Nachts braucht man eine Decke - vor einem Tag noch unvorstellbar.
Hier wimmelt es übrigens von Reisenden und Studenten, die hier Spanischunterricht nehmen. Alles one-to-one, also ein Lehrer pro Schüler. Wenn das mal kein Luxus ist. Man sitzt mit seinem Lehrer oder seiner Lehrerin im stylischen Garten oder geht zusammen auf den Markt und lernt spanisch... und das ganze für 100,- US$ die Woche. Der Hammer!
Ich hatte es ja schon vor dem Besuch in Antigua vor mal 2 Wochen Sprachunterricht zu nehmen, aber jetzt ist es sicher ... im September oder Oktober werde ich wiederkommen.
Antigua - prächtige Bauten mit tollen Innenhöfen wohin man schaut und umringt von aktiven Vulkanen. Nicht wirklich mittelamerika-typisch aber wie steht's im Reiseführer...
... you would be a foul to miss it!
Deutschland-Unterstützung zur Mittagszeit. Nach dem WM-Bier muss man erstmal ein Nickerchen halten ... :-§
21. Juni 2010, Mango Marina, Rio Dulce, Guatemala, Mittelamerika - von Stefan
Den Nachmittag verbringt man am besten im Pool :-)
Wir sind ONLINE
Hier liegen wir nun, fest vertaut in der Marina. Ein ganz abderes Gefühl mit einem Schritt an Land zu sein ... und dazu ONLINE. Ich mein immer. Keine Übertragung per Funk mit 2 KB die Minute (wenn's gut läuft) sondern echtes Internet. Ok, nicht ganz so wie ihr alle daheim - mobil, schnell und
zuverlässig - aber immerhin.
Ich hoffe, ihr habt die Veränderung an den vielen Fotos gemerkt ;-)
Manchmal ist die Verbindung übrigens so gut, dass wir sogar deutsches Radio hören können. WAUW!!!
Dort wurde gestern debattiert wie schrecklich es ist, wenn im Auto die Klimaanlage ausfällt. Hui, hab ich gedacht - in Deutschland ist Hochsommer. Nach langem Jammern ging es dann um wahnsinnig Aussentemperaturen von 23 Grad. Na, da heizt sich das Auto denn schon mal auf 30°C auf!!! Ja, wahrlich unerträglich! ;-)
Hier im Boot haben wir am Nachmittag 40°C, nachts kühlt es sichauf knapp 30 ab. Meist windstill. Und unsere Klimaanlage ist auch ... kaputt ... da darf man jammern :-))
Nein, wir liegen nicht nur im Pool oder trinken kalte Shakes
-
wir bereiten auf BAJU auf die lange Zeit am Steg vor, putzen, warten und reparieren. Hier die 3. Stufe unseres Tauchkompressors, die eine neue Ventilfeder benötigt...
BAJU liegt abgeplant am Steg - bereit ein paar Monate alleine gelassen zu werden
Unsere Marina-Mama kocht fast jeden Tag für uns. Einfach aus Vergnügen
- wie nett!!
Unsere neuen Nachbarn
14. Juni 2010, Mango Marina, Rio Dulce, Guatemala, Mittelamerika - von Stefan
Der Blick auf unsere Marina
Marina-Leben
Das erste Mal seit der Türkei vor über 2 Jahren liegen wir fest vertaut in einer Marina.
Naja,, Marina hört sich vielleicht etwas weittrabend an - wir liegen am Steg quasi mitten im Dschungel und sind die einzigen Gäste. Es liegen noch ein paar andere Schiffe hier, aber deren Besitzer sind alle nicht da. Die kommenden Wochen sollen noch 2 oder 3 weitere Yachten hinzukommen. Schau'n wir mal, ob wir die einzige Gäste bleiben.
Den ersten Abend haben wir mit der nur spanisch sprechenden Managerin verbracht (der Eigner ist zur Zeit daheim in Kanada und kommt erst in ein paar Wochen wieder) und uns nett unterhalten. Den besten Spanischunterricht, den man sich vorstellen kann. Die Dame hat sich so gefreut, endlich mal jemand zum reden zu haben und wir haben gratis Sprachunterricht bekommen, prima.
5 Minuten Fussmarsch entlang eines kleinen Dschungelpfades liegt die 'Mario's Marina', der Platzhirsch im Rio. Hier liegen ca. 50 Boote - meist Amerikaner - und dort fährt das volle Marina-Programm ab: Happy Hour, Movie-Night, Pot-Luck, Volleyball, Flohmarkt , ... wir werden aus der Marina-Scene die nächten Tage ausführlicher berichten.
Wir sind auf alle Fälle sehr froh nicht inmitten des Rummels Boot-an-Boot zu liegen sondern die Vögel zwitschern hören und den Geräuschen des Dschungels lauschen zu können. Vorne am Netz haben wir eine Plane gespannt damit wir trotz gelegendlichen Schauern in der Nacht im Netz schlafen können. Nachts kühlt es deutlich ab und mit ein bisschen Zug ist es richtig angenehm.
Trotzdem wir uns die nächste Zeit mit dem Boot nicht von der Stelle bewegen werden, wird es bestimmt allerhand interessantes zu berichten geben. Also dranbleiben ....
Wir schlafen im Netz unter einem Zelt.
Der Swimmingpool sorgt für Abkühlung -
in den Mittagsstunden wird es arg warm und mega-schwül
12. Juni 2010, Mango Marina, Rio Dulce, Guatemala, Mittelamerika - von Stefan
Vom Barriere-Riff in den Dschungel
Der Tag an den Sapodilla Cays, die südlchesten in Belize, war unspannend. Überall schwamm Dreck herum und den Tauchgang am Aussenriff haben wir nach 5 Minuten abgebrochen, da die Sicht gleich Null war. Auch die Inseln haben uns eher enttäuscht. Entweder waren sie privat (Betreten verboten) oder durch die Leute der Küstenwache und des Militärs verschmutzt.
Veilleicht war es auch alles gar nicht so schlimm, sondern wir waren nur ungeduldig um endlich in den Rio zu fahren, wo unsere Marina auf uns wartete und wir die nächsten 5 Monate verbringen sollten.
Good bye, Belize. Guatemala, wir kommen.
Den ganzen Tag mussten wir bis zur Mündung des Rio Dulce motoren - absolut kein Wind. Nur am Nachmittag kam leichter Schiebewind auf, nur mussten wir zusehen, dass wir noch rechtzeitig vor 17 Uhr in Livingston zum einklarieren ankommen, da sonst Überstundengebühren anfielen. Die Einklarierung war easy. Zuerst kam die ganze Meute von Beamten an Bord und dann mussten wir am Land die Behörden abklappern um die Papiere abzuholen und zu bezahlen. Sonst hatte Livingston nichts zu bieten.
Noch vor Sonnenuntergang verlegten wir uns hinter die Erste Biegung im Rio Dulce, da es vor dem Städtchen doch sehr wellig war und viel Bootsverkehr herrschte.
Nach 30 minütiger Fahrt den Fluss hinauf bekamen wir den Mund kaum mehr zu. WAUW !!! Da waren wir plötzlich alleine, links und rechts nur Dschungel. Wir inmitten der Schlucht.
Der Anker fiel in an einer kleinen Biegung am Gleithang, da hier die Wassertiefe geringer war. Am Prallhang war es über 20 Meter tief - ja, ja, hier zahlen sich die Erdkundekenntisse aus :-) Wohin man schaute nur senkrechte Dschungelwand in allen Grünfarben. Dazu die Geräusche der Grillen, der Vögel und eines kleinen Wasserfalles. Ab und zu ruderte ein Einbaum an uns vorbei.
Kurz nach Sonnenaufgang frühstückten wir ausgiebig im Netz und liesen die Natur auf uns wirken. Ein Paradies!
Die gesamte Strecke bis zur Marina (immerhin wieder 5 Stunden motoren) war ein mega-Ereignis. Unsere erste richtige Flussfahrt. Überall Einheimische im Kanu, die entweder vom Einkaufen wiederkommen, oder aber in die Stadt paddeln. Strassen gibt es hier nämlich keine. Der Rio ist die einzige Verkehrader.
Nach 2 Tagen motoren, da absolute Windstille, kommen wir uns ein bisschen wie Motorbootfahrer und nicht wie Segler vor - aber deswegen ist der Rio Dulce wohl als sicherstes Hurrikan-Schlupfloch in der Karibik bekannt :-))
Am Nachmittag kommen wir an der 'Mango-Marina' an, was nun unser 'Heim' für die nächsten 5 Monate werden soll. Schon ein wenig komisch diese Vorstellung.
Die Fahrt durch den Rio Dulce - von Livingston bis zu unserer Marina. Ein Erlebnis der besonderen Art. Eine Nacht ankern wir mitten im Fluss und schlafen mit Dschungelgeräuschen ein. Geweckt wird man von lauten Motorengeräusch; der Fluss ist der einzige Transportweg für viele. So ist viel Verkehr da alles auf dem Fluss transportiert wird.
Das Leben am und auf dem Fluss.
9. Juni 2010, Sapodilla Cays, Belize, Mittelamerika - von Stefan
Baumstammsalom und KOLLISION
Bevor wir nun endgültig in den Rio Dulce in Guatemala schippern wollten, planten wir noch einen Stop vor ein paar kleinen Inselchen ganz im Südosten Belizes. Der Weg dorthin war abenteuerlich.
Mit 9 Knoten segelten wir gemütlich ohne Wellen unserem Tagesziel entgegen, bis auf einmal eine grosse Fläche 'Müll' auftauchte. Man sieht diese Phänomen leider häufig - von Meeresströmungen zusammen getragenes Treibgut. Meist organisches aber leider häufig auch eine Menge von Plastik und sonstigem Zivilisationsmüll.
Kaum hatten wir die Fläche erreicht, war es auch schon geschehen. Ein 2 Meter langer Baumstamm tauchte plötzlich vor uns auf - wir konnten gerade mal an ausweichen denken, da machte es auch schon RUMMMSSS.. und wir kollidierten mit diesem fetten Stamm!!!
SCHOCK!
Augen zu, Luft anhalten und warten was passiert, mehr konnten wir jetzt nicht tun. Ist es doch ein Alptraum eines jeden Seglers - mit Vollgas eine Kollision. Sei es ein Baumstamm oder ein überbord gefallener und halbgesunkener Container oder ein schlafenden Wal.
Unter Seglern werden abendfüllende Diskussionen damit verbracht, was wohl in einem solchen Falle mit der Yacht passiert. Was dagegen tun kann man sowieso nicht.
In unserem Falle wurde der Baumstamm unter das Schiff gedrückt bzw es hob sich leicht an, es rummpelte ordentlich unter dem Boot und hinten machte es "knacks" - die Sollbruchstelle der Ruderanlage brach und das Ruder kickte nach hinten hinaus - und der Baumstamm tauchte hinter uns wieder auf!
AUFATMEN! Nur das kleine 'KNACKS' hinten an der Ruderanlage, die dafür ja konzipiert wurde. Weiter schienen wir keinen weiteren Schaden genommen zu haben.
In 2 Minuten hatten wir ein neues Sollbruchstück von einem Besenstil abgesägt, das Ruderblatt bei verringerter Fahrt wieder hinuntergeklappt und schon rauschten wir wieder dahin.
BAJU schlitterte mit seinen 60cm Tiefgang und runden Linien einfach über das Monstrum drüberweg. Das war alles - und das ganze bei 9 Knoten Fahrt! Ausser ein paar Kratzer an der Unterwasserfarbe kein Schaden - was für ein geniales Schiffsdesign!
Eine Stunde segelten wir Slalom durch Müllflächen und Baumstämmen, die teilweise 20 Meter lang waren - ganze Wälder.
Der Ranger an den Naturschutzinseln, wo wir am späten Nachmittag ankamen, bestätigte unsere Vermutung. Dies alles war Treibgut aus dem Grenzfluss Motagua, der Guatemala von Honduras trennt, wo vor einer Woche der Tropensturm 'Agatha' durch riesige Niederschläge verursachten Schlammlawinen grossen Schaden anrichtete. All das, was der Regen mitriss, schwamm nun in unserer grossen Badewanne.
Selbst hier am Ankerplatz an den Inselchen schwimmen Müllflächen und Baumstämme an uns vorbei - es ist sehr traurig anzusehen.
Das Wasser ist so aufgewühlt und trüb, das diese Tage an schönes schnorcheln und tauchen nicht zu denken ist.
9.Juni 2010, Big Creek, Belize, Mittelamerika - von Stefan
Die Polizei, dein Freund und Helfer
Das Ausklarieren im 'Big Creek' drei Seemeilen neben Placenia war lustig.
Wir mussten mit BAJU ein ganzes Stück in einen mangrovengesäumten Fluss zu einer neu angelegten Pier hineinfahren, wo einmal die Woche ein Bananenfrachter anlegt. Überall Dole-Kühlcontainer auf einem grossen Feld, wo vor nicht allzulanger Zeit Mangroven standen. Daneben Dieselsilos und ein paar 'Büros' in Bretterbuden. Darunter auch der Zoll, der uns ausklarien sollte. Vorher mussten wir aber zur Einwanderungsbehörde (Immigration) ins Dorf 4 Kilometer die Strasse entlang. Der Sicherheitsbeamte an der Hafeneinfahrt lieh uns für ein kleines Entgeld 2 klapprige Fahrräder und so radelten wir in der Mittagshitze ins nahegelegene Dorf - um nach einer halben Stunde warten feststellen zu müssen, dass die Beamten die Behörde für zwei Tage geschlossen haben. Beamtenausflug in die Stadt Dangeria - Ausklarieren nicht möglich!
"Was? Die Behörde hat einfach so mal eben geschlossen??? Unser Visa läuft heute aus und ausserdem wollen wir weiter und sind extra hierher gefahren."
"Nichts zu machen, die Behörde sei geschlossen."
"Keine Alternativen?"
"Nein, nichts zu machen". Noch nicht einmal ein Telefonat zu den Immigrationsbeamten wurde uns gewährt. Komischer Laden!
Nach einer kühlenden Cola (waren unsere Gemüter doch 'leicht' aufgeheizt - nicht schwer bei 40 Grad im Schatten - sind wir völlig entgeistert zur Polizeistation geraddelt, um zu fragen, was wir zu tun hätten. Unser Visa laufe schliesslich heute aus.
Dort dann schnelle Aufklärung und grosse Erleichtung:
"Ja, man könne uns hier ausklarien. Das haben die Plozeibeamten bis vor kurzem sowieso gemacht, bis man die Immigartionsbehörde ins Dorf holte und so die Aufgabe von der Polizei wegdelegierte. Nur haben die vergessen, uns den Immigrationstempel wegzunehmen."
Und da sie ja schliesslich gerne helfen, machen sie es halt, wann immer die Behörden der Immigartion mal wieder einen 'Ausflug' machte."
Ja, Ja, die Polizei, dein Freund und Helfer :-)
7.Juni 2010, Placencia, Belize, Mittelamerika - von Stefan
Vom Fischerdörfchen zum ....
Nachdem wir unsere Traum-Privat-Inseln mit dem prächtig passenden Namen 'Queen Cays' (Königsinseln) verlassen haben, verlebten wir 3 nette Tage in Placencia, einem kleinen Örtchen an der Küste von Belize. Vor ein paar Jahren soll es ein schlafendes Fischerdörfchen gewesen sein, nun eine aufsteigende Touristenlokation und Wohngebiet für Amies, Kanadier und Europäer.
Es hat zwar noch den Charme eines Dörfches, aber man kann überall den Umbruch spüren. Mit vielen Leuten, die vor ein paar Jahren hierher gezogen sind, kommen wir ins Gespräch. Mit den Schweizern, die eine Bäckerei und Konditorei betreiben, mit dem Ami, der sich hier zur Ruhe gesetzt und eine tolle Villa direkt an der Lagonne gebaut hat, und mit der Italienerin, die hier seit 10 Jahren das beste Eis in Belizes macht und verkauft. Ach, und der Restaurantbesitzer des stylischen 'Rumfish' Restaurants, der seit 2 Jahren Cuisine für gehobene Ansprüche anbietet.
Alle erzählen, dass immer mehr Ausländer hierher ziehen und mehr und mehr Top-Resorts gebaut werden. Die Strasse, bis vor kurzem eine Schotterpiste, ist gerade fertig gestellt und der nahe Flughafen wird für den internationalen Flugbetrieb ausgebaut. Die Landpreise steigen und alle erwarten, dass es weiter so geht. Hatten wir in anderen Gebieten Belize eher den Eindruck, als stehe alles leer, wird hier expandiert. Die Ladenbesitzer klagen nicht, da sie nicht von der grossen touristischen Delle, wie andere Örtchen in Belize, betroffen sind.
Dazu hoffen natürlich alle, dass die Schönheit dieses Städchens nicht verloren geht, wenn mehr und mehr Leute kommen. Wegen des Charmes dieses Örtchen sind ja alle gekommen.
Es gibt eine Strasse. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite die grosse Lagoone. Eine zweite Parallelstrasse ist ein Fussweg, der durch die Palmenhaie führt. Überall ein schöner Mix aus netten Häuschen und lokalen Bretterbuden. Überall Sand, Palmen und Blumen.
Wir radeln an der neuen aspaltierten Strasse ein paar Kilometer nach Norden und treffen auch hier geschäftstüchtige Expat. So die Managerin dem seit letzten Jahres eröffneten Hafens der Charterfirma 'Moorings', die hier knapp 40 Charterschiffe betreut. Daneben wird ein Yachthafen gebaut, mit Condominos und Villen drumherum. So wie es in St.Lucia gebaut wurde oder auch in Holland.
Das erste Mal diskutieren wir ernsthaft darüber, dass dies bestimmt eine interessante Lokation wäre, um irgendetwas aufzubauen oder Geld zu investieren
.. aber auch nicht wirklich zu lange, wollen wir doch weiter die Welt entdecken. Wir werden bestimmt noch vieler solcher Ecken kennenlernen. Aber es war interessant mal wieder ein Örtchen inmitten des Umbruchs zu erleben.
Unsere Privatinseln
Wasserspiele in unserem Swimming Pool
05. Juni 2010, irgendwo am Riff in Belize, Mittelamerika - von Heike
WINDSTILLE
6 Uhr morgens
Ich wache auf, liege im Bett und höre einfach gar nichts. Es ist total still - kein einziges Geräusch. Irgendetwas läuft in meinem Gesicht. Ich überlege: wo ich bin und was anders ist. Man hört nichts, das ist anders, kein Plätschern des Meeres, kein Schiffsgeräusch, nichts - es so windstill, das man im Bett liegend, sich nicht bewegt, komplett nakt - und trotzdem schwitzt. Ja, es rennen einem die Schweisperlen den Körper hinunter. Und das morgens um 6 Uhr!
Das Meer ist so spiegelglatt, dass wir auf 12m ankernd den Grund sehen können. Alle viertel Stunde der Sprung ins Wasser, aber man spürt keine Abkühlung, da das Wasser fast genauso warm ist wie die Lufttemperatur. Im Schatten, im Wasser da hält man es aus. Ich habe alle Fenster mit Decken abgedeckt, damit es schön dunkel innen drinnen ist. Alle schattenspendenen Teile sind montiert. Das Deck wird so heiss, das man es nur mit Schuhen betreten kann. Und ausgerechnet heute geht uns das Brot aus. Naja so heizt uns der Backofen noch mal richtig ein.
Das zweitgrösste Riff der Welt
Es entäuscht uns nicht. Das positive an der Kein-Wind-Situation ist, das das Wasser total klar ist und damit herrlich zum schnorcheln. Wir liegen vor zwei Trauminselchen, die eine eine Brutstätte, die andere die Mittagspauseninsel der Taucher. Und drum herum nur Riffe. Total genial. Man springt ins Wasser und hat jedes Mal ein neues Riff zu entdecken. Gestern schwammen zwei Ammenhaie vobei, Adlerrochen sind immer zu sehen.
Aufräumaktion
Wir nutzen alle Vorteile, die so eine Windstille Phase mir sich bringt. Also räumen wir BAJU auf. Auch deswegen, da wir überflüssige Dinge, die wir nun zwei Jahre nicht benutzt haben, wieder mit nach Hause nehmen können.
Jede Koje, jedes Regal, jeder Schab wird ausgeräumt, gelüftet und entstaubt. Erleichtert stellen wir fest, das es nur ein paar Kilo sind, die wir tatsächlich nicht auf BAJU gebrauchen können. So wandern richtig dicke Sauna-Handtücher (die wir niemals gewaschen bekommen würden), Bademantel (ja, Stefan hatte tatsächlich einen Bademantel an Bord), Hausschuhe, Taschen, ein paar Winterklamotten auf den Stapel "mit nach Hause nehmen". Gebrauchte Regenklamotten, Hotel-Seife, ein paar Küchenutensilien und alte Schnorchelausrüstung werden dem Stapel "verschenken/ tauschen" zugeordnet.
Mensch, jetzt hab ich doch glatt den Virtelstündlichen Sprung ins Wasser verpasst.... und das, obwohl der Backofen läuft.
2. Juni 2010, Glove Atoll, Belize, Mittelamerika - von Stefan
Den ersten Tropensturm verpennt
In Hopkins, ein kleines lokales Dörfchen, wo sich ein paar Expats niedergelassen haben, haben wir uns sehr über das miese Wetter geärgert. Komplett bedeckter Himmel, fieser Dauerregen, mal stark und mal Nieselregen, aber ohne Unterlass. Und dass seit fast 3 Tagen. Dazu war es nahezu windstill. Das Wasser in der Bucht war milchig-braun von den Sedimenten, die der Regen durch die Flüsse ins Meer wusch.
Ein paar Stunden waren wir mit den Fahrrädern unterwegs. Tolle Strasse an der Küste enlang. Palmengesäumt, mal ein paar Hütten oder ein kleines Resort und überall freundliche Leute, die gegrüsst werden wollten. Den häufigsten Spruch, den wir hörten war: "He man, nice bikes, you wanna sell?"
Aber so richtig macht ein Fahrradausflug im Dauerregen auch keinen Spass, obwohl es natürlich immer noch über 25 Grad war. So brachen wir die Tour vorzeitig ab, verkrochen uns auf unser schwimmendes Heim und liesen es weiter regnen.
Nach 3 Tagen nutzen wir eine kleine Brise, um von dem Dörfchen ans Aussenriff zu kreuzen. 2 Tage verbrachte wir am 'South Water Caye', einer Mini-Insel mit 2 netten Ferienresorts besetzt. Das eine Resort war eine Art Landschulheim für US-Collegestudenten und so verbrachten ich einen netten Abend mit Biologie-Kunst-Studenten, die hier knipsten, filmten und dokumentierten, was das Zeug hielt. Leider auch hier am ersten Tag - Dauerregen.
Weiter ging's zu dem südlichsten Atoll, das wir uns nicht entgehen lassen wollten. Hier holten wir seit Tagen mal wieder E-Mails per Radiofunk ein.
Dort war dann nur die Rede von 'Agatha', dem ersten Cyclon, der in EL Salvador und Guatemala durch den Niederschlag sehr viel Schaden angerichtet hat und 200 Menschleben kostete.
Ob wir betroffen seien, wo wir sind und ob alles ok sei, so die Fragen unserer Familie.
Mmmmmh, ehrliche Antwort..... wir haben den ersten Tropensturm in dieser Saison glatt verpennt. Es war natürlich kein atlantischer Sturm (Hurrikan) sondern einer auf der Pazifikseite (Zyklon) aber es trennten uns ja nur ein paar hundert Kilometer und eine Bergkette. Für so einen Monsterwettersystem ist das nicht viel.
Jetzt konnten wir endlich das 'komische Wetter' und den Dauerregen erklären. Hatte also alles seinen Grund ...
Als wir nun hörten, dass es sogar möglich sei, dass sich 'Agartha' nach der Landüberquerung in einen atlantischen Tropensturm (der dann übringens 'Alexander' heissen würde - die Namen stehen ja schon lange vorher fest) verwandeln könnte, wurden wir doch nervös. Hielten wir uns gerade quasi mitten auf dem Meer auf, nur durch ein Riff geschützt. Überhaupt kein guter Platz, um einen Sturm abzuwettern.
Sofort holten wir über unsere Funkanlage die neuesten Wetterbeobachtungen der NOAA ab. Ist schon toll, so eine Möglichkeit an Bord zu haben. Und tatsächlich, die Jungs von der Hurrikanbeobachtung gaben 'Agatha' eine geringe Chance, die Landreise über Mittelamerika zu überstehen.
Für Interessierte - so eine Nachricht erhalten wir von den Wetterhelden:
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TROPICAL WEATHER OUTLOOK
NWS TPC/NATIONAL HURRICANE CENTER MIAMI FL
800 PM EDT TUE JUN 1 2010
FOR THE NORTH ATLANTIC...CARIBBEAN SEA AND THE GULF OF MEXICO...
SHOWERS AND THUNDERSTORMS HAVE DECREASED IN THE NORTHWESTERN
CARIBBEAN SEA IN ASSOCIATION WITH THE REMNANTS OF PACIFIC TROPICAL
STORM AGATHA. UPPER-LEVEL WINDS ARE NOT CONDUCIVE FOR DEVELOPMENT
AND THERE IS A LOW CHANCE...10 PERCENT...OF THIS SYSTEM BECOMING A
TROPICAL CYCLONE DURING THE NEXT 48 HOURS. THIS SYSTEM IS EXPECTED
TO MOVE LITTLE OVER THE NEXT DAY OR SO.
ELSEWHERE...TROPICAL CYCLONE FORMATION IS NOT EXPECTED DURING THE
NEXT 48 HOURS.
$$
FORECASTER BRENNAN
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In der Nacht waren wir dementsprechend nervös und wir schmiedeten schon Notfallszenarien für den Fall, dass sich ein Sturm zusammenbrauen würde. Am nächsten Morgen wurde zum Glück ein Auflösen des Tropensturms vermeldet:
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TROPICAL WEATHER OUTLOOK
NWS TPC/NATIONAL HURRICANE CENTER MIAMI FL
800 AM EDT WED JUN 2 2010
FOR THE NORTH ATLANTIC...CARIBBEAN SEA AND THE GULF OF MEXICO...
SHOWERS AND THUNDERSTORMS HAVE DIMINISHED IN THE NORTHWESTERN
CARIBBEAN SEA. THERE IS A LOW CHANCE...NEAR 0 PERCENT...OF THIS
SYSTEM BECOMING A TROPICAL CYCLONE DURING THE NEXT 48 HOURS.
ELSEWHERE...TROPICAL CYCLONE FORMATION IS NOT EXPECTED DURING THE
NEXT 48 HOURS.
$$
FORECASTER BEVEN/CANGIALOSI
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Puuuuh, da waren wir aber froh.... !!
Statt Dauerregen schien nun auch wieder die Sonne. Leider kein kühlender Passatwind (der wurde wohl von dem Tropensturm abgehalten) sondern Windstille, um 9 Uhr morgens knapp 40 Grad und 80% Luftfeuchte. Eigentlich wie in einer Dampfsauna, halt 40 und keine 60 Grad - nur ohne Ausgang !!!
Aushalten liess es sich nur im Wasser, dass an der Oberfläche über 30 Grad warm war. Etwas kühler, 28 Grad, war es nur unter 3-4 Meter.
Also, blieb nur tauchen zu gehen - ohne Neoprenanzug und ohne Lycra-Shirt - nur in Shorts. So war es gerade gut auszuhalten :-)